Volkmarsen ist gegen die Schließung der Zuckerfabrik in Warburg

Mit Bedauern hat die Stadt Volkmarsen von den geplanten Restrukturierungsmaßnahmen der Südzucker AG und der damit verbundenen möglichen Schließung des Werkes Warburg erfahren.

Volkmarsen. Der Magistrat ist sich darüber bewusst, dass die Südzucker AG aufgrund der Liberalisierung und der Lockerung des EU-Zuckermarktes auch weiterhin wettbewerbsfähig bleiben muss, so die Resolution der Stadt Volkmarsen. Bei den Entscheidungen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit müsse sich die Südzucker AG jedoch ihrer unternehmerischen Verantwortung bewusst sein.

Dies gelte insbesondere für die Mitarbeiter sowie für die Landwirte, auch aus der Region Nordwaldeck, Kassel und Wolfhagen, die jahrzehntelang ein Garant des Erfolges waren.

Die Stadt Volkmarsen appelliert deshalb dafür, bei der Entscheidung über die Werksschließung folgende Punkte zu berücksichtigen:

• Für den landwirtschaftlich geprägten Landkreis Waldeck-Frankenberg sind der Zuckerrübenanbau und die Betriebstätte Warburg der Südzucker AG von großer Bedeutung. Die Warburger Börde und die angrenzenden Felder bieten einen der ertragsreichsten Böden in Deutschland.

• Die Zuckerfabrik Warburg ist eine seit 1882 gewachsene und fest etablierte Betriebsstätte mit einer traditionell starken Kundenbindung. Das Einzugsgebiet umfasst neben der Soester Börde den Raum Ostwestfalen sowie Teile von Süd-Niedersachsen und Nordhessen. Rund 800 Landwirte bauen 500.000 bis 600.000 Tonnen Zuckerrüben für das Werk Warburg an. Insgesamt werden damit jährlich 80.000 bis 100.000 Tonnen Zucker erzeugt.

• Als bestmöglich in der Mitte von Deutschland gelegener Standort mit hervorragender verkehrlicher Anbindung (direkter Autobahnanschluss an die A 44 sowie das dichte Netz an den Bundesstraßen 252, 241, 68 und 7) gibt die Warburger Zuckerfabrik derzeit mehr als 60 Mitarbeitern Arbeit und stellt somit die Existenzgrundlage vieler Familien dar.

• Mit Schließung des Standortes Warburg müssen die Rüben 60 bis 80 Kilometer weiter in die umliegenden Werke transportiert werden. Dies ist ökologisch und auch ökonomisch unsinnig für Zucker, der auch in der heimischen Region erzeugt werden kann.

Der Magistrat appelliert dafür, dass die Alternativen zur Schließung noch mal geprüft werden.

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