Schweren Unfällen mit Feuerwerk vorbeugen

+

Das Regierungspräsidium in Kassel rät zur Vorsicht und Rücksicht beim Umgang mit Feuerwerk zum Jahreswechsel.

Waldeck-Frankenberg. Damit beim Jahreswechsel das Feuerwerk sichere Kunst bleibt, weist das Regierungspräsidium in Kassel darauf hin, dass pyrotechnische Gegenstände der Klasse II / Kategorie 2 (das sind z.B. Raketen oder Böller) nur am 31. Dezember und am 1. Januar abgebrannt werden dürfen. Pyrotechnische Gegenstände der Klasse I / Kategorie 1, wie zum Beispiel Wunderkerzen, dürfen während des ganzen Jahres verwendet werden. Es gibt allerdings auch regionale Verwendungsbeschränkungen der zuständigen Ordnungsbehörden.

Pyrotechnische Gegenstände der Klasse I / Kategorie 1 dürfen nur an Personen ab 12 Jahren und der Klasse II / Kategorie 2 an Personen ab 18 Jahren abgegeben werden. Dasselbe gilt natürlich für die Verwendung von Feuerwerkskörpern.

Alle Eltern werden aufgefordert darauf zu achten, dass ihre Kinder nicht in den Besitz von pyrotechnischen Gegenständen der Klasse II / Kategorie 2 gelangen. Schwerste Verletzungen mit bleibenden Behinderungen und Entstellungen können die Folge sein.

Besonders gewarnt wird vor der Verwendung von nicht zugelassenen bzw. nicht konformitätsbewerteten Feuerwerksartikeln.

Feuerwerksartikel mit der alten "BAM-Nummer" (Zulassungszeichen) dürfen noch bis 2017 vertrieben und verwendet werden (BAM PI-Nr. … oder BAM PII-Nr. …). Seit 2009 ist neu auf den Markt gebrachtes Feuerwerk im gesamten EU-Raum mit dem CE- Zeichen und einer Registriernummer (z.B. 0589-F1-… oder 0589-F2- …) gekennzeichnet. Die Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM) in Berlin vergibt außerdem für in Deutschland verwendetete Feuerwerksartikel Identifikationsnummern wie z.B. BAM-F2-….

Das Herstellen und Verwenden von Feuerwerken Marke "Eigenbau", bei denen es sich um Explosivstoffe handelt, die "Bastler" aus handelsüblichen Substanzen mischen, ist lebensgefährlich und strafbar! Die alljährlichen Unfälle mit diesen Explosivstoffen zeigen die oft verheerende Wirkung: Splitter und andere Wurfstücke werden zu gefährlichen Geschossen, und immer wieder kommt es zu Verbrennungen und Verstümmelungen, die den "Bastler" oder Unbeteiligte ihr Leben lang zeichnen.

Auch wird davor gewarnt, Feuerwerksartikel unbekannter Herkunft aus dem Internet zu bestellen. Leider kam es in diesem Zusammenhang Ende November dieses Jahres zu einem tödlichen Unfall in Thüringen. Auf diversen Web-Seiten werden oftmals im Ausland pyrotechnische Gegenstände angeboten, die in Deutschland unter die Erlaubnispflicht fallen und nur von Profipyrotechnikern verwendet werden dürfen.

Aber auch mit geprüften Feuerwerksartikeln kann es zu schweren Unfällen kommen. Mit einfachen Maßnahmen lassen sich diese Unfälle vermeiden: Raketen startet man am besten aus einem leeren Getränkekasten mit Glasflaschen in ausreichender Höhe (z.B. Wasserflaschen). So kann nichts umkippen und man muss sich nicht so mit dem Sekt beeilen – denn: Alkohol und Feuerwerk vertragen sich schlecht.

Auch das seit einigen Jahren erhältliche und sehr effektvolle Batterie- und Verbundfeuerwerk kann ganz einfach gegen Umfallen gesichert werden - beispielsweise mit zwei Backsteinen.

"Gegenstand auf den Boden legen, am äußersten Ende der Zündschnur anzünden und sich rasch entfernen". Viele kennen den Satz bereits auswendig – trotzdem halten sich die wenigsten daran. Oft enthält die Gebrauchsanweisung auch zusätzliche Hinweise, beispielsweise zum Sicherheitsabstand.

Wenn ein Feuerwerkskörper mal nicht richtig funktioniert, sollte nicht versucht werden, ihn direkt noch einmal anzuzünden. Es sind einige Minuten zu warten, bevor man sich ihm nähert. Batteriefeuerwerk hat für solche Fälle eine Ersatzanzündung, andere Blindgänger sind mit einem ausgiebigen Wasserbad unschädlich zu machen.

Für das sichere Anzünden von Feuerwerksartikel, sollten sogenannte Zündlichter Verwendung finden. Auch sie sind im Feuerwerkshandel erhältlich.

Auch ist darauf zu achten, wo ein Feuerwerk abgebrannt wird: Das Abbrennen von Feuerwerk in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern ist verboten. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

Nach Abschluss des Feuerwerks ist darauf zu achten, dass keine Blindgänger liegen bleiben. Diese könnten möglicherweise am Neujahrstag von Kindern aufgesammelt werden und zu Unfällen führen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Die wöchentlichen Fallzahlen zum Coronavirus in Hessen

Die Zahl der mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 Infizierten, die registriert wurden, ist in Hessen seit des Ausbruchs der Pandemie nun auf 158.968 Menschen (Stand:18. Januar …
Die wöchentlichen Fallzahlen zum Coronavirus in Hessen

229 neue Infektionen in sieben Tagen im Landkreis

Das aktuelle Lagebild der Fallzahlen zu Covid-19 für Waldeck-Frankenberg registriert insgesamt 3.438 Menshen, die sich seit dem Corona-Ausbruch mit dem Virus …
229 neue Infektionen in sieben Tagen im Landkreis

Jetzt kommt die Testoffensive: Bis zu 400.000 Coronavirus Untersuchungen am Tag

Forscher in Frankfurt haben ein Verfahren entwickelt, mit dem die Testkapazitäten zum Nachweis von SARS-CoV-2 ab sofort weltweit um ein Vielfaches erhöht werden können.
Jetzt kommt die Testoffensive: Bis zu 400.000 Coronavirus Untersuchungen am Tag

350 Liter Diesel aus Lkw bei Bad Arolsen abgezapft

Der Treibstoffdieb hat auf dem Parkplatz Helser Tannen zugeschlagen.
350 Liter Diesel aus Lkw bei Bad Arolsen abgezapft

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.