Auf den Spuren der Todesmärsche

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Bad Arolsen. Der Wallstein Verlag Göttingen und der Internationale Suchdienst (ITS/International Tracing Service) Bad Arolsen haben das erste wissens

Bad Arolsen. Der Wallstein Verlag Göttingen und der Internationale Suchdienst (ITS/International Tracing Service) Bad Arolsen haben das erste wissenschaftliche Jahrbuch des ITS "Freilegungen - Auf den Spuren der Todesmärsche" präsentiert. Es widmet sich den erst seit wenigen Jahren in den Fokus der Forschung gerückten Todesmärschen aus Konzentrationslagern in der Endphase des Nationalsozialismus. "Die Sichtung eines wieder gehobenen Bestands im Archiv des ITS hat internationale Experten zusammengeführt, die im Jahrbuch erste Ergebnisse von anderthalb Jahren Forschungsarbeit präsentieren", sagte Dr. Susanne Urban, Mitherausgeberin und Bereichsleiterin Forschung beim ITS.

Ursprünglich als Suchdienst für Verfolgte und Opfer des Nationalsozialismus gegründet, entwickelt sich der ITS seit seiner Öffnung für die Forschung Ende 2007 in ein internationales Zentrum für Dokumentation, Information und Forschung über die nationalsozialistische Verfolgung, Zwangsarbeit und den Holocaust. "Das erste wissenschaftliche Jahrbuch ist ein Ausdruck dieser Entwicklung und ein weiterer Meilenstein auf dem Weg", so Mitherausgeber und ITS-Direktor Jean-Luc Blondel bei der Buchpräsentation.

Mit dem Jahrbuch beginnt der ITS eine Reihe wissenschaftlicher Publikationen, die sich in den kommenden Jahren fortsetzen soll. In drei Abschnitte gegliedert, enthält das Jahrbuch Perspektiven externer Wissenschaftler und Pädagogen auf die Sammlungen des ITS ("Erkenntnisse"), Darstellungen eigener Projekte und Interpretationen ("Nachrichten aus dem ITS") sowie jeweils einen zentralen thematischen Schwerpunkt ("Freilegungen").

Die Sammlung des ITS zum Thema Todesmärsche umfasst etwa zwölf laufende Meter. Dazu zählen Auskünfte von Kommunen, Zeugenberichte, Informationen zu Evakuierungstransporten, polizeiliche Ermittlungsberichte, Kartenmaterial und Originalunterlagen aus den letzten Tagen der Konzentrationslager. Die Dokumente ermöglichen zusätzliche Erkenntnisse zu den Zahlen der Häftlinge, einzelnen Schicksalen, den Routenverläufen, der Beteiligung der Bevölkerung und dem Umgang mit dem Thema im Nachkriegsdeutschland. "Die Wissenschaftler haben im Jahrbuch verschiedene Zugänge in der Darstellung dieses letzten organisierten Massenverbrechens des nationalsozialistischen Deutschlands gefunden", betonte Urban.

Als Autoren konnten angesehene Forscher, unter anderen Katrin Greiser, Albert Knoll, Marc Mazurovsky, Jörg Skribeleit und Reimer Möller, gewonnen werden. Auch der israelische Experte für das Thema, Professor Daniel Blatman, steuerte einen Beitrag bei.

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