Vorsicht bei Insektenstichen: In diesem Jahr sind sie besonders häufig

Aktuell haben einige Wespenvölker ihre maximale Größe erreicht und sind entsprechend häufig auf Futtersuche.
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Aktuell haben einige Wespenvölker ihre maximale Größe erreicht und sind entsprechend häufig auf Futtersuche.

Waren es im ersten Halbjahr 2017 nur 20 Patienten, suchten bis Juli 2018 bereits über 100 Patienten nach Insektenstichen die Ambulanz in Korbach auf.

Korbach. 2018 ist ein frühes und starkes Blütenjahr. Das kommt auch Wespen zu Gute. Die Wespenköniginnen, die den Winter überlebten, konnte in manchen Regionen früh mit dem Aufbau ihrer Völker beginnen. Aktuell haben einige Wespenvölker ihre maximale Größe erreicht und sind entsprechend häufig auf Futtersuche. Und Futter finden sie jede Menge, da auch die Insektenpopulationen enorm gewachsen sind, die Wespen auf ihrer Speisekarte haben.

Zudem hat der trockene Sommer den Wespen mehr Optionen für ein erfolgreiches Nisten geboten. Regen und Überschwemmungen zerstören oft Bodennester. Das gab es in diesem Jahr kaum. Allerdings gibt es regional unterschiedliche Wahrnehmungen. Von einer Wespenplage will kein Experte sprechen.

Allerdings gab es in diesem Sommer in Waldeck-Frankenberg einige Leitstellenalarmierungen für die Feuerwehren zum Stichwort Wespennest. Das Stadtkrankenhaus Korbach hat in den letzten Wochen vermehrt Patienten aufgenommen, die nach Insektenstichen die Ambulanz aufsuchten. Wobei es sich nicht ausschließlich um Wespenstiche handelte. Bienen- und Mückenstiche und andere gehörten auch dazu.

„Waren es im ersten Halbjahr 2017 nur 20 Patienten, suchten bis Juli 2018 bereits über 100 Patienten nach Insektenstichen die Ambulanz auf; sechs Patienten mussten stationär aufgenommen werden“, teilt das Krankenhaus mit.

Viele unserer Patienten, die mit Insektenstichen in die Ambulanz kommen, fürchten wohl eine allergische Reaktion“, weiß Chefarzt Dr. Jochen Klotz. Allerdings hätten nur vereinzelt Patienten eine Allergie. Dass nach einem Wespenstich eine große Schwellung entstehe, sei normal, so Klotz. Oft reiche es aus, die Stelle zu kühlen.

Insektenstiche in kritischen Regionen

„Wer sich aber unsicher ist, sollte zum Arzt. Vor allem bei Insektenstichen in kritischen Regionen, wie etwa dem Hals-/Rachenraum sollte direkt der Notruf über die 112 erfolgen.“ Insbesondere bei Kindern empfiehlt der erfahrene Arzt mit besonderer Vorsicht zu handeln.

„Gerade Kinder kratzen häufig an Insektenstichen. Dadurch vergrößert sich das Risiko, dass sich der Stich entzündet und andere, schwerwiegende Krankheiten wie eine Phlegmone auftreten“, so Klotz. „Durch das Kratzen entsteht eine kleine offene Wunde, durch die Bakterien unserer Hautoberfläche in die Blutbahn eindringen, die dort nichts verloren haben.“

Eine Phlegmone ist eine Gewebskrankheit der unteren Hautschichten. Sie wird meist von Staphylokokken, seltener auch von Streptokokken oder Chlamydien ausgelöst. Im Verlauf der Krankheit kommt es zu eitrigen Prozessen in den tieferen Hautschichten.

„Unbehandelt kann die Phlegmone Komplikationen bis hin zur tödlichen Blutvergiftung mit sich bringen. Sie sollte daher nicht auf die leichte Schulter genommen werden, auch wenn es sich „nur“ um einen entzündeten Insektenstich zu handeln scheint“, rät der Chefarzt.

Zieht ein Insektenstich eine Schwellung und Rötung nach sich, die stärker ist als die normale Reaktion, und ist die Haut sehr schmerzempfindlich, könne von einer Entzündung des Stichs ausgegangen werden. Auch Fieber und/oder Schüttelfrost einige Tage nach Insektenstichen kann auf Phlegmone hinweisen.

In diesem Fall ist es ratsam, sofort einen Arzt aufzusuchen. Je eher die Entzündung behandelt wird, desto schneller und einfacher lässt sie sich heilen. Klotz: „Wird die Krankheit frühzeitig erkannt, ist es meist ausreichend, über einen gewissen Zeitraum hinweg Antibiotika einzunehmen und den betroffenen Körperteil ruhigzustellen. Ist sie bereits weiter fortgeschritten, wird ein operativer Eingriff im Krankenhaus, bei dem die Hautstelle chirurgisch eröffnet und die Wunde gespült wird, notwendig“, so der Chirurg.

Entzündungen nach Stichen vorbeugen

Einer Entzündung nach einem Insektenstich lässt sich relativ gut verbeugen. Zunächst sollte die Einstichstelle mit einem Desinfektionsmittel behandelt werden, um so mögliche Erreger und Bakterien direkt an der Einstichstelle abzutöten. Um den Juckreiz zu minimieren und ein Aufkratzen zu verhindern, sind handelsübliche juckreizstillende Gels in der Apotheke zu bekommen. Viele schwören auch auf altbewährte Hausmittel wie etwa eine aufgeschnittene Zitrone oder Zwiebel auf dem Stich, so das Stadtkrankenhaus in Korbach.

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