Verfolgungsjagd in Bad Arolsen: Streifenwagen mehrfach gerammt

Streifenwagen der Polizei. Foto: Archiv

Ein Kopf an Kopf Rennen mit Überholmanövern, gerammten Streifenwagen und Schlagstockattacke verursachte ein Pole (38) in Bad Arolsen.

Bad Arolsen. Gestern, 22. Dezember 2016 kam es zu einer filmreifen Verfolgungsjagd in Bad Arolsen. Gegen 22.30 Uhr wurde der Polizeistation Bad Arolsen von der Rettungsleitstelle ein Notruf durchgestellt. Einen 52-Jähriger Anrufer aus Bad Arolsen teilte, dass ein Mann, der einen verwirrten Eindruck machte, an seiner Haustür geklingelt hat und darum bat, die Polizei zu verständigen. Danach setzte sich der bis Mann wieder in seinen Pkw mit RE-Kennzeichen (Recklinghausen) und fuhr davon.

Eine Funkstreife suchte anschließend vor Ort nach dem Mann. In der Rauchstraße stand der Wagen am Fahrbahnrand. Im Fahrzeug saß auch ein Mann und hatte sich eingeschlossen. Als die Beamten sich dem Fahrzeug näherten, gab der Mann plötzlich Gas. Die Polizisten mussten zur Seite springen, um nicht angefahren zu werden.

Erster Fluchtversuch

Der dubiose Autofahrer flüchtete mit seinem Fahrzeug nun in Richtung Helsen. Sämtliche Anhaltesignale missachtete er dabei. Schließlich setzte sich die Funkstreife vor das Fahrzeug, um es auszubremsen und ein Auffahren auf die Bundesstraße 252 zu verhindern. Dies gelang zunächst auch gefahrlos.

Nachdem die Beamten erneut ausgestiegen waren, legte der Fahrzeugführer den Rückwärtsgang ein, setzte seinen Pkw zurück und fuhr an der Funkstreife links vorbei. Die Beamten mussten erneut die Verfolgung aufnehmen.

Wieder wurde der Flüchtende überholt. Auf dem Zubringer der Bundestraße 252 setzte sich die Streife quer vor das Fahrzeug. Doch auch das beeindruckte den Flüchtenden nicht. Rücksichtslos rammte er den Streifenwagen im vorderen rechten Bereich.

Zweiter Fluchtversuch

Danach übernahm eine entgegenkommende Streife die weitere Verfolgung. Ein Kopf an Kopf Rennen mit einigen Überholmanövern auf der B 252 folgte. Dabei kam es immer wieder zu leichten Fahrzeugkontakten. Als der Flüchtende nach Schmillinghausen abbiegen wollte, übersteuerte er sein Fahrzeug und kam von der Fahrbahn ab. Im rechten Straßengraben war die Verfolgungsjagd zu Ende. Doch nun folgte ein Körperliche Auseinandersetzung.

Kampf am Auto

Immer noch in seinem Fahrzeug eingeschlossen, weigerte sich der Mann auszusteigen. Er reagierte auf keinerlei Aufforderungen der Polizei. Die Beamten sahen aber, dass der Flüchtige versuchte etwas in seinen Händen zu verbergen. Aus diesem Grund schlugen sie die Scheiben des Fahrzeugs ein, die im hinteren Bereich verdunkelt waren. Der Autofahrer versuchte die Beamten abzuwehren, indem er mit einem Schlagstock auf die Beamten einschlug. Ein Beamter wurde an der Hand getroffen und leicht verletzt.

Erst als die Polizisten Reizgas einsetzten und dem Mann körperlicher Gewalt androhten, gab dieser schließlich auf. Die Beamten nahmen den Mann vorläufig fest und brachten ihn zur Polizeistation Bad Arolsen. Im Fahrzeug des Geflüchteten fanden die Polizeibeamten in der Mittelkonsole noch ein Einhandmesser mit eingelassener Rasierklinge.

Der Mann ist der Polizei einschlägig bekannt

Bei der Überprüfung der Person stellte sich heraus, dass es sich um einen 38-jährigen polnischen Mitbürger aus Recklinghausen handelt, der der Polizei auch einschlägig bekannt ist. Die Polizei ermittelt nun wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Straßenverkehrsgefährdung, gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz. Insgesamt wurden zwei Polizeibeamte leicht verletzt und zwei Streifenwagen bei dem Einsatz beschädigt.

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