Verunsicherung wegen des Coronavirus wächst: Kreishandwerkerschaft lädt 300 Gäste aus

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Coronavirus

Das Coronavirus ist in einigen Landkreisen in Hessen nachgewiesen. In Waldeck-Frankenberg gibt es derzeit noch keinen bestätigten Fall. Nichtsdestotrotz bereitet sich der Landkreis auf einen möglichen Ausbruch vor.

Waldeck-Frankenberg - „Die Verunsicherung ist groß“, unterstreicht Hauptgeschäftsführer Gerhard Brühl von der Kreishandwerkerschaft Waldeck - Frankenberg. Nachdem einige nationale und internationale Messen wie auch die Internationale Handwerksmesse „ISH“, die Holz-Handwerk und Fensterbau „Frontale“ und die „Light + Building“ abgesagt wurden, hat sich die Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg entschlossen, die für den 12. März 2020 um 19 Uhr angesetzte Gesellenfreisprechungsfeier in der Stadthalle in Korbach abzusagen.

Hintergrund ist die Verbreitung des Coronavirus/Covid-19. Der Kreishandwerkerschaft ist die Entscheidung die Veranstaltung abzusagen nicht leicht gefallen, zumal das Rahmenprogramm stand, die Präsente vorbereitet sind, der Ablauf des Festaktes steht und knapp 300 Anmeldungen vorliegen. Die Vertreter des Handwerks hoffen auf das Verständnis der Junggesellinnen und Junggesellen und der Ausbildungsbetriebe für diese Entscheidung. Die Prüfungszeugnisse werden ausnahmeweise per Post versandt.

Coronavirus (SARS-CoV-2) Lage in Hessen am 3. März 2020

Es wurden, Stand 3. März 2020, 14 Uhr, in Hessen insgesamt 12 SARS-CoV-2-Fälle bestätigt. Die aktuelle Einschätzung des Robert Koch-Instituts zur Lage in Deutschland finden Sie unter www.rki.de/covid-19-risikobewertung.

In Zusammenhang mit dem Cluster in Heinsberg/NRW stehen zwei Personen im Landkreis Gießen, die sich in häuslicher Isolation befinden sowie eine Person im Landkreis Bergstraße, die gemeinsam mit ihrer Familie ebenfalls in häuslicher Isolation ist.

In Verbindung mit einem Aufenthalt in Bergamo/Italien stehen zwei Fälle im Lahn-Dill-Kreis, davon ist eine Person häuslich isoliert, eine weitere Person befindet sich in stationärer Versorgung. Zwei weitere Fälle gibt es in Frankfurt, eine Person wird stationär behandelt, die andere Person befindet sich in häuslicher Quarantäne. Eine Person im Hochtaunuskreis, die sich in häuslicher Isolation befindet sowie eine Person im Landkreis Groß-Gerau, die häuslich isoliert ist.

In Zusammenhang mit dem Indexfall in Innsbruck, der in Norditalien infiziert wurde, steht eine Person in Frankfurt, die stationär behandelt wird.

Auch in Verbindung mit einer Italienreise (Mailand) steht eine Person in Frankfurt, die sich in häuslicher Isolation befindet.

Neuer Fall: Am 3. März 2020 wurde bestätigt, dass eine Person im Main-Kinzig-Kreis infiziert ist und sich in häuslicher Isolation befindet.

Alle erkrankten Personen weisen aktuell milde Verläufe mit keinen oder leichten Symptomen auf. Ihnen geht es den Umständen entsprechend gut.

Hygieneregeln einhalten als Schutz

Als Schutzmaßnahme sind alle Bürger dazu angehalten, weiterhin einfache Hygieneregeln zu beachten: In die Armbeuge husten oder niesen, Einmaltaschentücher verwenden und diese nach jedem Gebrauch entsorgen, Händeschütteln vermeiden, gründliches und regelmäßiges Händewaschen nicht mit den Händen die Nasen-, Mund- und Augenschleimhaut berühren (zum Beispiel nach Festhalten an Griffen in Bussen oder Benutzen von Türgriffen, die von vielen angefasst werden), grundsätzlich eigene Gläser und Besteck benutzen und wie immer in der Erkältungszeit, wenn möglich, Menschenansammlungen meiden.

Eine Laborantin zeigt einen Test für das neue Virus 2019-nCov

Sollten Bürgerinnen und Bürger Krankheitssymptome wie Husten, Fieber oder Atemnot verspüren, sollen sie sich zunächst telefonisch an ihre Hausärztin oder an ihren Hausarzt wenden. Diese klären dann mit der anfragenden Person ab, ob eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus wahrscheinlich ist und leiten bei begründetem Verdacht die weitere Diagnostik und Behandlung ein.

Eine hessenweite Hotline zu dem Thema ist unter der Nummer 0800-5554666 täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar.

Die Lage im Landkreis Waldeck-Frankenberg

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg gut auf einen möglichen Coronavirus-Ausbruch in Waldeck-Frankenberg vorbereitet. Darüber informiert der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese. „Wir haben Präventionsmaßnahmen getroffen und stehen in regelmäßigem Austausch mit dem Land und mit Experten aus unserer Region, die zu vielfältigen Aspekten etwas beizutragen haben“, so Frese. „Sorgen der Bürger nehmen wir ernst – raten aber dazu, nicht in Panik zu verfallen, sondern achtsam und umsichtig zu sein und nur gesicherten Informationen Glauben zu schenken.“

„Wir setzen uns in jedem Moment unseres Lebens mit unzähligen Erregern auseinander, die in unserer alltäglichen Umgebung vorkommen – und in manchen Fällen zu einer Erkrankung führen können, wie beispielweise das Grippevirus“, erklärt Valentina Dick vom Fachdienst Gesundheit des Landkreises. „Bei dem Coronavirus handelt es sich um ein Virus, das wir bis jetzt noch nicht gut kennen. Daher ist hier besondere Achtsamkeit gebo- ten.“ Das Wichtigste ist, sich an die allgemeinen Hygiene-Empfehlungen zu halten, die auch für den Schutz vor Erkältungen und Grippe-Erkrankungen gelten

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