Literarischer Frühling: Mario Adorf als Bischof und Graf von Waldeck

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Mario Adorf

Der beliebte Schauspieler Mario Adorf in einem Film über das Zeitalter der Reformation - Filmvorführung und Gespräch zum "Literarischen Frühling in der Heimat der Brüder Grimm".

Waldeck. Mit einem Auftritt als Bischof setzt der Schauspieler Mario Adorf beim „Literarischen Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“ ein weiteres Glanzlicht zum großen Thema Reformation. Im Rittersaal von Schloss Waldeck präsentieren die Veranstalter am Sonntag, 30. April, um 14 Uhr Ausschnitte aus dem Film „König der letzten Tage“, in dem der beliebte Darsteller einen Grafen aus dem Hause Waldeck zur Reformationszeit spielt.

Adorf wird über die Dreharbeiten berichten und mit einem Experten über das heute wieder hochaktuelle Thema Religionswahn und Populismus diskutieren. Im Film verkörpert der Schauspieler den katholischen Bischof Franz von Waldeck, der von 1491 bis 1553 lebte. Als jüngerer Bruder des Landesherren Philipp III. war er zum Bischof von Münster, Osnabrück und Minden aufgestiegen. Sein Gegenspieler im Film ist der Oscar-Preisträger Christoph Waltz, der den fanatischen Anführer einer Täufersekte und Herrscher eines terroristischen Gottesstaates verkörperte.

„Wir eröffnen damit unserem Publikum einen abenteuerlichen Zugang zur Epoche der Reformation, deren aufgeheizte Atmosphäre in diesem opulenten Kostüm- und Kulissenfilm deutlich zu spüren ist“, erklärte Christiane Kohl im Namen der Veranstalter. „Wir verstehen diesen Beitrag unseres Schirmherrn Mario Adorf zum Programm auch als besonderes Geschenk an die Bewohner des Waldecker Landes, die in früheren Zeiten als Untertanen eines eigenständigen deutschen Teilstaates eine wildbewegte Geschichte hatten“, so Kohl.

Bei der Veranstaltung auf Schloss Waldeck werden Ausschnitte des Werkes vorgeführt, das 1993 für das ZDF als zweiteiliger Fernsehfilm produziert wurde. Mario Adorf berichtet über die Dreharbeiten und diskutiert mit dem Journalisten und Autor Klaus Brill, der gerade ein neues Buch über die Reformation in Hessen veröffentlicht hat, über religiösen Wahn, irrationale Zukunftsängste und politische Verführbarkeit. Tickets können bei den beteiligten Hotels oder auf www.literarischer-fruehling.de reserviert werden.

Hintergrund

Franz von Waldeck war schon zu Lebzeiten eine umstrittene Persönlichkeit. Wie andere Fürstensöhne wusste er sich schon früh einträgliche Kirchenämter zu verschaffen und lebte trotz Zölibat mit einer Frau zusammen, die ihm acht Kinder gebar. In der Hochphase der Reformation geriet er in den Focus der großen Politik, als 1533 in Münster radikale protestantische Sektierer der Täufer-Bewegung die Macht ergriffen und den Niederländer Jan Bockelson zu ihrem Führer und Propheten ausriefen. Dieser „König der letzten Tage“ – so auch der Titel des Films – verfolgte brutal alle Gegner und führte die Vielweiberei ein. Der Bischof konnte jedoch mit Unterstützung des Landgrafen Philipp von Hessen und anderer Fürsten die Stadt zurückerobern und übte grausame Rache.

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