Stadt Volkmarsen ist digitaler Vorreiter in Waldeck-Frankenberg

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Blicken in eine digitale Zukunft für Volkmarsen (vorne. v. l.): ekom21-Direktor Ulrich Künkel und Bürgermeister Hartmut Linnekugel. Hinten v. l.: ekom21-Kommunalberater Thomas David, Patrick Lehmann (ekom21), Ingo Sahl und Benjamin Mielke (beide Stadt Volkmarsen).

Dass durch die Digitalisierung viele Prozesse erleichtert und beschleunigt werden können, liegt auf der Hand. Das beste Beispiel liefert die Stadt Volkmarsen, bei der die Bürger immer mehr „Behördengänge“ online abwickeln können. Aber ist das auch wirklich sicher?

Volkmarsen. Deutschland hinkt im internationalen Vergleich bei der Digitalisierung hinterher – das ist nichts Neues. Dies hat erst kürzlich wieder eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bestätigt. Dass durch die Digitalisierung jedoch viele Prozesse erleichtert und beschleunigt werden können, liegt ebenfalls auf der Hand. Das beste Beispiel liefert die Stadt Volkmarsen, bei der die Bürger nun einige „Behördengänge“ online abwickeln können.

Das geschieht durch die Zusammenarbeit mit dem IT-Dienstleistungsunternehmen „ekom21“. So können unter dem Menüpunkt „Rathaus“ im Antragsportal beispielsweise Anträge für eine vorläufige Gaststättenerlaubnis oder für Plakatierungen gestellt werden. Außerdem befindet sich hier auch das Beschwerdemanagement, wo Bürger Missstände wie Müllablagerungen oder Straßenschäden melden können oder weitere Anliegen und Verbesserungsvorschläge mitteilen können.

Der Vorteil für die Behörde ist, dass die Meldungen schnell ohne großen Aufwand gesichtet, weitergeleitet und verarbeitet werden können. Auch die Bürger profitieren davon, weil sie sich einerseits nicht mehr an die festen Zeiten des Rathauses halten müssen, um Behördengänge zu erledigen und andererseits ihre Anträge viel schneller an die entsprechenden Fachbereiche weitergeleitet werden. Außerdem sei es aus ökologischer Sicht zu begrüßen, wie viel Papier durch die Digitalisierung eingespart werden könne.

Bürgermeister Hartmut Linnekugel ist begeistert vom neuen System: „Ich bin ein Fan der Digitalisierung. Es erleichtert die Abwicklung von Anträgen für beide Seiten.“ Er betont aber auch, dass die Bürger dabei im Mittelpunkt stehen. „Wir möchten durch das neue System keineswegs die Bürger davon abhalten, ihre Anliegen persönlich im Rathaus vorzutragen, das ist weiterhin möglich. Doch haben wir festgestellt, dass immer weniger Menschen diese Möglichkeit wahrnehmen und stattdessen lieber E-Mails schreiben.“

Im nächsten Schritt erfolgt in Volkmarsen die Digitalisierung des Standesamtes und der Friedhofsverwaltung. Dann können persönliche Urkunden online beantragt werden und Anträge auf die Einrichtung, Verlängerung und Räumung von Gräbern gestellt werden. Auch die Anmeldung von Hundesteuer und Sperrmüll soll bald möglich sein. Die damit verbundenen Gebühren können dann bequem online bezahlt werden.

Ermöglicht wird der Service durch „ekom21“, das größte BSI-zertifizierte kommunale IT-Dienstleistungsunternehmen in Hessen. Das Unternehmen hat sich auf Komplettlösungen für kommunale Kunden spezialisiert, wozu unter anderem Landkreise, Städte und kommunale Eigenbetriebe zählen. „Hier ist ganz viel Fachwissen gebündelt und sie stehen uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite“, versichert Büroleiter Jürgen Salokat.

Rund 70 verschiedene Dienstleistungen bietet ekom21 an, aus denen die Kunden wählen können, welche für sie relevant und praktisch sind. Doch beim Thema Digitalisierung geht es auch stets um die Datensicherheit. „Darum müssen sich die Bürger keine Sorgen machen“, versichert Ulrich Künkel, Direktor von ekom21. „Wir sind ein BSI-zertifiziertes Unternehmen, das alle notwendigen Sicherheitsbestimmungen einhält. Dadurch, dass niemand direkt auf unsere Daten zugreifen kann, sondern wir sie nach Beantragung freigeben müssen, bleiben alle Daten sicher.“

Zeitgleich sieht Künkel die Stadt Volkmarsen in guter Position für die Zukunft, vor allem im Hinblick auf die Durchführung des Onlinezugangsgesetzes (OZG), das die Bundesregierung in diesem Jahr beschlossen hat und das für alle Verwaltungsapparate vorsieht, ihre Leistungen elektronisch über Verwaltungsportale anzubieten. „Für Volkmarsen hat die derzeitige Umstellung nur Vorteile, weil sie schon die Voraussetzungen erfüllen. Sie haben viel erreicht“, so Künkel.

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