Der Verein Kitzretter will Rehkitze vor dem Mähtod bewahren

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Romy Gentner (hier mit einem Kitzvergrämer in den Händen) und Constanze Schöttler suchen noch weitere Mitstreiter und Unterstützer.

Constanze Schöttler und Romy Gentner haben gemeinsam mit rund 40 Mitgliedern ein Ziel. Sie wollen möglichst viele Rehkitze vor dem Mähtod im Frühsommer bewahren. Dazu haben sie einen Verein gegründet: den „Kitzretter e.V.“

Vöhl -  Von rund 90.000 toten Rehkitzen wird in Deutschland schätzungsweise ausgegangen. Für den Landkreis Waldeck-Frankenberg stehen Zahlen um die 600 im Raum. Genaue Erhebungen gibt es dazu allerdings nicht. Doch der Handlungsbedarf ist da. Das weiß auch Kreislandwirt Fritz Schäfer. Er war beim Treffen der Kitzretter in Vöhl dabei. „Wir haben über den Maschinenring Wildscheuchen angeschafft.“ 30 Stück im vergangenen Jahr. Er berichtet von guten Erfahrungen mit den Kitzvergrämern, die auch der Verein anschaffen will und er signalisierte Interesse und Unterstützung an den geplanten Drohneneinsätzen, die der Kitzretter-Verein plant.

„Wir verstehen uns als Dienstleister für die Landwirte und Jagdpächter und wollen ihnen helfen, die Wiesen vor der Mahd zu kontrollieren“, unterstreicht Constanze Schöttler. Mittels Drohne und Wärmebildkamera sei dies heute mit wenig Personal zu leisten. Allerdings bedarf es ausgebildete Piloten, Genehmigungen und der entsprechenden Ausrüstung. Dafür knüpft die Vorsitzende zusammen mit ihrer Stellvertreterin sehr viele Kontakte, denn die Zeit drängt. Nur rund 14 Tage zwischen Mai und Juni dauert die Saison.

Lars Baumgardt, der Drohnenflieger des Vereins, hat sich bereits mit Steffen Curth, Jäger aus Volkhardinghausen für die ersten Probeflüge verabredet. Der Verein will Erfahrung sammeln, welche Bereiche vorrangig überflogen werden müssen und wo die Wahrscheinlichkeit in Wiesen am höchsten ist, um Kitze finden zu können. „Wir wollen Schritt für Schritt vorgehen“, sagt Constanze Schöttler. Das Vorhaben soll auf sicheren Beinen stehen.

Erste Spenden hat der Verein bereits gesammelt, aber es bedarf noch mehr. Rund 150 „Kitzvergrämer“ (Stück 85 Euro) will der Verein anschaffen und in die Fläche bringen. „Der Vorteil ist, nach dem eine Fläche abgemäht ist, kann die Wildscheuche sofort woanders positioniert werden“, erklärt die Vorsitzende. Über spezielle Sensoren für Mähdrescher denkt der Verein ebenfalls nach.

Am 11. April 2018 ist Matthias Münch vom Maschinenring Waldeck-Frankenberg für das nächste Treffen der Kitzretter angekündigt (siehe TEXTENDE). Er steht mit der Entwicklungsabteilung bei horizont in Korbach in Kontakt. Es gibt Überlegungen unter Umständen die Produktion von Kitzvergrämern hier wieder aufzunehmen.

Doch neben all der Technik sind weitere Mitglieder und Unterstützer gefragt. Geht es nach Kitzretter e.V. so findet sich im Landkreis für jeden Ort ein Koordinator, der Termine mit den Landwirten abspricht. Das sich so viel Einsatz lohnt, wissen Constanze Schöttler und Romy Gentner. Im Schwalm-Eder-Kreis sei, nach dem großflächigen Einsatz von Kitzvergrämern, die Zahl der registrierten Mähunfälle mit Rehkitzen um 98 Prozent gesunken.

Näheres zum Verein gibt es auf www.diekitzretter.de. Es wurde auch folgendes Spendenkonto eingerichtet: Kitzretter e.V., IBAN: DE17 5235 0005 0000 1042 40, Sparkasse Waldeck-Frankenberg.

Das nächste Treffen des Kitzretter e.V. ist am 11. April, um 19 Uhr in der Gaststätte „Appelbaum“ in Vöhl. Telefonische Voranmeldungen über 0152-07652601 sind erwünscht, damit der Verein besser planen kann.

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