„So schnell geht die Welt nicht unter“

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Waldeck-Frankenberg. Schon seit Urzeiten war es den Menschen wichtig, sich einen Überblick über die Zeit zu verschaffen. Dazu wurden im Verlaufe der

Waldeck-Frankenberg. Schon seit Urzeiten war es den Menschen wichtig, sich einen Überblick über die Zeit zu verschaffen. Dazu wurden im Verlaufe der Menschheitsgeschichte unterschiedliche Kalendersysteme entwickelt und genutzt, ja auch reformiert.

In ihrer Weiterentwicklung enthielten sie nicht nur eine Jahresübersicht, sondern auch genaue Monats-, Wochen-, und Tagesübersichten mit Sonnenauf- und Untergängen, Mondauf- und Untergängen oder wechselnde Sternbilder am nächtlichen Firmament. Unsere Altvorderen nutzten diese Tabellen zum Beispiel für Aussaat und Ernte, die Bestimmung des Zeitpunktes für Zahlungs- und Darlehensforderungen, ja auch für rituelle Zwecke. Die genauen Beobachtungen des Sonnen- und Mondlaufs sowie die auftretenden Mondphasen bildeten in allen Kulturen die Grundlage für die jeweiligen Kalender und Zeitbestimmung.

Mehrere Maya-Kalender

So war es auch bei der Entwicklung der Maya Kalender und es ist durchaus kein Schreibfehler, wenn von den  Maya-Kalendern (in der Pluralform) die Rede ist, denn es gibt den für rituelle Zwecke genutzten "TZOLKIN-Kalender", den für den täglichen Gebrauch genutzten "HAAB-Kalender" und die so genannte "LANGE-ZÄHLUNG", die eine Kombination aus dem 260 Tage umfassenden "TZOLKIN-" und den 365 Tage umfassenden "HAAB-Kalender" darstellt und einen Zeitraum von 52 Jahren als eine Kalender-Runde vorgibt.

Unterschiedliche Zeitspannen

Der gregorianische Kalender, mit dem wir heute arbeiten, wird bekanntermaßen aus Tagen, Monaten und Jahren gebildet. Die Mayas hingegen unterteilten ihren Kalender in die Begriffe KIN, WINAL, TUN, KATUN und BAKTUN ein, wobei ein KIN den Zeitraum von einem Tag, ein WINAL 20 Tage, ein TUN 360 Tage, ein KATUN 7.200 Tage und ein BAKTUN 144.000 Tage bezeichnet. Auch wenn die Bezeichnungen unterschiedlich sind, so ist doch beiden Kalendern eines gemeinsam: Ein Kalender, ganz gleich welcher, kann immer fortgeschrieben werden und endet nie. Dabei sind die Bezeichnungen für die jeweiligen Zeitspannen völlig unerheblich.

Während sich der "HAAB-Kalender" auf die astronomischen Beobachtungen unseres Zentralsterns Sonne und unseres ständigen Begleiters den Mond beziehen, fällt der für rituelle Zwecke genutzte "TZOLKIN-Kalender" aus dem Rahmen, denn bis dato konnten in der Maya-Forschung keinerlei Hinweise darauf gefunden werden, auf welcher Grundlage dieser Kalender basiert – geschweige denn, dass sich irgend welche mystischen Vorhersagen auf das Datum 21.12.2012 unseres gregorianischen Kalenders ableiten ließen.

Keine Untergangs-Szenarien

Selbst in der in esotherischen Kreisen in diesem Zusammenhang des öfteren zitierten 800 Jahre alten Handschrift der Maya Kultur, dem  "Dresdner Codex", lassen sich beim besten Willen keine Untergangsszenarien ableiten. Besagter Codex ist zwar eine Fundgrube was die Erforschung der Maya-Kultur an sich anbetrifft, stellt aber hauptsächlich ein Handbuch für die Priester der Maya-Kultur dar und beinhaltet neben zahlreichen religiösen Texten auch Zahlenkolonnen und Daten, die der Priesterschaft Hilfestellung beim berechnen des Kalenders geben sollten.

Folgetage

Der 21. Dezember 2012 unseres Kalenders wird in der Schreibweise der Mayas 12.19.19.17.19 lauten, wobei der Folgetag dann die Zahlenfolge 13.0.0.0.0 ausweisen wird und der 23. Dezember hat dann das Maya Kalenderdatum 13.0.0.0.1. Folgerichtig trägt Heiligabend dann das Maya Datum 13.0.0.0.2. und so weiter.

"Baktun-Wechsel"

Das einzige was nach dem Maya Kalender im angesprochenen Zeitraum geschieht ist lediglich der Wechsel vom 12. BAKTUN zum 13. BAKTUN – und das ist durchaus vergleichbar mit dem Datumswechsel vom 31.12.1999 auf den 01.01.2000, wo ja im Vorfeld dieses Wechsels die wildesten Spekulationen kursierten, Esotheriker sich in den Medien tummelten und einen markanten Datumswechsel für ihre Ziele zweckentfremdeten.

Da war seinerzeit ja auch die Rede davon, dass die Computer abstürzen, unsere ganze Transportlogistik und die zivilisatorischen Errungenschaften zum Erliegen kommen und die Elektrizitätswerke aufgrund ausfallender Computersysteme zusammenbrechen würden.  Wobei auch damals drohend vorhergesagt wurde, dass die Menschheit durch Außeneinwirkungen zur radikalen Umkehr gezwungen würde... Und was passierte?

Leere Drohungen

Nichts von all diesen wirren Spekulationen trat ein. Die Computer übernahmen klaglos das neue Datum, die Sektkorken knallten in hell erleuchteten Räumen, die Menschen wünschten sich alles Gute zum neuen Jahr 2000 und eine vorhergesagte radikale Umkehr der Menschheit trat ebenfalls nicht ein.

Es wird weitergezählt

So ist es auch bei diesem Wechsel im Maya-Kalender. Er wird fortan weiter gezählt, es werden keine Gammastrahlen-Blitze aus den Weiten des Universums die Erde treffen, die Erdachse wird nicht kippen, es wird zu keinem Polsprung kommen, wir werden keine galaktischen Ebenen und keine dunklen Bereiche der Galaxie durchqueren, auch die Sonne wird keine bislang unbekannten Strahlungsblitze zu uns senden. Wir werden – wie auch schon in der Vergangenheit – das Christfest feiern, die Feiertage im Kreise der Familie oder mit Freunden verbringen und uns auf die Sylvesternacht freuen, in der wir dann den Freunden, Verwandten und Nachbarn unter Zurufen guter Wünsche das Jahr 2013 begrüßen.

Der Maya Kalender ist nur einer von vielen Kalendern,  die im Verlaufe der Menschheitsgeschichte genutzt wurden. Und ein Kalender zählt nun einmal ausschließlich die Tage – und sonst gar nichts. Die Mythologien der Mayas sind Geschichten, die aus ihrem Wissensstand und Blickwinkel all das verdeutlichen sollte, was um sie herum passierte.

Teil der Maya-Religion

Und wenn die Mayas sich vorgestellt haben, dass die Welt regelmäßig untergeht und wieder neu geschaffen wird – na, dann ist das Teil ihrer Religion gewesen und beschreibt mitnichten die Realität unserer Tage.

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