Solidarische Landwirtschaft: Priska Hinz besucht Falkenhof in Korbach

Ministerin Priska Hinz, Moritz Wintzer-Brand mit Ehefrau Jenny, Jens Weidemann mit Ehefrau Carolin, Daniel May, Jürgen Frömmrich und Mitglieder der ,,Grünen“ Ortsgruppe Korbach.
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Ministerin Priska Hinz, Moritz Wintzer-Brand mit Ehefrau Jenny, Jens Weidemann mit Ehefrau Carolin, Daniel May, Jürgen Frömmrich und Mitglieder der ,,Grünen“ Ortsgruppe Korbach.
Die Hessische Staatsministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Priska Hinz informierte sich auf dem Falkenhof in Korbach-Strothe über das Konzept der solidarischen Landwirtschaft.
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Die Hessische Staatsministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Priska Hinz informierte sich auf dem Falkenhof in Korbach-Strothe über das Konzept der solidarischen Landwirtschaft.
Die Hessische Staatsministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Priska Hinz informierte sich auf dem Falkenhof in Korbach-Strothe über das Konzept der solidarischen Landwirtschaft.
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Die Hessische Staatsministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Priska Hinz informierte sich auf dem Falkenhof in Korbach-Strothe über das Konzept der solidarischen Landwirtschaft.
Besichtigung der Anbauflächen.
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Besichtigung der Anbauflächen.
Treibhaus mit Tomaten und Gemüse.
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Treibhaus mit Tomaten und Gemüse.
Gemüseanbaufläche, die nach Bedarf abgeerntet wird.
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Gemüseanbaufläche, die nach Bedarf abgeerntet wird.
Moritz Wintzer-Brandt präsentiert eine Süßkartoffel, die in den Anden beheimatet ist.
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Moritz Wintzer-Brandt präsentiert eine Süßkartoffel, die in den Anden beheimatet ist.

Priska Hinz hat sich auf dem Falkenhof in Korbach-Strothe über die solidarische Landwirtschaft informiert.

Korbach - Die Hessische Staatsministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Priska Hinz, hat sich auf dem Falkenhof in Korbach-Strothe über das Konzept der solidarischen Landwirtschaft informiert. Begleitet wurde sie vom Sprecher der grünen Fraktion für Wissenschaft, Hochschule, Weiterbildung und Forschung, Daniel May, und dem Sprecher für Innenpolitik, Medien, Netzpolitik und Sport, Jürgen Frömmrich.

In der solidarischen Landwirtschaft (Solawi) tragen mehrere private Haushalte die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebes, wofür sie im Gegenzug dessen Ertrag erhalten. Die Mitglieder tragen aber auch das Risiko einer Missernte. Inzwischen gibt es in Deutschland etwa 250 landwirtschaftliche Betriebe dieser Art, mit steigender Tendenz. Der Falkenhof hat derzeit aus Korbach und den umliegenden Dörfern 98 Mitglieder, die monatlich 60 Euro in die landwirtschaftliche GbR einzahlen, um die geschätzten Jahreskosten der landwirtschaftlichen Erzeugung zu finanzieren. Aus Strothe sind inzwischen über 10 Prozent der Einwohner Mitglied.

Ein- bis zweimal die Woche kommen die Mitglieder, um für sich die im Voraus geschätzten Mengen an Obst, Kartoffeln, Gemüse, Eier und so weiter in echter Bio-Qualität abzuholen. Um den Weg nach Strothe zu ersparen, gibt es inzwischen auch eine Abholstelle in Korbach. Diese Art der erweiterten Selbstversorgung ermöglicht es auch, auf Wunsch ausgefallene Sorten anzubauen.

Auf dem Hof leben zwei Familien mit drei Kindern, ein Hund, drei Katzen, vier Kaninchen, 14 Hühner und ein Hahn. Zwei weitere Familien haben Interesse bekundet, ebenfalls einzuziehen. Vier Gärtner mit zusammen 2,5 vollen Stellen und einige Ehrenamtliche sind dort beschäftigt. Vor zwei Jahren starteten Jens Weidemann, dessen Vorfahren der Hof gehörte, und Moritz Wintzer-Brandt das Projekt und gründeten eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), bei der jeder Inhaber ist. Jens Weidemann studierte Spanisch und Ethnologie mit Schwerpunkt technische Zusammenarbeit (Entwicklungshilfe), anschließend folgte ein Studium der Landwirtschaft. Moritz Wintzer-Brandt ist Agrar-Ingenieur. Die Mitglieder werden von den Ehefrauen Jenny Wintzer-Brandt und Carolin Weidemann verwaltet. Der Falkenhof gibt nicht nur Lebensmittel ab, sondern will auch eine Art Lebensgefühl vermitteln. Alle Mitglieder decken in jeder Beziehung ein breites Spektrum der Gesellschaft ab und wollen wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen. Da man nicht an EU-Normen gebunden ist, liegt der Produktionsverlust bei nahezu null.

Die Ministerin: „Ich finde das spannend, was Sie so alles aufgebaut haben. Mich interessiert besonders, was Sie für Probleme und Hindernisse haben. Es ist wichtig, weil wir in den nächsten zwei Jahren die neuen Förderrichtlinien erarbeiten. Für die Landkreise gibt es Ausschreibungen für eine Ökomodellregion in Hessen.“ Moritz Wintzer-Brandt: „Aus dem Nichts in die Landwirtschaft kostet am Anfang 50- bis 100.000 Euro. Wir sind zu klein, um staatliche Fördermittel zu bekommen. Die Fördermittel sind auf konventionelle Landwirtschaft zugeschnitten. Ich will mich nicht mit Betrieben messen, mit denen ich mich nicht messen kann. Wir betreiben auf zwei Hektar Gemüseanbau. Als nächstes wollen wir Getreideanbau betreiben, haben aber nicht genug landwirtschaftliche Fläche zur Verfügung. Es ist schwierig, in neue Pachtverhältnisse reinzukommen. 99 Prozent der frei werdenden Flächen gehen an Großbauern.“ Priska Hinz: „Viele ältere Bauern, die keine Nachfolger haben, geben ihre Betriebe ab. Dies ist eine Chance zur Übernahme. Bei der Investitionsförderung in der Landwirtschaft haben wir ein Grundsatzproblem und durch die Überprüfung von Labels und Zertifizierungen einen riesigen Verwaltungsaufwand. Die große Koalition in Berlin hat die Zuschüsse für Fördermittel der Länder von sechs auf drei Prozent gekürzt.“ Die Ministerin will sich bemühen, für „Solawi“ ein Spezialprogramm aufzulegen, dazu wird man jedoch auf Bundesebene ein neues Label gestalten müssen.

„Es war sehr spannend und habe neue Erkenntnisse gewonnen. Man muss überlegen, ob man auf EU-Ebene nicht auch ein Innovationsprojekt durchführt. Denn durch das, was in Hessen klappt, hat man ein Vorzeigeprojekt,“ erklärt die Ministerin abschließend.

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