Falsche Bankmitarbeiter und angebliche Verwandte rufen wieder vermehrt bei Senioren im Landkreis an

Vorsicht Betrug! Polizei in Waldeck-Frankenberg warnt vor falschen Bankmitarbeitern und angeblichen Verwandten.

Korbach - In den letzten Wochen gab es mehrere Anzeigen und Meldungen bei der Polizei im Landkreis Waldeck-Frankenberg, weil sich Anrufer als Bank- oder Sparkassenmitarbeiter ausgaben und versuchten, die Angerufenen zu betrügen. Glücklicherweise entstand dabei kein Schaden, wie die Polizei berichtet.

Die zumeist freundlich und seriös wirkenden Anrufer stellten sich als Mitarbeiter von Banken oder Sparkassen vor. Durch geschickte Gesprächsführung gelang es einer am Telefon glaubhaft wirkenden Frau, einen älteren Mann aus dem Landkreis dazu zu bewegen, seine Kontodaten preiszugeben.

Unmittelbar danach kam es zu zwei missbräuchlichen Überweisungen vom Konto des Seniors auf ein ausländisches Konto. Da er dies gerade noch rechtzeitig bemerkte, konnten die Buchungen rückgängig gemacht werden.

Weitere Anrufe von angeblichen Bankmitarbeitern konnten von den Angerufenen sofort als betrügerische Anrufe erkannt werden.

Andere Betrüger am Telefon

Vergangenen Donnerstag, 23. April 2020, kam es in Waldeck und Bad Arolsen zu mindestens zwei betrügerischen Anrufen bei Senioren. In beiden Fällen gaben sich die Anrufer als Verwandte aus und wollten die Senioren um ihr Erspartes betrügen. Sie blieben erfolglos.

Ein 87-Jähriger aus einem Waldecker Ortsteil erhielt gegen 14.20 Uhr einen Anruf. Dem Betrüger gelang, dem Senior vorzugaukeln, dass er ein Cousin sei und sich derzeit in seiner Nähe aufhalte.

In einem längeren Gespräch schilderte er eine Notsituation und bat dringend um 10.000 Euro. Der Anrufer wirkte glaubwürdig, so dass der Senior mit dem vom Betrüger bestellten Taxi zu seiner Bank fuhr. Dort hob er das geforderte Geld ab und ließ sich wieder nach Hause fahren. Erst jetzt erzählte er seiner Tochter von dem Anruf des angeblichen Cousins.

Nachdem sich diese durch einen Anruf bei dem richtigen Cousin vergewissert hatte, dass dieser nicht angerufen hat, war ihr klar, dass ihr Vater einem Betrüger aufgesessen war. Sie konnte schließlich verhindern, dass ihrem Vater ein Schaden entstand und informierte sofort die Polizei.

Um 15.40 Uhr rief eine Frau bei einer 81-Jährige aus Bad Arolsen an. Der Anruferin gelang es noch, der Seniorin den Namen einer Nichte zu entlocken. Als die Betrügerin schilderte, dass sie beruflich in Kassel sei und für dringende Einkäufe 12.000 Euro benötige, wurde die Bad Arolserin schon misstrauisch.

Sie teilte der Anruferin nur mit, dass sie so viel Geld nicht habe. Das Gespräch wurde von der Anruferin beendet, sie wollte sich aber am nächsten Tag nochmal melden. Die Seniorin reagierte richtig und informierte sich anschließend bei ihrer richtigen Nichte, die natürlich nicht die Anruferin war.

Die Polizei warnt und rät

Da es in letzter Zeit wieder vermehrt zu betrügerischen Anrufen mit der sogenannten Enkeltrickmasche oder falschen Bankmitarbeitern kommt, warnt die Polizei und gibt Tipps:

Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt, insbesondere wenn der Anrufer das Gespräch mit „Rate mal, wer dran ist?“ oder „Erkennst Du mich denn nicht?“ beginnt.

Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.

Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis. Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

Informieren Sie sofort die Polizei über die 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt. Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

Die Polizei weist auch darauf hin: Banken rufen ihre zwar Kunden an, in der Regel jedoch nur die persönlich bekannten Kundenberater, deren Assistenz oder auch das Call-Center und dass nur zu normalen Geschäftszeiten.

Ist ihnen der Anrufer nicht bekannt, prüfen Sie ob es diesen Mitarbeiter tatsächlich gibt. Kontaktieren Sie dazu ihren eigenen Berater.

Bankmitarbeiter werden niemals persönliche Daten oder Kontodaten am Telefon erfragen und erst recht nicht nach der persönlichen Geheimzahl (PIN) oder nach der Transaktionsnummer (TAN) verlangen. Ebenso wird niemals die Herausgabe von Bargeld oder Wertgegenständen verlangt.

Behauptungen wie: „Jemand hat Zugriff auf Ihr Konto oder das Geld sei bei der Bank nicht mehr sicher, es muss zuhause aufbewahrt oder in ein Schließfach gelegt werden oder Überweisungen müssen gesperrt werden“, stimmen nicht!

Sprechen Sie mit Familienangehörigen oder anderen Vertrauenspersonen über solche ungewöhnlichen Situationen und holen Sie sich Rat. Geben Sie auf keinen Fall private Daten z.B. Bankkontodaten, Kreditkartendaten, TAN-Nummern oder Zugangsdaten zu Kundenkonten (z.B. PayPal) heraus.

Rubriklistenbild: © dpa

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