Wahl der evangelischen Kirchenvorstände 2019: Die Eigenständigkeit der Kirchengemeinden ist in Gefahr

Schon vor der Wahl der evangelischen Kirchenvorstände 2019 ist die Eigenständigkeit von Kirchengemeinden im Kirchenkreis Twiste-Eisenberg in Gefahr. In zwei Orten ist die Wahl bereits abgehakt und die Pfarrer müssen nun alleine ran.

Bad Arolsen/Twistetal - Am 22. September 2019 sind 78.512 wahlberechtigte, evangelische Kirchenmitglieder zur Vorstandswahl aufgerufen. Von den 755 Kandidaten im Kirchenkreis Twiste-Eisenberg werden dann schließlich 577 in den Kirchenvorständen vertreten sein. Doch für zwei Orte ist die Wahl schon gelaufen.

In den Dörfern Massenhausen und Elleringhausen konnten diesmal nicht genügend Kandiaten gefunden werden, hier wird somit die Wahl ausfallen, erklärt Dekanin Eva Brinke-Kriebel: „Wir werden in einem halben Jahr sehen, ob sich die Situation verändert hat und sich vielleicht doch noch Menschen bereit erklären, für dieses Amt zu kandidieren.“

Falls nicht ist die Eigenständigkeit der Kirchengemeinden in Gefahr. Die Gottesdienste selbst betreffe dies zunächst nicht.

In Elleringhausen hatte der Kirchenvorstand noch bei der gefeierten Sanierung der Kirche 2018 tatkräftig mitgewirkt. Nun muss Pfarrer Michael Böttcher, der die Orte des Kirchspiels Twiste-Waroldern (Twiste, Ober-Waroldern, Nieder-Waroldern und Elleringhausen) betreut,  ohne Unterstützer weitermachen.

Pfarrer Jörg Hebrank vom Bezirk Helsen ist, seitdem das Kirchspiel Vasbeck wegen Einsparungen seitens der Landeskirche aufgelöst wurde, auch für die Kirchengemeinde in Massenhausen zuständig und muss nun dort auch ohne Vorstand weitermachen.

Massenhausen könnte sich auch der Evangelischen Martin Luther Gemeinde Bad Arolsen anschließen. Diese wurde 2017 aus den Kirchengemeinden Bad Arolsen, Helsen und Wetterburg geschaffen, da die Zahl der Gemeindemitglieder sank und die Finanzierung der Gemeinden von der Zahl der Mitglieder abhängt.

Kirchenvorstandswahlen

Vor sechs Jahren lag die Wahlbeteiligung bei rund 30 Prozent. „Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Gemeindeglieder zu Wahl gehen“, so der Leiter des Kirchenkreisamtes Bernd Merhof, „es ist eine Chance, die kirchliche Arbeit vor Ort aktiv mitzugestalten.“

Dekanin Brinke-Kriebel ergänzt: „Den Kandidaten tut es gut, wenn sie Rückenwind aus ihrer Gemeinde haben.“

In vielen Briefkasten waren die Wahlbenachrichtigungen bereits zu finden, seit 27. August besteht die Möglichkeit zur Onlinewahl. Wahlunterlagen zur Briefwahl können bis 15. September im Pfarramt oder am 22. September bis 12 Uhr im Wahllokal, angefordert werden.

Mindestens vier Personen bilden einen vom aktuellen Kirchenvorstand berufenen Wahlvorstand. Dieser wird am Wahltag die Stimmen öffentlich auszählt. Das Wahlende und damit der Beginn der Auszählung ist in der persönlichen Wahlbenachrichtigung eingetragen. Die Ergebnisse werden vor Ort in einem späteren Gottesdienst bekannt gegeben. Die Mitglieder des neuen Kirchenvorstands werden bis zum ersten Advent eingeführt sein.

Im gesamten Bereich der Landeskirche Kurhessen-Waldeck werden am 22. September neue Kirchenvorstände gewählt. Alle sechs Jahre wird ein neuer Vorstand gewählt. Die Aufgaben des Kirchenvorstands sind sehr vielfältig. So leitet er laut der Grundordnung der evangelischen Kirche etwa gemeinsam mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer die Gemeinde, berät bei der Jugendarbeit, kümmert sich um Benachteiligte, achtet auf Traditionen, verwaltet die kirchlichen Gebäude, wirkt bei der Besetzung von Pfarrstellen mit und vieles mehr.

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