Sie retten Rehkitze vor dem Mähtod: Kitzretter e.V. auf der Suche nach Helfern

Der Verein Kitzretter ist pünktlich zur ersten Mahd mit vielen Helfern im Einsatz, aber auch mit technischem Gerät, um Rehkitze vor dem Mähtod zu retten.

Waldeck-Frankenberg - Pünktlich zur ersten Mahd sind auch wieder mit Mitglieder des Kitzretter e.V. und viele freiwillige Helfer unterwegs. Sie wollen verhindern, dass sich Rehkitze in den Wiesen aufhalten, wenn der Schnitt ansteht.

Tatkräftige Unterstützung bekommen die Kitzretter dabei vor allem von den Landwirten selbst, wie die Vorsitzende des Vereins, Constanze Schöttler, betont. „Kein Landwirt möchte ein Rehkitz übermähen.“ Daher sei die Nachfrage der Landwirte sehr hoch. Weitere Hilfe kommt aus dem technischen Bereich. Um die Kitze von den Wiesen fernzuhalten, kommen sogenannte Vergrämungsgeräte zum Einsatz. Sie geben unregelmäßige Licht- und Tonsignale ab.

„Die Geräte sollen Unruhe in die Wiese bringen“, erklärt Vereinsmitglied Stefanie Walter. Das bringt die Ricken dazu, ihren Nachwuchs aus den Feldern zu holen. Seit der letzten Mahd hat der Verein die Anzahl seiner technischen Helfer auf 150 aufgestockt, weil die Nachfrage sehr hoch sei. Ein Gerät kann, je nach Lage, für eine Fläche von maximal 3 Hektar ausreichen. In Zusammenarbeit mit der Jägerschaft werden Stellen ausgemacht, an denen die Ricken besonders gerne die Kitze ablegen. Flächen, an denen sich der Einsatz der Vergrämungsgeräte nicht lohnt, können mit der vereinseigenen Drohne mit Wärmebildkamera abgesucht werden.

Rund 20.000 Euro hat der Verein in die technische Ausrüstung gesteckt, die komplett über Spenden finanziert wird. So konnte der Verein im vergangenen Jahr rund 1.600 Hektar Fläche bearbeiten, was dieses Jahr noch einmal deutlich gesteigert werden soll. Wichtig dabei ist vor allem die Logistik. Die Geräte dürfen maximal ein bis zwei Tage vor der Mahd gesteckt werden, „besser noch am Vorabend“, weiß Matthias Eckel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg. „Sonst tritt der Gewöhnungseffekt bereits ein.“

Wie viele Geräte für eine Wiese notwendig sind, berechnet eine Software. Sie gibt auch an, wo die idealen Standorte sind. Per App mit GPS können diese dann ermittelt werden, um die Geräte punktgenau zu platzieren. Diese Aufgabe übernehmen die freiwilligen Helfer gerne, wie Schöttler betont. Aber es kämen auch vermehrt Landwirte auf den Verein zu, die dies eigenständig tun. „Eine tolle Zusammenarbeit“, wie alle drei betonen. Wiesen, an denen die Technik an ihre Grenzen kommt, werden von den Freiwilligen in dichten Reihen durchlaufen und nach Kitzen abgesucht. Das bindet eine große Zahl an Helfern, weswegen sich der Verein über jede Mithilfe freut.

Interessierte können sich an den Verein Kitzretter wenden per Telefon unter 01520/ 7652601 oder per E-Mail an info@diekitzretter.de. Auch über finanzielle Unterstützung freut sich der Verein. Spenden können getätigt werden an Kitzretter e.V., IBAN: DE17 5235 0005 0000 1042 40 bei der Sparkasse Waldeck-Frankenberg.

Der Verein veranstaltet darüber hinaus ein Grüne Tour am Sonntag, 28. April, im gesamten Landkreis bei der sie sich und ihre Arbeit präsentieren. Interessierte sind herzlich eingeladen. Treffpunkte sind: Usseln 11 Uhr: Parkplatz Rewe Markt, Korbacher Str. 27. Korbach 12.30 Uhr: Parkplatz an der Feldscheune, B 251 links aus Korbach kommend vor Ortseingang Meineringhausen. Mengeringhausen 14.30 Uhr: Parkplatz 4 Pfotenland, Hagenstraße 11. Marienhagen 16.30 Uhr: Sportplatz Marienhagen, Am Sportplatz 8. Nuhnetal 16.30 Uhr: Untere Butzmühle zwischen Schreufa und Sachsenberg.

Rubriklistenbild: © Foto: Jonas Bremmer

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