Wahlforum in Korbach: Wirtschaftsfrage an die Bundestagskandidaten

Frage an die Kandidaten zur Bundestagswahl: Inwieweit muss die Politik die Wirtschaft steuern, oder steuert die Wirtschaft längst die Politik?

Korbach. Im Korbacher Bürgerhaus haben sich die Kandidaten im Wahlkreis Waldeck zur Bundestagswahl aktuellen Themen und Fragen gestellt. Hier lesen Sie sinngemäß, welche Position welcher Kandidat zum jeweiligen Thema einnimmt in der Reihenfolge, wie die Statements am Abend des Wahlforumserfolgten:

Muss die Politik die Wirtschaft steuern, oder steuert die Wirtschaft längst die Politik?

Esther Dilcher (SPD): „Da steuert keiner den anderen.“ Von zu viel Einflussnahme hält die SPD-Kandidatin nichts. Für sie ist der Dialog wichtiger als Vorgaben. Sie setzt bei der wirtschaftlichen Entwicklung auf gebildete Inn0vationsgruppen. Eine direkte Steuerung werde es nicht geben. Vielmehr müsse genau geschaut werden welche Auswirkungen Gesetze haben können.

Regina Preysing (Die Linke):  „Es muss eine Steuerung der Wirtschaft geben, die politisch ausgerichtet ist.“ Die Politik müsse die Rahmenbedingungen setzen, um Einfluss zu nehmen, Wettbewerb zu fördern oder Ungleichgewichte zu beheben. Für „Die Linke“ sei denkbar, künftig die Mehrwertsteuer für Handwerksbetriebe auf 7 Prozent zu senken, um die kleinen Betriebe wettbewerbsfähiger zu machen.

Jürgen Frömmrich (Bündnis 90/ Die Grünen): „Politik muss Rahmenbedingungen schaffen. Es gibt aber auch enge Verflechtungen.“ Letztere seien nur durch mehr Transparenz, ein Lobbyregister und klare Regeln in den Griff zu bekommen. Gerade was die Lobbyarbeit der Konzerne angehe, bleibe zu viel der Einflussnahme im Dunklen. Andererseits rufe die Wirtschaft immer dann nach dem Staat, wenn es gilt, „die Kastanien aus dem Feuer zu holen“. Er nannte den Dieselgate und Air Berlin als Beispiele. „Der Steuerzahler muss dann wieder für alles aufkommen.“ So sehe es aktuell aus.

Jochen Rube (FDP): Der Liberale sieht kein übermächtiges Wirtschaftsgebaren. Im Gegenteil: Überall dort wo die Politik eingreife, entstünden die Probleme, wie aktuell bei Volkswagen. Dort gebe es zu viel „Verklüngelung“. Die viel zu vielen Regulierungen und der Bürokratismus treffen häufig nur den Mittelstand. „Großkonzerne bekommen das meistens geregelt.“ Wenn es nach ihm gehe, würde die meisten Regelungen mit aller Macht abgeschafft. „Wir müssen viel mehr Vertrauen in die Wirtschaft und die Verantwortlichen dort haben.“

Jan Nolte (AfD): Die Politik steuert die Wirtschaft und manchmal auch umgekehrt. „Beides gibt es von Fall zu Fall.“ In seinen Augen ist ein schlanker Staat der bessere Weg. Den Mindestlohn befürwortet er.

Thomas Viesehon (CDU): „Die hohe Kunst ist, wenn die Wirtschaft möglichst wenig Politik wahrnimmt.“ Die richtigen Rahmenbedingungen müssten jedoch geschaffen werden, um Innovationen voranzutreiben.

Lesen Sie am Montag, 4. September 2017 unter folgendem Link, was die Kandidaten sagen zu Innenpolitik und Terrorabwehr: Wie kriegen wir es hin, dass sich die Menschen sicher fühlen?

Rubriklistenbild: © Foto: M. Althaus

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Korbacher radelt von Hansestadt zu Hansestadt: 2.500 Kilometer in 10 Tagen

Rund 2.500 Kilometer legt dieser Korbacher in zehn Tagen mit dem Rad zurück.
Korbacher radelt von Hansestadt zu Hansestadt: 2.500 Kilometer in 10 Tagen

Mit dem Rad in zehn Tagen 25 Hansestädte besucht

Ralf Schüttler aus Korbach ist leidenschaftlicher Radfahrer. In diesem Jahr hat er sich mit zwei Kollegen eine besondere Tour ausgedacht. Es soll von Hansestadt zu …
Mit dem Rad in zehn Tagen 25 Hansestädte besucht

Sommerwettkämpfe mit der Deutschen Nationalmannschaft im Skilanglauf

Alle, die sich bei heißen Sommertemperaturen nach dem Winter sehnen, bekommen einen Vorgeschmack beim Deutschlandpokal.
Sommerwettkämpfe mit der Deutschen Nationalmannschaft im Skilanglauf

Fledermauserlebnisabend: Diashow im NationalparkZentrum Kellerwald und Exkursion in die Jagdreviere

Fledermausfans aufgepasst! Am Mittwoch veranstalten das Team des NationalparkZentrums und die Naturschutzjugend einen Fledermauserlebnisabend. An eine Diashow schließen …
Fledermauserlebnisabend: Diashow im NationalparkZentrum Kellerwald und Exkursion in die Jagdreviere

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.