Der Tourismus liegt in Hessens Top-Region am Boden: Landkreis bittet um Hilfen

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Der Edersee ist, wie ein Blick ins Bilderarchiv zeigt, nur einer von vielen Besuchermagneten in Waldeck-Frankenberg. Doch seit den Coronavirus-Auflagen liegt der Tourismus am Boden.

Dramatisch ist die Situation für die Tourismusbranche in Waldeck-Frankenberg. Der Landkreis hofft auf Hilfen aus Wiesbaden.

Waldeck-Frankenberg - Der Tourismus stellt für Waldeck-Frankenberg einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Nach einer Studie aus dem Jahr 2018 erwirtschaftet er im Landkreis einen Bruttoumsatz in Höhe von rund 700 Millionen Euro – und leistet damit einen Beitrag in Höhe von 9,6 Prozent zum Primäreinkommen im Landkreis.

Rein rechnerisch wurden damit 15.230 Vollarbeitsplätze vor Corona gesichert. Doch die Virus-Krise hat den Tourismus und die Freizeitwirtschaft besonders getroffen, da insbesondere kleinere Betriebe Einnahmeausfälle meist nicht langfristig überbrücken und später auch nicht mehr aufholen können, drohen Insolvenzen. Das hat logischerweise direkte Auswirkungen auf Arbeits- und Ausbildungsplätze, die dann verloren gehen.

Außerdem stellt der Tourismus eine klassische Querschnittsbranche dar: Von ihm profitieren nicht nur Gastgewerbe, sondern auch Einzelhandel, Dienstleister, Zulieferer, Handwerksbetriebe, regionale Produzenten – und nicht zuletzt auch Kommunen durch Steuereinnahmen. Allein aus Mehrwert- und Einkommenssteuer im Bereich Tourismus resultieren rund 65 Millionen Euro. Dazu kommen Einnahmen durch Gewerbe-, Grund- und Zweitwohnungssteuer sowie Kurtaxe.

Entsprechend ist auch der Landkreis betroffen von den Auswirkungen die der Kampf gegen das Coronavirus in der Tourismusbranche mit sich bringt. Landrat Dr. Reinhard Kubat und der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese haben sich daher in der Vorwoche an Ministerpräsidenten Volker Bouffier gewandt und deutlich gemacht, wie dramatisch die Situation in Waldeck-Frankenberg ist. “

Szenen vom Edersee während der Coronakrise

Edersee Ostern 2020
Eigentlich ist bei herrlichem Wetter am Edersee immer viel los. Doch Ostern 2020 sah es wegen der Einschränkungen gegen den Coronavirus so aus. © Foto: rff
Edersee Ostern 2020
Eigentlich ist bei herrlichem Wetter am Edersee immer viel los. Doch Ostern 2020 sah es wegen der Einschränkungen gegen den Coronavirus so aus. © Foto: rff
Edersee Ostern 2020
Trotz herrlichen Wetters war es am Osterwochenende relativ ruhig am Edersee. Wegen des Coronavirus waren Parkplätze in Waldeck und an der Sperrmauer gesperrt. © Foto: rff
Edersee Ostern 2020
Eigentlich ist bei herrlichem Wetter am Edersee immer viel los. Doch Ostern 2020 sah es wegen der Einschränkungen gegen den Coronavirus so aus. © F oto: rff
Edersee Ostern 2020
Eigentlich ist bei herrlichem Wetter am Edersee immer viel los. Doch Ostern 2020 sah es wegen der Einschränkungen gegen den Coronavirus so aus. © Foto: rff
Edersee Ostern 2020
Trotz herrlichen Wetters war es am Osterwochenende relativ ruhig am Edersee. Wegen des Coronavirus waren Parkplätze in Waldeck und an der Sperrmauer gesperrt. © Foto: rff
Edersee Ostern 2020
Eigentlich ist bei herrlichem Wetter am Edersee immer viel los. Doch Ostern 2020 sah es wegen der Einschränkungen gegen den Coronavirus so aus. © Foto: rff
Edersee Ostern 2020
Eigentlich ist bei herrlichem Wetter am Edersee immer viel los. Doch Ostern 2020 sah es wegen der Einschränkungen gegen den Coronavirus so aus. © Foto: rff
Edersee Ostern 2020
Eigentlich ist bei herrlichem Wetter am Edersee immer viel los. Doch Ostern 2020 sah es wegen der Einschränkungen gegen den Coronavirus so aus. © Foto: rff
Edersee Ostern 2020
Eigentlich ist bei herrlichem Wetter am Edersee immer viel los. Doch Ostern 2020 sah es wegen der Einschränkungen gegen den Coronavirus so aus. © Foto: rff

In vielen Gesprächen mit Vertretern der Tourismusbranche – vom Betriebsinhaber im Beherbergungsbereich, Gastronom, Vertreter des Hotel- und Gaststättenverbandes über Reisebüroinhaber, Betreiber von Campingplätzen oder Freizeitbetrieben bis hin zu den Tourist-Informationen der Kommunen und vielen Bürgermeistern – ist deutlich geworden, dass viele Betriebe mit dem Rücken zur Wand stehen“, so Kubat und Frese.

Der Landkreis steht deshalb voll und ganz hinter den Vorschlägen des Hessischen Tourismusverbandes „Zukunftspapier für die Bewältigung der Corona-Krise im Tourismus in Hessen“ und hinter dem Strategiepapier für das Wiederhochfahren des Tourismus der Task Force Lenkungsausschuss Corona und Tourismus.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei der Hinweis auf die zu erwartenden Anlaufschwierigkeiten des Gastgewerbes und der Freizeitwirtschaft. Um diese abzumildern, sind verstärkte Vermarktungs-Aktivitäten erforderlich, sobald der Tourismus wieder angelaufen ist. Aufgrund der fehlenden Einnahmen haben die Betriebe – und voraussichtlich auch die Kommunen – nicht die erforderlichen Finanzmittel, um eine verstärkte Marktbearbeitung im notwendigen Umfang zu finanzieren. Hier sollte die Landesregierung beispielsweise durch entsprechende Programme auf der Ebene des Regionalmanagements beziehungsweise der Destinations-Organisationen helfen, so Kubat und Frese.

Das Land Hessen hat den Übernachtungsbetrieb ab dem 15. Mai wieder erlaubt. Rund 800 Ferienunterkünfte und 30 Campingplätze in Waldeck-Frankenberg müssen laut Landkreis individuelle Regelungen beachten. Größtenteils gelten die Auflagen wie in anderen Gastrobetrieben. Bei Hotels müssen jedoch zusätzlich die gemeinschaftlich genutzten Sauna-, Schwimm- oder Wellnessbereiche geschlossen bleiben.

Kubat und Frese betonen: „Die Gesundheit der Gäste, Gastgeber und ihrer Mitarbeiter haben oberste Priorität – zum Schutz aller Menschen in Waldeck-Frankenberg.“

Was für die Ferienunterkünfte in Hessen und speziell in Waldeck-Frankenberg gilt lesen Sie hier...

Außerdem:

Tourismusbranche rüstet sich für den Neustart (9. Mai 2020)...

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