Teststrecken in Frankenberg: Kameras an Linienbussen sollen Toten Winkel überwinden

Ab Ende März 2019 werden auf mehreren Buslinien in Frankenberg neue Abbiegeassistenzsysteme getestet. An 10 Bussen kommen Sicherheitssysteme zum Einsatz, die tote Winkel verhindern sollen.

Frankenberg - Bisher sind solche Systeme vor allem bei Reisebussen und LKW im Einsatz. Doch bald werde erstmals in Hessen im Linienverkehr Abbiegehelfer unter realen Bedingungen von einem Verkehrsverbund getestet. Gestartet wird im Bereich von Stadt und Landkreis Kassel sowie im Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) und der Landkreis Waldeck-Frankenberg haben den Test für Abbiegeassistenzsysteme an Bussen für Ende März angepeilt. Landrat Dr. Reinhard Kubat und NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch verständigt sich darauf mit 10 Bussen zu starten. „Wir möchten mit diesem Test die Voraussetzung schaffen, dass unsere Fahrgäste, aber auch allen anderen Verkehrsteilnehmer auf größere Sicherheit vertrauen können. Die Technik kann Leben retten und ist jetzt so ausgereift, dass wir in der Zukunft darauf setzen werden. Aber vorher möchten wir noch Erfahrungen mit den 20 Bussen sammeln, um die richtige Entscheidung für das richtige System zu treffen“, so NVV- Geschäftsführer Wolfgang Rausch. 

Auch für den Landrat Dr. Reinhard Kubat steht bei dem Versuch das Thema Sicherheit im Fokus: „Wenn wir mit dieser Investition dazu beitragen können, den ÖPNV sicherer werden zu lassen, Unfälle zu verhindern und dem Fahrpersonal in unseren Linienbussen zu ermöglichen, Situationen besser einzuschätzen, ist das jeden Cent wert!“

Die kamerabasierten Systeme sollen Unfällen vorbeugen, als drittes Auge für das Fahrpersonal fungieren, Verkehrszeichen erkennen, vor geringem Abstand und Kollisionen warnen. Bis zu vier Kameras überwinden den „Toten Winkel“ und LCD-Displays warnen das Fahrpersonal durch einfache Hinweise. Erst im Januar 2019 war eine Schülerin in Bad Arolsen ums Leben gekommen, nachdem sie von einem abbiegenden Bus erfasst und überrollt worden war.

Es ist geplant, zehn Fahrzeuge der ALV Oberhessen GmbH & Co.KG, die im Bereich Frankenberg eingesetzt werden sowie zehn weitere bei der HLB Bus GmbH auf den Linien 51 Kassel - Baunatal und 52 Kassel - Schauenburg entsprechend auszurüsten. Damit werden die Systeme sowohl im ländlichen als auch im städtischen Umfeld für die entsprechenden Erfahrungen sorgen.

Voraussichtlich ein- bis zwei Jahre soll getestet werden. Gleichzeitig behalte man die kommenden technischen Entwicklungen im Auge. Die Erfahrungen sollen ausgewertet und eine Entscheidung für alle zukünftigen Ausschreibungen getroffen werden, in denen verpflichtend Abbiegeassistenten eingesetzt werden sollen.

Für den Test kommen zwei verschiedene Assistenten zum Einsatz, um das Beste herauszufinden. Beiden können nachträglich an und in den Linienbussen angebracht werden. Sie basieren auf Kamerainformationen. Insgesamt werden für die Anschaffung und Installation rund 30.000 Euro investiert, die vom Landkreis Waldeck-Frankenberg und dem NVV getragen werden.

Rubriklistenbild: © NVV/nh

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