Schockanrufe – Litauische Banden haben es auf Russlanddeutsche abgesehen

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Frankenberg. "Litauische Banden haben es auf Russlanddeutsche abgesehen", meldet die Polizei. Erste Fälle sind im Landkreis Waldeck-Franken

Frankenberg. "Litauische Banden haben es auf Russlanddeutsche abgesehen", meldet die Polizei. Erste Fälle sind im Landkreis Waldeck-Frankenberg bekannt. Die Polizei spricht von "Schockanrufen" einer neuen Variante des Enkeltricks.

Es sind Telefonate in russischer Sprache. Dabei täuschen die Anrufer Notlage eines engen Familienmitgliedes vor und erbitten finanzielle Unterstützung, um zum Beispiel Krankenhauskosten begleichen zu können. Die Anrufer geben sie sich häufig als Rechtsanwälte oder Polizisten aus. Im Telefondisplay erscheint als Auslandsvorwahl die Nummer von Litauen 00370. "Ob die Anrufe aber tatsächlich aus Litauen kommen, muss noch ermittelt werden", so die Polizei.

Es wird vermutet, dass die Gauner litauische Mobiltelefone benutzen, aber sich hier in der Region aufhalten. Am vergangenen Mittwochnachmittag wurden drei solcher Fälle in Frankenberg bekannt.

"Gefängnisstrafe" für einen Treppensturz

Im ersten Fall gab der Anrufer in deutscher Sprache mit osteuropäischem Akzent vor, dass der Sohn der Familie eine Treppe hinuntergestürzt sei und dabei ein Mädchen verletzt habe. Zur Abwendung einer Gefängnisstrafe verlangte der Anrufer Geld. In einem zweiten Fall gab der Anrufer vor, dass ein Sohn verletzt sei. Um die Behandlungskosten zu begleichen wurde die Überweisung einer höheren Summe verlangt.

Die Trickbetrüger erbeuten 3.000 Euro

In einem dritten Fall waren die Betrüger mit ihrer Masche erfolgreich und ergaunerten 3.000 Euro. Telefonisch täuschte einer der Betrüger in russischer Sprache eine Notlage des Sohnes vor und gab vor, dass dieser dringend eine größere Summe Bargeld benötigt. Um der Sache Nachdruck zu verleihen kündigte er den aufgeregten Eltern die sofortige Abholung des Geldes an. Noch während des Telefonates klingelte es an der Haustür. Ein etwa 15 bis 16 Jahre alter Jugendlicher mit dunklen kurzen Haaren ließ sich das Bargeld aushändigen und verschwand dann wieder. Er kann nur unzureichend beschrieben werden. Er war etwa 165 cm groß und trug dunkle Kleidung.

Die Polizei warnt: "Diese Masche funktioniert nur mit Zeitdruck. Lassen Sie sich nicht von Unbekannten unter Druck setzen. Überlegen sie erst und nehmen sie zunächst Kontakt mit dem Familienmitglied auf, das sich in einer vermeintlichen Notlage befindet. Händigen Sie nie Bargeld an Unbekannte aus. Setzen sie sich sofort mit ihrer zuständigen Polizeidienststelle in Verbindung.

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