Tausende Schneetouristen im Corona-Hotspot: Polizei muss die Skigebiete abriegeln

Eigentlich sollten seit Anfang Dezember die Pisten in den heimischen Skigebieten so aussehen, um die Ausbreitung des Coronavirus in Grenzen zu halten.
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Eigentlich sollten seit Anfang Dezember die Pisten in den heimischen Skigebieten so aussehen, um die Ausbreitung des Coronavirus in Grenzen zu halten.

Waldeck-Frankenberg gilt als Corona-Hotspot und unterliegt seit dem 21. Dezember einer nächtlichen Ausgangssperre zusätzlich zum Lockdown. Alle Lifte stehen still und die Pisten sind gesperrt. Doch das hält tausende Schneetouristen nicht ab.

Willingen. Die Ski- und Rodelpisten dürfen voraussichtlich ab Dienstag, 5. Januar 2021 nicht mehr betreten werden. Die Zufahrtswege in die Skigebiete Willingen, Usseln und Schwalefeld bleiben vorerst gesperrt. Polizei und Ordnungsamt ahnden Verstöße. Das teilt die Tourist-Information Willingen mit.

Waldeck-Frankenberg gilt als Corona-Hotspot und unterliegt seit dem 21. Dezember einer nächtlichen Ausgangssperre. Aufgrund des aktuellen Lockdowns und trotz guter Schneelage stehen alle Lifte still und die Pisten sind gesperrt.

Ungeachtet aller Appelle hatten tausende Wanderer und Rodler in den Tagen nach Weihnachten die Gelegenheit genutzt, um einen Ausflug ins verschneite Upland zu machen. Die Liftbetreiber im Skigebiet Willingen hatten seit Tagen die Situation besorgt beobachtet und die angespannte Verkehrssituation auf den Parkplätzen geregelt. Ordnungsrechtliche Eingriffe auf den Pisten durch die Betreiber selbst sind nicht möglich.

Nach den langen Wochen des Lockdowns suchten zunächst vorwiegend Familien Bewegung und Schneespaß an der frischen Luft. Ab dem Jahreswechsel reisten verstärkt Jugendliche und Familien in größeren Gruppen an. Probleme gab es vor allen Dingen wegen Staus auf den Anreisewegen, geschlossenen Toiletten, liegengelassenem Müll und Wildparken. Der überwiegende Teil der Besucher hielt sich allerdings an die Regeln.

Einen Höhepunkt hatte der Anreiseverkehr am Sonntag erreicht. Da viele Anreisende aufgrund der Sperrung der Zufahrtswege die Skigebiete rund um Winterberg nicht mehr erreichen konnten, wich ein Teil auf Willingen aus. Weitere Skigebiete der Wintersport-Arena Sauerland haben ebenfalls in den vergangenen Tagen ihre Zufahrtswege gesperrt.

Die Polizei sperrte ab dem Vormittag sämtliche Zufahrtsstraßen nach Willingen, da das Verkehrsaufkommen nicht mehr zu bewältigen war.

Dabei wurde rund 2.500 PKW die Zufahrt nach Willingen verweigert. Etwa 7.500 Personen mussten deshalb den Heimweg antreten. Sollte sich die Anreisewelle nicht verringern, wird sich daran auch in den kommenden Tagen nicht viel ändern. Die Zufahrtsstraßen in das Skigebiet bleiben auch in den nächsten Tagen weiterhin gesperrt.

Die Gemeinde Willingen zeigt großes Verständnis für die Bedürfnisse der Menschen, die Natur und den Winter im Freien genießen wollen. Aufgrund der aktuellen Pandemie-Entwicklung und der verhängten Ausgangssperre im Landkreis Waldeck-Frankenberg, ist das voraussichtliche Betretungsverbot eine weitere Maßnahme, die dem Schutz aller Bürgerinnen und Bürger dient und die weitere Ausbreitung der Pandemie bremsen soll. Daher bittet die Gemeinde Willingen um Verständnis und Einsicht der Menschen und auf den Besuch von Willingen bis zur Aufhebung Maßnahmen und Verbote zu verzichten.

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg plant zusammen mit der Gemeinde Willingen ein Betretungsverbot der Pisten. Sämtliche Ski- und Rodelabfahrten dürfen voraussichtlich ab Dienstag, 5. Januar 2021, nicht mehr betreten werden. Die dazu gehörigen Parkplätze werden gesperrt. Die aktuelle Sperrung der Zufahrtswege wird in den kommenden Tagen vorerst aufrechterhalten. Polizei und Ordnungsamt kontrollieren die Einhaltung und ahnden Verstöße.

Die Tourist-Information Willingen steht von Montag bis Freitag von 12-16 Uhr telefonisch zur Verfügung und gibt aktuelle Informationen zur Lage in Willingen.

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