Seniorin wollte fast 25.000 Euro für ein Bibel-Foto zahlen

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Eine 78-jährige Frau aus Bad Wildungen ließ sich von einem 30-Jährige aus Detmold überzeugen, 25.000 Euro für eine Bibel auf einem Foto zu zahlen.

Bad Wildungen. Besonders häufig haben es aktuell Betrüger an der Haustür auf Senioren abgesehen, die sich in ihren vier Wänden vermeintlich sicher fühlen. Ziel dieser unliebsamen Besucher ist es, in die Wohnung gebeten zu werden; denn dort sind in aller Regel weder Zeugen noch andere Personen zu erwarten, die die kriminellen Pläne durchkreuzen könnten.

Den Betrügern sind ihre finsteren Absichten in den seltensten Fällen anzusehen. Die Täter treten in ganz unterschiedlichen Rollen auf: Mal geben sie sich als seriös gekleideter Geschäftsmann, mal werden sie als Handwerker in Arbeitskleidung, als Hilfsbedürftiger oder sogar als angebliche Amtsperson vorstellig.

Um ans Ziel zu gelangen, überraschen die Täter immer wieder durch außerordentlichen Ideenreichtum. Der durch sie verursachte finanzielle Schaden ist oft nicht wieder auszugleichen. Dies musste auch eine 78-jährige Frau aus Bad Wildungen erfahren, die auf einen seriös wirkenden Betrüger hereinfiel.

Nur dem aufmerksamen Mitarbeiter einer Bank in der Brunnenstraße hat sie es zu verdanken, dass sie ihre Ersparnisse nicht an den windigen Betrüger verlor.

Der Fall fiel auf, als die Seniorin entgegen ihrer Gewohnheiten eine mittlere vierstellige Summe von ihrem Konto abhob. Anschließend verließ sie die Bank und stieg in ein Fahrzeug mit einem Kennzeichen aus dem Landkreis Lippe ein. Der Bankmitarbeiter merkte sich das Autokennzeichen und verständigte sofort die Polizei, weil er so ein "Bauchgefühl" hatte.

Kurze Zeit später in der Wohnung der Bad Wildungerin trafen die herbeigeeilten Polizisten auf den Fahrer des Fahrzeuges aus dem Landkreis Lippe. Der Mann hatte der 78-Jährigen eine vermeintlich sehr teure Bibel im Wert von 25.000 Euro angeboten und eine Anzahlung von mehreren Tausend Euro verlangt.

Die Bibel hatte der Mann allerdings nicht im Original dabei, sondern legte lediglich eine Fotografie vor. Nachdem die Seniorin einen Kaufvertrag unterschreiben hatte, fuhr man gemeinsam zur Bank, um die "Anzahlung" abzuholen.

Der 30-jährige "Verkäufer" aus Detmold vorläufig festgenommen, der Kaufvertrag rückgängig gemacht. Die Polizei prüft nun, ob noch weitere Senioren auf diese Masche hereingefallen sind. "Die Bad Wildungerin ist vermutlich kein Einzelfall", so die Polizei. Die Betrüger kontaktieren ihre meist älteren Opfer zunächst am Telefon und vereinbaren dann einen Besuchstermin, bei dem angeblich hochwertige Bibeln oder andere wertvolle Gegenstände zum Kauf angeboten werden. Diese Gegenstände werden allerdings lediglich als Fotografie gezeigt.

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