"Seitwärtsbewegung" am Arbeitsmarkt

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Hessen. Die Rezession in Europa bremst die hessische Wirtschaft, von einem konjunkturellen Einbruch kann aber keine Rede sein. "Die gute Nachrich

Hessen. Die Rezession in Europa bremst die hessische Wirtschaft, von einem konjunkturellen Einbruch kann aber keine Rede sein. "Die gute Nachricht ist, dass die hessische Wirtschaft bisher allen Turbulenzen trotzt und auf Wachstumskurs bleibt. Weder Deutschland noch Hessen dürften in eine Rezession abgleiten. Vieles spricht dafür, dass die Weltwirtschaft 2013 wieder an Schwung gewinnt, und die Wirtschaft in Hessen hiervon profitiert. Flankiert vom Baugewerbe entwickeln derzeit vor allem die Unternehmen aus der Information und Kommunikation sowie spezialisierte Unternehmensdienstleister eine hohe Dynamik und erweisen sich als Wachstumstreiber". Das erklärte die Präsidentin des Hessischen Statistischen Landesamtes, Dr. Christel Figgener anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse des Gutachtens "Konjunkturprognose Hessen 2013".

Laut Gutachten wird das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in Hessen im Jahr 2012 voraussichtlich um 1,0 Prozent (Deutschland: plus 0,8 Prozent) gegenüber dem Vorjahr wachsen. Im Jahr 2013 dürfte die hessische Wirtschaft aufgrund einer wieder anspringenden Investitionstätigkeit und einer Belebung des Außenhandels um 1,3 Prozent (Deutschland: plus 1,0 Prozent) erneut — und mit Blick auf die rezessive Entwicklung in vielen europäischen Staaten sogar vergleichsweise stark — wachsen. Einer nur schwachen Entwicklung im Bereich der Finanz- und Versicherungsdienstleister (plus 0,5 Prozent), stehen vor allem eine positive Entwicklung bei den Unternehmen aus dem Bereich "Verkehr und Lagerei" (plus 3,5 Prozent), der Informations- und Kommunikationssparte (plus 3,2 Prozent) sowie dem Baugewerbe (plus 2,4 Prozent) gegenüber. Die in Hessen vergleichsweise bedeutenden Unternehmensdienstleister gewinnen ebenfalls stark an Wertschöpfung (plus 2,5 Prozent) und stabilisieren die konjunkturelle Entwicklung des Dienstleistungsbereichs. Dieser dürfte mit 1,6 Prozent stärker wachsen als das Produzierende Gewerbe (1,3 Prozent).

Die Regionaldirektion Hessen und das IAB Hessen gehen für das Jahr 2013 von einer leichten Zunahme der Arbeitslosigkeit aus. Gleichzeitig wird ein Anstieg der Beschäftigung erwartet. Die Wissenschaftler des IAB sehen die Arbeitslosigkeit um rund 3000 Personen ansteigen; somit wer-den in Hessen im Jahresdurchschnitt 181 000 Arbeitslose erwartet. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wird auf rund 2 300 000 anwachsen (rund 20 000 oder knapp 1,0 Prozent).

"Nach unseren Prognosen bleibt der hessische Arbeitsmarkt stabil, auch wenn die aktuell verfügbaren Frühindikatoren Risiken erkennen lassen. Den Aufbau der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung bei einem gleichzeitigen Stagnieren bzw. Ansteigen der Arbeitslosenzahlen beobachten wir seit einiger Zeit. Diese auf den ersten Blick widersprüchliche Entwicklung lässt sich durch eine Reduzierung der Stillen Reserve, also der Personen, die trotz Arbeitsfähigkeit sich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stellen, sowie Zuwanderung erklären", so Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen.

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