Umbau auch ohne Schau - Frankenberg hält an Plänen für Landesgartenschau fest

Der freie Blick auf die Nemphe und das Kloster wird schon bald Realität.
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Der freie Blick auf die Nemphe und das Kloster wird schon bald Realität.

Obwohl die hessische Landesgartenschau 2027 nicht in Frankenberg stattfinden wird, sollen die engagierten Vorbereitungen und Planungen für die Bewerbung der Stadt zu Gute kommen.

Frankenberg. Obwohl die hessische Landesgartenschau 2027 nicht in Frankenberg stattfinden wird, sollen die engagierten Vorbereitungen und Planungen für die Bewerbung der Stadt zu Gute kommen. Bürgermeister Heß will die Erkenntnisse der Machbarkeitsstudie nicht in die Schublade packen, sondern für die weitere Entwicklung Frankenbergs nutzen: „Vieles von dem, was wir in den kommenden Jahren für die Stadt planen, sind Ideen aus der intensiven Bürgerbeteiligung für die Bewerbung. Es geht um Verbesserungen in den Bereichen Vernetzung, Ökologie, grüne Infrastruktur und Klimaanpassung. Wir wollen den Weg trotz der Absage wie geplant weitergehen.“ Dabei soll Bestehendes aufgewertet und gleichzeitig Neues geschaffen werden, so die Richtung, die Bürgermeister Heß einschlägt. Als Beispiel nennt er das ehemalige Kloster Sankt Georgenberg. Die Bürgerbeteiligung hatte entscheidende Impulse für die Bewertung und Entwicklung des Klosterumfelds gebracht. Stadt und Landkreis konnten sich dazu auf einen kurzfristigen Abriss des Ostflügels und die Neugestaltung des Geländes einigen. Noch in diesem Jahr soll mit den Arbeiten begonnen werden, so der Plan. Der jetzige Parkplatz werde dabei zum Teil entsiegelt, die Garagen abgerissen und die gesamte Fläche neu strukturiert. „Die Parkplätze bleiben erhalten, aber das ehemalige Kloster wird mit dem Abriss wieder besser zur Geltung kommen.“ Zusammen mit dem bereits realisierten Ederuferpark sei dort dann „alles aus einem Guss“, so Heß.

Auch die Renaturierung der Nemphe, deren Ederzufluss im Bereich des Klosters derzeit noch ein unterirdisches Dasein fristet, wird vorangetrieben. Die Nemphe ist im Programm „100 wilde Bäche für Hessen“ aufgenommen, was der Stadt eine bis zu 95-prozentige Förderung der Kosten bringen kann und einen großen ökologische Mehrwert mitten in der Stadt bedeute, wie der Bürgermeister unterstreicht. Die die Notwendigkeit von zusätzlichen Ederbrücken für Fußgänger und Fahrradfahrer bleibt in der konkreten Planung. So soll einen Ederübergang auf Höhe des Wildparks geschaffen werden, um auch die Stadtteile Viermünden und Schreufa besser anzubinden. Genauson will die Stadt den Bewohnern des Ederdorfs eine direktere und sichere Anbindung an die Innenstadt schaffen, dies ist auch in der Radwegeplanung der Philipp-Soldan-Stadt verankert.

Karsten Dittmar, Leiter des städtischen Fachdienstes Stadtentwicklung und Umwelt, der auch die Machbarkeitsstudie betreut hatte, blickt auch schon ein paar Jahre. Während derzeit das große Wohngebiet an der Marburger Straße entwickelt werde, hat er mögliche Erweiterungsflächen im Südosten im Blick. „Ein Rückbau eines Teils der ehemalige Kreisstraße K117 dort hätte viele positive Effekte“, erklärt Dittmar. Konkret behindere der Straßendamm die Frischluftzufuhr für die Stadt. Das Teichgelände könnte zudem als Stadtpark nach Süden erweitert werden, neue Fuß- und Radwegeverbindungen auch zum Bockental wären möglich. „Das ist ein spannender Ansatz, den wir in Zukunft weiterdenken wollen“, beschreibt Dittmar. Frankenbergs größtes Projekt ist die Neugestaltung von Ober- und Untermarkt, die innerhalb der nächsten drei Jahre umgesetzt werden soll. Bürgermeister Heß. „Auch hier sind die Planungen bereits angelaufen.“ Eine erneute Bewerbung für die Landesgartenschau schließt Heß nicht aus: „Frankenberg hat das Zeug dazu und geht gestärkt aus der Bewerbungsphase hervor. Ich hoffe darauf, dass das Land Hessen die Gartenschau in Zukunft häufiger durchführt. Für den Moment verfolgen wir erstmal weiter den eingeschlagenen Weg.“

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