Rückhalt für die Bundeswehr

Frankenberg. Die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e.V., Sektion Waldeck-Frankenberg (GfW) begann ihre Veranstaltungsreihe 2012 tradition

Frankenberg. Die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e.V., Sektion Waldeck-Frankenberg (GfW) begann ihre Veranstaltungsreihe 2012 traditionell mit den beiden Bundestagsabgeordneten der Region als Referenten. Sektionsleiter Dipl.- Pol. Elmar Henschen begrüßte vor einem vollbesetzten Saal die beiden Mitglieder im Verteidigungsausschuss, Ullrich Meßmer und Bernd Siebert.  Der Abend stand unter dem Thema "Aktuelles aus der Bundeshauptstadt, neue Bundeswehrstruktur, Mandatsverlängerung Afghanistaneinsatz" mit anschließender Diskussion.

In seinem Einführungsreferat stellte Bernd Siebert die Arbeit des Verteidigungsausschusses dar, der wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung der Bundeswehr genommen habe und nehme. So konnte eine geplante Reduzierung der Haushaltsmittel in den nächsten Jahren für die Bundeswehr von acht auf vier Millionen Euro verringert werden.

Er empfand z.B. die Reduzierungen von 330.000 Soldaten und Zivilisten auf 240.000, die Schließung von 30 Standorten statt 90 als richtig. Der "Kampf" der Abgeordneten im Verteidigungsausschuss um hessische Standorte sei erfolgreich gewesen, hier werden nur drei Standorte aufgelöst. Schwierig sei die "Rettung" des Standortes Fritzlar gewesen, wo bald alle Hubschrauber "TIGER" stationiert würden.  

Das wichtigste Ziel der Reform sei, alles zur Verfügung zu stellen, was die Soldaten im Einsatz benötigten, um zu gewährleisten, den definierten Auftrag "10.000 Soldaten dauerhaft und durchhaltefähig an jedem Ort dieser Erde" durchführen zu können. Zurzeit sei dies noch nicht möglich,  weil unter anderem moderne Hubschrauber fehlten.

Die Verlängerung des Afghanistan-Mandates wird von beiden Abgeordneten befürwortet. Der Einsatz wurde als notwendig beschrieben, seine Dauer solle aber nicht postuliert, sondern an der Sicherheitslage orientiert gestaltet werden.

In der anschließenden Diskussion wurde auf die Schwierigkeit der Nachwuchswerbung eingegangen. Hier müsse die Attraktivität des Soldatenberufes verbessert werden.

Für die Zukunft des Standortes Frankenberg gilt zunächst, auf die neue Aufgabenbeschreibung zu warten. Erst dann kann die Berechnung für Büros, Wohnraum, Hallen Werkstätten erfolgen. Sektionsleiter Henschen ergänzte, dass bald mit dem Neubau der Sportanlagen begonnen werde.

Weiterhin wurde herausgearbeitet, dass parallel zur Umrüstung der Bundeswehr auch ein Mentalitätswechsel bei den Streitkräften erfolgen müsse und auch eine breite Diskussion in der Bevölkerung, damit der Rückhalt der Bundeswehr gewährleistet bleibe.

Mit Unverständnis wurde in diesem Zusammenhang sowohl von den beiden Referenten, wie auch vom Zuhörerkreis die Weigerung von Schulen bewertet, Jugendoffiziere referieren zu lassen.

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