Tanzen gegen Demenz: Bewegungstherapeutin ist vom positiven Effekt auf das Gehirn überzeugt

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Beim Tanz in den Mai im Zentrum für Pflege und Betreuung am Nordwall sangen und tanzten rund sechzig Bewohner und Tagespflegegäste gemeinsam zu bekannten Frühlingsliedern.

Menschen mit Demenz können im Tanz oft längst verloren geglaubte Fähigkeiten wieder aktivieren  weiß Miriam Interthal, Tanz- und Bewegungstherapeutin im Haus am Nordwall in Korbach.

Korbach - Das Bewegung gesund ist und körperlich fit hält ist allgemein bekannt. Darüber hinaus gilt Tanzen ist als eine Form der körperlichen Aktivität, die auch Freude bereitet. Das Zusammenspiel von stimmungsvoller Musik, eingängigen Melodien und rhythmischen Bewegungen erzeugt Frohsinn und wirkt sich auf das körperliche Wohlbefinden aus. Dies gilt insbesondere für Menschen mit Demenz.

Sie können im Tanz oft längst verloren geglaubte Fähigkeiten wieder aktivieren, wie Miriam Interthal, Tanz- und Bewegungstherapeutin im Haus am Nordwall in Korbach weiß: „Beim Tanzen sind Körper und Geist voll im Einsatz. Mit der Bewegung trainieren wir Kraft und Ausdauer, aber wir orientieren uns auch im Raum und nutzen unseren Gleichgewichtssinn. Zudem müssen wir uns Bewegungsabfolgen merken und sind in Interaktion mit Tanzpartnern oder einer ganzen Gruppe.“

Die Bewegungstherapeutin ist überzeugt, dass Tänze positive Effekte auf das Gehirn haben. Aktuelle neurowissenschaftliche Studien sollen dies belegen. Tanzen rege die "Neuroplastizität des Gehirns" an, also die Fähigkeit, die eigenen chemischen und physischen Strukturen den Aufgaben anzupassen. Damit ist Tanzen wertvoll für die Demenzprävention und kann sogar positive Auswirkungen bei leichten Demenzsymptomen haben, heißt es in der Pressemitteilung.

„Tanzen ist auch eine Art „Erinnerungspflege“, sagt Einrichtungsleitung Ribana Klabunde. Die Senioren erinnern sich nicht nur an Schrittabfolgen, sondern auch an besondere Momente aus ihrem Leben: die erste Tanzstunde, den Hochzeitstanz oder gesellige Tanzabende mit Freunden. „Basierend auf diesen Erkenntnissen, haben wir den Tanz in verschiedenster Form in unser Betreuungskonzept integriert – sei es bei regelmäßig stattfindenden Tanzcafés in der Tagespflege Haus am Kniep, dem Angebot „Tänze im Sitzen“, die auch für unsere weniger mobilen Bewohner geeignet sind oder auch besonderen Veranstaltungen wie unserem Tanz in den Mai“, berichtet Klabunde.

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