Schutz gegen Grippe-Welle während der Corona Pandemie

Die Chefärztin der Klinik für Innere Medizin am Kreiskrankenhaus Frankenberg, Dr. Elisabeth Pryss.
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Die Chefärztin der Klinik für Innere Medizin am Kreiskrankenhaus Frankenberg, Dr. Elisabeth Pryss.

Die Grippe-Schutzimpfung rückt in diesem Jahr durch die Corona-Pandemie verstärkt in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Die Chefärztin der Klinik für Innere Medizin am Kreiskrankenhaus Frankenberg, Dr. Elisabeth Pryss erklärt die Zusammenhänge:

Frankenberg - „Die Grippewelle tritt besonders in der nördlichen Halbkugel der Erde auf und dauert meist ab Januar drei bis vier Monate. Die Aktivität der Grippeviren ist immer unterschiedlich.

Man weiß, dass die Grippewelle kommen wird. Wie stark sie in diesem Jahr sein wird, kann man im Vorfeld nicht einschätzen.

Insbesondere Personen über 60 Jahre, Schwangere, Diabetiker, chronisch Kranke oder Immunschwache sollten die Impfung durchführen lassen. Denn sie haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Krankheit, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Die Impfung schützt auch das medizinische Personal.

Eigentlich ist das Risiko eine Grippe-Infektion erst einmal unabhängig von der Corona-Pandemie zu betrachten, doch diese greift in zweifacher Hinsicht in das Geschehen ein. Zuerst die gute Nachricht: Wir können davon ausgehen, dass die Einhaltung der Corona-Hygienemaßnahmen auch die Verbreitung der Grippe-Viren massiv stört, da die Influenza hauptsächlich durch Tröpfchen beim Niesen und Husten übertragen wird, so wie das Corona-Virus auch.

Das Robert-Koch-Institut konnte bereits im vergangenen Frühjahr beobachten, dass ab dem Einsetzen der Corona-Maßnahmen auch die Grippe-Welle schnell abflachte. „Das heißt aber nicht, dass wir damit aus dem Schneider wären. Auch wenn damit die Anzahl der Erkrankten niedriger bleibt, als in der letzten Grippesaison, sie könnte trotzdem in unserem Gesundheitssystem zur Überlastung führen, wenn zeitgleich viele Sars COVID 2-Patienten im Krankenhaus behandelt werden müssen. Angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen bekommt die Influenzaimpfung in diesem Jahr einen besonderen Stellenwert hat.

In den Kliniken kann eine Grippewelle sowohl Patienten als auch Ärzte und Pflegepersonal treffen. Daher ist eine hohe Impfrate des Personals auch von großer Bedeutung. Wer geimpft ist, kann die Grippe nicht weiterverbreiten. Die Impfung ist in der Regel gut verträglich, eine Schwellung an der Einstichstelle ggfs. schmerzhaft oder Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Kopf und Gliederschmerzen sind möglich und verschwinden in der Regel nach wenigen Tagen. Schwere Komplikationen sind extrem selten. Das Kreiskrankenhauses hat Impftermine für die Mitarbeiter bereits organisiert.

Da sich die Grippeerreger ständig verändern, wird die Zusammensetzung des Impfstoffs in jedem Jahr neu festgelegt, je nachdem welche Virentypen momentan im Umlauf sind. Daher ist es auch so wichtig, sich jedes Jahr aufs Neue impfen zu lassen.

Trotzdem bietet die Immunisierung keinen hundertprozentigen Schutz. Sie ist vergleichbar mit einem Regenschirm, der weitgehend, aber nicht komplett vor Regen schützt. Deshalb bleibt auch für geimpfte Personen wichtig, das Übertragungsrisiko zu minimieren. Die aktuellen Regeln Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Lüften) sind in gleichem Maße als Schutz gegen Influenza Viren wirksam“, betont die Internistin.

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