Unternehmen gewinnen mit Familienfreundlichkeit

 Waldeck-Frankenberg. Familienfeundlichkeit ist für viele Unternehmen das "Zauberwort der Zukunft". "Die jetzt schon reagiert haben,

 

Waldeck-Frankenberg. Familienfeundlichkeit ist für viele Unternehmen das "Zauberwort der Zukunft". "Die jetzt schon reagiert haben, sind klar im Vorteil." Das stellt Angelika Aschenbrenner klar. Die Unternehmerin ist überzeugt, dass eine Arbeitswelt, die sich den aktuellen Bedingungen anpasst, besonders den Familien, schneller qualifizierte Mitarbeiter findet und diese sich mehr für das Unternehmen einsetzen, weil das Umfeld stimmiger ist als bei der Konkurrenz.

Die Unternehmerin aus Kirchhain spricht aus Erfahrung. "Mehr als die Hälfte aller Frauen wollen arbeiten. Wir können es uns nicht leisten das ‘Humankapital am Herd’ brach liegen zu lassen.  Die Unternehmer sind in der Pflicht darauf zu reagieren." "Gute Bezahlung ist nicht mehr alles", weiß auch Beate Friedrich, Leiterin des Frauenbüros in der Kreisverwaltung. Das heutige Familienbild ist ein anderes als wir es noch von unseren Eltern kennen. Heute gibt es vielfach eine Doppelbelastung. Alleinerziehende trifft es sogar dreimal so hart, um Beruf und Kindererziehung gerecht zu werden. Auch die Pflege von Angehörigen wird derzeit von der Arbeitswelt kaum berücksichtig. Die Folge: ausgebrannte Mitarbeiter, die öfter krankheitsbedingt ausfallen oder sich nach einem anderen beruflichen Umfeld umsehen müssen. Bei der spürbaren Überalterung ist es nun an der Zeit zu reagieren, sind sich die Experten einig.

Wie die beruflichen Rahmenbedingungen zeitgemäß angepasst werden können, machen 23 Unternehmen im Landkreis vor. "Eine beachtliche Zahl", wie Landrat Dr. Reinhard Kubat findet. Sie haben sich beim regionalen Bündnis "Beruf und Familie"  Waldeck-Frankenberg beworben. Gesucht wurde das familienfreundlichste Unternehmen. Nach Anzahl der Mitarbeiter unterteilt wurden drei erfolgreiche heimische Firmen ausgezeichnet. Sie alle betreiben zukunftsweisende Personalpolitik oder schaffen flexible Arbeits- und Freizeitbedingungen.

Herausragend dabei war die Schreinerei Wulf Isenberg aus Berndorf, mit ihren Gleitzeitmodellen und der Möglichkeit im Notfall die Kinder mitzubringen. Ebenfalls ins Finale  der Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern schafften es die Rechtsanwälte Mitze und Ingenbleek.  75 Prozent der Kanzleimitarbeiter in Frankenberg sind Frauen. Auch der Korbacher Baustoffhandel Gebrüder Weber war Finalist.

Unter den Firmen mit bis zu 250 Mitarbeiter gewann die Okel GmbH aus Diemelstadt mit besonders flexiblen Arbeitszeiten und einer Kindergartenfinanzierung. n die Endrunde in dieser Kategorie schafften es auch die Frankenberger Bank und die Waldecker Fleisch- und Wurstwaren Wilke aus Berndorf.

Ins Finale der Unternehmen mit mehr als 251 Mitarbeitern  wählte die Jury Osborn International aus Burgwald, den Fertighaushersteller Fingerhaus aus Frankenberg, die Kreissparkasse Waldeck-Frankenberg sowie das Druck- und Spritzgußwerk Hettich aus Frankenberg. etztere durfte sich über den Preis freuen, da hier neben flexiblen Schichtmodellen auch die Pflege von Angehörigen berücksichtigt wird.

Bürgermeister Rüdiger Heß aus Frankenberg freute sich so über die Unternehmen aus seiner Stadt, dass er alle Mitarbeiter der Finalisten zu einem Kinobesuch einlud. Auch die Mitarbeiter des Finalisten aus Burgwald kommen in den Genuss eines Kinobesuchs, wie  Bürgermeister Lothar Koch gleich nachzog.

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