Sind noch alle Teile da?

Das alte Postgebude.Korbach. Schon seit Jahren sorgt das Thema immer mal wieder in grer werdenden Abstnden nicht

Das alte Postgebude.

Korbach. Schon seit Jahren sorgt das Thema immer mal wieder in grer werdenden Abstnden nicht nur bei ehemaligen Postlern, sondern auch bei der Bevlkerung der Kreisstadt fr Diskussionsstoff. Erbaut in den Jahren 1888/89 stellte das Portal des ehemaligen Postgebudes am Berndorfer Tor mit stattlichen 6,3 Metern Hhe ein eindrucksvolles Beispiel dar fr neo-barocke Steinmetzarbeit dar. Umso unverstndlicher ist es, dass es nach dem Abriss des Gebudes und der Einlagerung des Portals im stdtischen Bauhof im Jahr 1978 keine praktikable Lsung fr seine Wiederverwendung zu geben schien. Ganz nah dran an einer Wiederverwendung schien man bei dem Neubau des alten Molkereigebudes am Nordwall im Jahr 2005 zu sein, entschied sich aber kurzfristig fr eine andere Eingangsgestaltung. Im Rahmen des Umbaus eines Bcher- und Schreibwarengeschftes, das sich am Standort des alten Postamtes befindet, stellt sich aktuell einmal wieder die Frage, warum das Portal nicht in die Neugestaltung des Geschftes zu integrieren war. Der Eigentmer teilte auf Anfrage mit, die Idee der Verwendung des Postportals sei zu Beginn der Planungen zwar kurz aufgekommen, dann aber verworfen worden, weil es nicht in unser Bild passte und die Restaurationskosten bestimmt betrchtlich gewesen wren. Mit der Stadt Korbach habe es keine Kontakte dazu gegeben.Verpasste Chance? So rottet der alte Sandstein des Portals weiter langsam vor sich hin, gert immer mehr in Vergessenheit, und es stellt sich die Frage, ob er jemals wieder zu einer angemessenen Verwendung kommt oder irgendwann entsorgt wird.

Es wchst nicht nur Gras ber die Sache, sondern im wahrsten Sinne des Wortes auch ber die Teile des Portals, die an einer Scheune auerhalb der Stadt auf Paletten lagern. Gerchten, dass die eingelagerten Steine gar nicht mehr komplett seien, erteilt auf Nachfrage Broleiter Heinz-Willy Mller von der Stadtverwaltung eine Absage. Die Teile lagerten sicher und vollstndig unter Dach. Es fehle allerdings an konkreten Vorschlgen fr einen neuen Standort, die Umfrage einer Zeitung vor drei Jahren habe keine Ergebnisse gebracht. Die Stadt sei ernsthaft an einer Mglichkeit der Wiederverwendung interessiert. Ein ganz kleiner Teil ist zumindest fr die Nachwelt im Korbacher Wolfgang Bonhage Museum ausgestellt. Eine Prsentation des gesamten Portals innerhalb oder auerhalb des Gebudes ist fr die Museumsleitung allerdings nicht vorstellbar. Warum haben es Beteiligte in 31 Jahren nicht geschafft, einen angemessenen Platz fr das dekorative Portal zu finden? Nur eine Frage des Standorts? Mittlerweile auch eine Kostenfrage! Vor drei Jahren gab es bereits eine kleine Brgerinitiative zur Wiederaufstellung mit einer Unterschriftenliste, die dem Brgermeister bergeben wurde. Ein klein wenig Hoffnung kann Stadtverodnetenvorsteher Heinz Merl verbreiten. Es ist der Meinung, dass bei der angedachten Umgestaltung der Fugngerzone am Berndorfer Tor ein geeigneter Platz gefunden wird, an dem das Portal zumindest in Teilen aufgestellt werden kann. Es stelle sich aber auch die Frage, inwieweit bei knapper Kassenlage der Kommunen der Bevlkerung die Ausgaben von geschtzten 40.000 Euro fr eine derartige Manahme zu vermitteln seien, teilte er auf Anfrage mit. Auch das Bauamt der Stadt signalisiert Gesprchsbereitschaft in dieser Frage: Wenn die Kosten geklrt sind und ein angemessener Platz gefunden wird, sind wir sehr interessiert!Die den Abriss beschlossen haben, knnen wir heute nicht mehr fragen, andere haben das Sagen an ihrer Stelle. Vielleicht gibt es doch noch Vorschlge aus der Bevlkerung oder sogar Interesse an einer Spendenaktion. Oder wir fragen in 30 Jahren noch einmal nach, doch dann wird sich bestimmt niemand mehr erinnern, und die alten Steine werden wohl auch endgltig zerfallen sein.

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