Schwarzarbeit nimmt zu: IG BAU fordert mehr Kontrollen auf Baustellen in Waldeck-Frankenberg

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Im vergangenen Jahr leiteten die Zöllner 39 Ermittlungsverfahren wegen nicht gezahlter Mindestlöhne ein. Der Schaden wegen hinterzogenen Steuern und Sozialabgaben belief sich auf rund 38 Millionen Euro.

Waldeck-Frankenberg - Um Schwarzarbeit auf Baustellen zu verhindern, sollen Baufirmen im Landkreis zukünftig häufiger Besuch vom Zoll bekommen. Das fordert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit Blick auf neue Zahlen des Bundesfinanzministeriums.

Danach kontrollierten Beamte im Bereich des zuständigen Hauptzollamts Gießen im vergangenen Jahr insgesamt 425 Bauunternehmen. Dabei leiteten die Zöllner 39 Ermittlungsverfahren wegen nicht gezahlter Mindestlöhne ein. Der Schaden wegen hinterzogenen Steuern und Sozialabgaben belief sich auf rund 38 Millionen Euro. Die IG BAU Nordhessen nennt die Zahlen „alarmierend“.

Der Anteil schwarzer Schafe in der Baubranche sei nach wie vor sehr hoch. „Selbst dabei ist noch von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen. Viele Dumping-Firmen gehen nicht ins Netz des Zolls, weil die Beamten mit den Kontrollen überhaupt nicht hinterherkommen“, sagt IG BAU-Bezirksvorsitzender Klaus Michalak. Angesichts des aktuellen Baubooms sei davon auszugehen, dass auch die illegale Beschäftigung stark zugenommen habe.

„Das Ausmaß krimineller Machenschaften in der Branche ist enorm. Deshalb müssen die Behörden auch in Waldeck-Frankenberg viel stärker kontrollieren“, so Michalak. Hierfür benötige der Zoll jedoch mehr Personal, auch beim Hauptzollamt Gießen. Die IG BAU fordert bundesweit mindestens 10.000 Beamte bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Zuletzt waren lediglich 6.400 Planstellen besetzt.

Um mehr Möglichkeiten im Kampf gegen Schwarzarbeit zu haben, schlägt die IG BAU die Schaffung von Schwerpunktstaatsanwaltschaften vor. Auch die Gewerkschaften könnten an den Kontrollen beteiligt werden. „Die Schweiz hat damit gute Erfahrungen gemacht“, sagt Michalak. Nach dem „Genfer Modell“ machen dort Gewerkschaften und Arbeitgeber gemeinsame Kontrollen auf Baustellen.

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