Steinalte Zeugen: Günter Kunold ist Obmann für alte Grenzsteine

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Günter Kunold mit seinem Hund Frodo am Landesgrenzstein Nr. 9.

Günter Cunold kümmert sich um die historischen Grenzsteine, die entlang der ehemaligen Grenze zwischen dem Fürstentum Waldeck und der Landgrafschaft Hessen-Cassel stehen.

Volkmarsen - Günter Kunold hat mit Zeugen längst vergangener Zeiten zu tun. Sie sind fast 280 Jahre alt, bestehen aus moosbewachsenem, verwittertem Sandstein und tragen herrschaftliche Wappen. Günter Kunold ist Obmann für historische Grenzsteine auf der ehemaligen Grenze zwischen dem Fürstentum Waldeck und der Landgrafschaft Hessen-Cassel.

Als Vermessungsingenieur war er bis zu seinem Ruhestand in 2015 im Amt für Bodenmanagement Korbach tätig. Seit 2011 hat er sich ehrenamtlich dem Schutz und der Erhaltung der geschichtsträchtigen Grenzsteine verschrieben. „Ich möchte dazu beitragen, dass historische Grenzsteine als das wahrgenommen werden, was sie sind: Zeugen aus vergangener Zeit, deren Erhalt allen am Herzen liegen sollte“, erklärt Kunold. Immerhin wurden sie bereits 1739 gesetzt.

Zu dieser Zeit regierte in Waldeck Landesfürst Carl August Friedrich, die benachbarte Landgrafschaft Hessen-Cassel führte Friedrich I. Der Verlauf der ehemaligen Waldeckisch-Hessischen-Grenze wurde per Grenzrezess festgelegt, also per Vergleich über die strittigen Verhältnisse. Der Rezess beinhaltete 124 Steine und zieht sich vom Scheid bei Volkmarsen bis zum sogenannten Fürsteneck zwischen Ippinghausen und Naumburg. Auf der Waldecker Seite der Grenzsteine ist der Waldecker Stern, auf hessischer Seite der Hessische Löwe zu sehen. Die Beschriftung mit Steinnummer im Rezess und Jahreszahl ist wechselseitig auf hessischer und waldeckischer Seite vorhanden.

Das Foto zeigt den Landesgrenzstein Nr. 98 auf der ehemaligen Grenze zwischen dem Fürstentum Waldeck und der Landgrafschaft Hessen-Cassel. Links ist die östliche Seite des Grenzsteins zu sehen mit dem Hessischen Löwen. Rechts sieht man die westliche Seite mit dem Waldecker Stern.

Von den insgesamt 124 Steinen sind noch 93 vorhanden. Wer die Steine entdecken möchte, kann sich vorab im Internet informieren, wo ihre genauen Standorte liegen. Auf der Homepage www.eiringer-platt.de ist ein Teil der Steine dokumentiert. Einige Original-Schriftstücke des Rezesses können dort ebenfalls eingesehen werden. Zurzeit kümmern sich in Hessen zirka 80 Obleute um historische Grenzsteine. Sie erfassen alle wichtigen Informationen zu den Steinen in Datenblättern.

Günter Kunold deckt den Bereich des Altkreises Wolfhagen und der Stadt Volkmarsen ab. Zuständig für die als Kleindenkmäler bezeichneten historischen Grenzsteine ist das Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Hier werden die Steine in einem Archiv inventarisiert.

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