Vorsicht, Vorurteile: Internationaler Tag gegen Rassismus

In den Bahnhöfen in Bad Wildungen, Frankenberg und Korbach wurden Bodenaufkleber angebracht.
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In den Bahnhöfen in Bad Wildungen, Frankenberg und Korbach wurden Bodenaufkleber angebracht.

Rechtsextreme Übergriffe und rassistische Diskriminierungen sind ein dauerhaftes Problem in unserem Land. Allein im Jahr 2019 wurden bundesweit 22.342 Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund erfasst.

Waldeck-Frankenberg. Rechtsextreme Übergriffe und rassistische Diskriminierungen sind ein dauerhaftes Problem in unserem Land. Allein im Jahr 2019 wurden bundesweit 22.342 Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund erfasst. Gerade wurde der Jahrestag der Morde von Hanau begangen und der Prozess zum Attentat auf Dr. Walter Lübcke hat einen Abschluss gefunden. Rechtsextremistische Bestrebungen gefährden unser friedliches Zusammenleben ebenso wie rassistische, antisemitische und totalitäre Ideologien und Diskriminierungen.

Tätliche Übergriffe bis hin zum Mord sind besonders sichtbare Zeichen für den Rassismus in unserer Gesellschaft. Sie sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Viele Menschen werden im Alltag aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Herkunft oder Religion, ihres Aussehens oder sonstiger rassistischer Zuschreibungen diskriminiert. Im Alltag entsteht Rassismus oft über Vorurteile und Stereotype, die den Blick auf die Person verdecken. Für Betroffene ist diese Erfahrung verletzend. Rassismus greift die Würde eines Menschen an und hat einschneidende Konsequenzen, da er die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben einschränkt.

Das Netzwerk für Toleranz Waldeck-Frankenberg beteiligt sich an der Kampagne „Vorsicht, Vorurteile!“ des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufenen Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Im Rahmen der Kampagne fand zum Aktionstag gegen Rassismus am 18. März ein Projekt statt: In den Bahnhöfen in Bad Wildungen, Frankenberg und Korbach wurden Bodenaufkleber mit dem Hinweis „Zu viele gehen einfach über mich hinweg. Rassismus ist ein echtes Problem in Deutschland und fängt mit Vorurteilen an. Doch nur wer sie sich bewusst macht, kann sie überwinden.“ angebracht. Der Nordhessische Verkehrsverbund NVV) und die Kurhessenbahn haben di Aktion unterstützt.

„Vorurteile und rassistische Einstellungen sind überall in der Gesellschaft zu finden“, so Landrat Dr. Reinhard Kubat. „Gewalttaten wie die Morde von Hanau, der Anschlag von Halle oder der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke haben uns auf schreckliche Weise vor Augen geführt, was der Rechtsextremismus anrichten kann.“ Deshalb sei es wichtig, sich mit dem Thema immer wieder auseinanderzusetzen, ob in der Schule, in der Presse, im Berufsleben oder im Alltag.

„Auch wir haben uns der Aktion gern angeschlossen, weil wir in der Öffentlichkeit dafür werben wollen, dass Alltagsrassismus keinen Platz im öffentlichen Nahverkehr hat“, so NVV-Geschäftsführer Steffen Müller. „Als die Anfrage zur Beteiligung kam, mussten wir nicht lange nachdenken“, bestätigt Jens Wrabletz, Leiter Finanzen und Marketing des NVV. Der DB-Konzern und somit auch die Kurhessenbahn sei offen für Vielfalt und begrüße diese Kampagne ausdrücklich. Bei der Deutschen Bahn arbeiten Menschen aus mehr als 100 Nationen im Team erfolgreich zusammen, das Unternehmen verbinde Länder und Kulturen.

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