Sprung in die Freiheit: Auswilderung von zwei jungen Wildkatzen in Nordhessen

Region. Jetzt ist es nur noch ein Katzensprung in die Freiheit. Am Donnerstagabend begann für die beiden Wildkatzenbabys, die vor viereinhalb Monaten

Region. Jetzt ist es nur noch ein Katzensprung in die Freiheit. Am Donnerstagabend begann für die beiden Wildkatzenbabys, die vor viereinhalb Monaten von Spaziergängern im Werra-Meißner-Kreis aufgesammelten worden waren (wir berichteten), der Weg zurück in die Wildnis.

Neuland betreten damit nicht nur die inzwischen prächtig herangewachsenen Kater, sondern auch das Forstamt in Wehretal: Es ist die erste Auswilderung von Wildkatzen in Nordhessen.

Der verantwortliche Naturschutzförster Felix Jung ist optimistisch, dass die von Menschenhand aufgezogenen Tiere sich schnell in ihrem neuen Lebensraum zurecht finden werden. An einem abgelegenen und streng geheimen Standort wurde extra für diesen Zweck ein kleines Auswilderungsgehege aufgebaut.

"In ihrem Unterschlupf bleiben die Wildkatzen zunächst für einige Tage eingesperrt, damit sie sich eingewöhnen", erklärt Jung. Dann werde eine kleine Klappe geöffnet, damit die Tiere sich frei im Wald bewegen und selbst auf die Jagd gehen können. Während der dieser Zeit werden sie weiterhin gefüttert. "Doch wenn alles klappt", so der Förster, "werden die Brüder immer ausgedehntere Ausflüge unternehmen, jeweils ein eigenes Revier erobern und dann gar nicht mehr in das Gehege zurückkehren."

Der Beginn der Auswilderung hieß auch Abschied nehmen für Mark Pudenz. Der Spezialist für die Aufzucht und Pflege von Wildtieren hatte die Wildkatzenbabys aufgenommen und aufgepäppelt.

"Es ist höchste Zeit, dass die beiden in die Freiheit kommen", betont er. Schließlich waren die äußerst agilen Samtpfoten in den letzten Tagen schon mehrfach aus ihrem Käfig im Garten des Tierschützers in Niederurff im Schwalm-Eder-Kreis ausgebrochen und mussten wieder eingefangen werden.

"Diese Tiere gehören in den Wald. Nur hier finden sie optimale Lebensbedingungen", bekräftigt auch Forstamtsleiter Dr. Thomas Rysavy, der von der Oberen Naturschutzbehörde beauftragt wurde, die Auswilderung der besonders geschützten Katzenart tatkräftig zu unterstützen.

Die beiden Kater seien keine entlaufenen Hauskatzen, sondern Nachfahren der afrikanischen Falbkatze, die einst von Kreuzfahrern nach Europa gebracht wurden. Sein eindringlicher Appell geht deshalb an Spaziergänger: "Wer die scheuen und unter besonderem Schutz stehenden Katzen im Wald findet, sollte diese unbedingt an Ort und Stelle lassen und gegebenenfalls das zuständige Forstamt informieren."

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