Von China bis Berlin strampeln im Bambusmobil

Kassel/Kunming. Das dürfte die kurioseste Fahrrad-Tour des Jahres werden: Der Kasseler Chris Young (34) und sein Berliner Freund Tobias Endrikat

Kassel/Kunming. Das dürfte die kurioseste Fahrrad-Tour des Jahres werden: Der Kasseler Chris Young (34) und sein Berliner Freund Tobias Endrikat (21)  wollen vom südchinesischen Kunming (sieben Mio. Einwohner) bis ins deutsche Berlin radeln.

Und zwar in einem selbstgebauten Bambus-Mobil, ein Liegefahrrad für zwei Personen, angetrieben von nichts als der reinen Muskelkraft, unterstützt durch Strom aus   Solarzellen, die auf das drei Quadratmeter große Dach montiert sind.12.000 Kilometer, sechs Länder, ein halbes Jahr Dauer:  Die Zahlen klingen unglaublich.  Doch warum unternimmt man eine solche Tour? "Wir möchten ein Zeichen setzen gegen Ressourcenverschwendung und Zerstörung der Natur," erklären die selbsternannten "Bambuspunks" auf ihrer Homepage.

In der Stadt sind die Deutschen mittlerweile bekannt. Das Bambusmobil erregt regelmäßig das Interesse der Bevölkerung. Auch viel Hilfsbereitschaft durch die Einheimischen haben Young und Endrikat erfahren.

Ein Jahr planten, tüftelten und bauten sie an Vorhaben und Liegefahrrad, improvisierten viel, sorgten bei ersten Probefahrten für staunende Gesichter. Mittlerweile berichteten Zeitungen und das chinesische Fernsehen über die Deutschen.  Diese hatten sich in der südchinesischen Stadt kennengelernt, kamen nach einigen Bieren auf die Idee zu der Reise und setzten den Plan schließlich in die Tat um.Die beiden "Bambuspunks" wollen nicht nur ein Zeichens für den Erhalt der Umwelt setzen, sondern auch die Welt sehen: Aus China geht es ab Juni über Kasachstan, Russland, Urkaine und Polen nach Deutschland. In einem halben Jahr wollen die beiden Abenteurer 12.000 Kilometer schaffen, vorbei am Himalaya  über 4000 Meter hohe Gebirgspässe, durch heiße Wüsten und trockenes Steppenland.  "Ich freue mich wahnsinnig auf diese gewagte und abenteuerliche Reise", erklärt der Kasseler. "Wir werden durch atemberaubende Landschaften fahren und auf eine Vielzahl von Herausforderungen stoßen."Auf Eventualitäten sind Chris Young und Tobias Endrikat   vorbereitet: Gegen die russische Kälte sollen Schlafsäcke helfen, Ersatzteile sind ausreichend vorhanden, ebenso wie Medikamente. Und: "In Kasachstan können wird notfalls ein Kamel vors Rad schnallen oder in Russland die Räder durch Kufen ersetzen", lacht Young. "Allein die Temperaturunterschiede sind schon eine Herausforderung, aber alles ist machbar."Eigentlich sollte Reisebeginn am 30. April sein, doch Visa-Schwierigkeiten lassen die Deutschen im Juni starten.Infos und Sponsoren: www.bambuspunks.de

Die Route

Von Kunming (Südchina) führt der Weg gen Norden, dort folgt die Durchquerung eines Teils der Taklamakanwüste. Dann nach Kasachstan, durch einen Südzipfel Russlands, direkt in Richtung Kiew (Ukraine), von wo aus es über Polen weiter geht bis Deutschland.

Das Gefährt

Das Mobil in einer frühen Bauphase. Mittlerweile kann man längst damit fahren, im Juni soll die Abenteuertour beginnen.

Das Fahrzeug ("Bambusmobil") besteht aus einem vollgefedertem Bambusrahmen und drei Rädern: vorne zwei, die gelenkt werden können, hinten eines, auf das die gemeinsame  Tretkraft der nebeneinander sitzenden Fahrer übertragen wird. Ein Generator an der Kette sowie fast drei Quadratmeter  Solarzellen sorgen für Strom u.a. für den Elektromotor, Beleuchtung und Ladegeräte für Handys.

Die Fahrer

Chris Young (34) ist in den USA geboren, wuchs aber in Kassel auf. Vor drei Jahren verließ er Kassel, lebte eine Zeit in den USA und Südamerika und war schließlich in China als privater Englisch-Lehrer angestellt.Tobias Endrikat (21) ist gebürtiger Berliner. Er ist Vegetarier, liebt Musik und kam als Au Pair nach China. Nach einem Streit mit seiner Gastfamilie verließ er diese, lernte Chris kennen und die beiden entschlossen sich zu der Reise.

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