Das Tierheim Frankenberg sucht professionellen Halter für diesen Vierbeiner

Das Tierheim in Frankenberg sucht für Ike einen Halter, der sich mit Hundeerziehung auskennt.
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Das Tierheim in Frankenberg sucht für Ike einen Halter, der sich mit Hundeerziehung auskennt.

Ike soll in gute Hände: Darum sucht das Tierheim Frankenberg professionellen Halter für diesen Vierbeiner.

Frankenberg/Lichtenfels - Das Entsetzen bei einer Familie aus Lichtenfels war vergangene Woche groß. Sofort waren wieder die schrecklichen Bilder aus dem Mai 2017 präsent, als es in Dalwigksthal zu einer folgenschweren Hundeattacke kam.

Ein Mini Bullterier ging damals auf den Hund der Familie los. Um diesen zu schützen nahm der Familienvater ihn hoch. Darauf wurde er selbst zum Angriffsziel. Eine massive Auseinandersetzung, heftige Bissverletzungen und ein Krankenhausaufenthalt waren die Folge. Und weil aktuell das Tierheim in Frankenberg, wo der Hund anschließend untergebracht wurde, nach einem neuen Halter für „Ike“ sucht, kocht die Geschichte wieder hoch.

In guten Händen verhält sich der Mini Bullterrier tadellos, davon ist das Tierheim überzeugt. Dort gibt es seither kein Problem mit Ike. „Hätte er von Anfang an eine richtige Erziehung genossen, wäre es nicht zu diesem und anderen Vorfällen gekommen“, sind sich die Tierschützer einig. Schon damals wurden Vorwürfe laut, dass der Halter von Ike einiges versäumt hatte. Angefangen von Fehlern in der Erziehung des Hundes, spätere Versäumnisse bei der Leinenpflicht und eine fehlende Umzäunung des Grundstücks kamen hinzu, was schließlich im Desaster endete.

Bald ist ein Jahr vergangen. Vergessen ist es nicht, besonders beim Opfer. Zum einen laufen strafrechtliche, wie zivilrechtliche Verfahren, wie uns die Anwaltskanzlei des Opfers mitteilt. Andererseits sei der Schock beim Mandanten und der Familie längst nicht überwunden. Es herrsche panische Angst davor, diesem Hund noch einmal zu begegnen. Der Tierschutzverein und das Tierheim in Frankenberg wissen um die Verantwortung, die mit dem nun als gefährlich eingestuften Vierbeiner einhergehen. Eine Vermittlung soll ausschließlich an einen Halter mit Sachkundenachweis erfolgen. Zudem sind ein späterer Wesenstest sowie Maulkorb und Leine Pflicht und das jeweilig zuständige Ordnungsamt am Wohnort des möglichen neuen Halters wird mit ins Boot geholt. „Wir werden ganz genau hinschauen, wer sich dem Hund annehmen will“, versichert Renate Seifert, die Vorsitzende des Tierschutzvereins.

Ike selbst kommt aus einer Familie mit zwei kleinen Kindern. Die sahen in dem Vierbeiner auch nur das Haustier und waren traurig als der Hund ins Tierheim musste. Einen Neuanfang mit professioneller Erziehung wünschen sich die Tierschützer für Ike. In ihren Augen hat er diese Chance verdient. Das sieht die Familie des Opfers allerdings anders. Man solle sich schämen, diesem Hund eine Plattform zu geben, meint die Frau des Opfers. Es wird noch viel Zeit brauchen, den Horror vom vergangenen Jahr zu überwinden, falls dies überhaupt möglich ist.

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