SEPA gilt nun auch für Verbraucher

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Die Tatverdächtigen gingen bei allen Fällen zunächst gleich vor. Sie brachen bei sieben im Stadt und Landkreis Kassel ansässigen Banken die meist im Vorraum befindlichen Briefkästen auf und entnahmen die darin eingeworfenen, bereits ausgefüllten Überweisungsträger. Anschließend füllten sie mit den darauf vermerkten Kontodaten neue Überweisungsträger mit neuen Empfängerdaten und höheren Überweisungsbeträgen zwischen 6.750,- und 31.500,- Euro neue Überweisungsträger aus und warfen sie anschließend in den von ihnen wieder geschlossenen Briefkasten ein oder gaben sie bei der Post auf. Die von den Tätern totalgefälschten Formulare tauchten später bei gleichen oder anderen Banken in und um Kassel auf. In den meisten Fällen ist es den Mitarbeitern der jeweiligen Banken zu verdanken, dass es zu keinen Überweisungen kam. In anderen Fällen sind die Betrügereien den Opfern beim Überprüfen der Kontobewegungen aufgefallen.

„Wir alle profitieren davon“, Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer zum Start von SEPA (Single Euro Payments Area) für Verbraucher.

Wiesbaden. "Heute verabschieden wir uns endgültig von Kontonummer und Bankleitzahl, denn am Montag startet mit SEPA das neue europäische Zahlungsformat nun auch für Verbraucher. Wir alle profitieren davon, denn Überweisungen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums werden deutlich schneller und sicherer ausgeführt", sagte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer heute in Wiesbaden.

SEPA (Single Euro Payments Area) gilt ab dem 1. Februar für Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen in den 28 EU-Staaten, den weiteren EWR-Ländern Island, Liechtenstein und Norwegen sowie der Schweiz, Monaco und San Marino. "Ich möchte nochmals an alle Verbraucher appellieren, alte Überweisungsvordrucke zu entsorgen. Wer jetzt noch Kontonummer und Bankleitzahl verwendet, riskiert, dass seine Zahlung nicht von den Banken abgewickelt wird und er in Zahlungsverzug kommt", warnt Schäfer.

Die meisten Banken hatten bisher noch Umrechnungsleistungen angeboten, die übergangsweise die Verwendung des alten Formats ermöglichten. Damit sei nun Schluss. Die einheitliche europäische Zahlungslandschaft umfasst insgesamt 34 Länder. Zahlungen seien durch eine neu eingeführte Prüfzimmer innerhalb der IBAN (International Bank Account Number) zudem sicherer, da etwaige Fehler bei der Zahlenabfolge von den Banken leichter erkannt werden können, so Schäfer.

Institutionelle Bankkunden wie Unternehmen, Vereine und öffentliche Verwaltungen hatten ihren Zahlungsverkehr bereits zum 1. August 2014 auf das neue SEPA-Verfahren umgestellt. Der BIC ist ab sofort nur noch bei Zahlungen in Länder außerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes – also beispielsweise der Schweiz – erforderlich.

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