Der Wald in der Klimakrise: „Bäume sind überfordert"

2020 droht das dritte Dürrejahr in Folge zu werden. Die Wälder in Waldeck-Frankenberg leiden unter den Folgen der Klimakrise. Landtagsabgeordneter Jürgen Frömmrich von Bündnis 90/Die Grünen: „Wie schlecht es dem heimischen Wald geht, zeigt sich bei jedem Spaziergang."

Waldeck-Frankenberg - 2020 droht das dritte Dürrejahr in Folge zu werden. Die Wälder in Waldeck-Frankenberg leiden unter den Folgen der Klimakrise. „Im Mittelpunkt der nächsten Jahrzehnte muss der klimastabile Umbau und Erhalt unserer Wälder stehen“, fordert Landtagsabgeordneter Jürgen Frömmrich von Bündnis 90/Die Grünen und fasst die bisherigen Bemühungen der Landesregierung zusammen.

Nach dem Dürre-Sommer 2019, dem drittwärmsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen, fällt es besonders den Waldflächen in Nord- und Mittelhessen schwer, sich von der Trockenheit zu erholen. Der Gesamtniederschlag betrug nur einen Bruchteil des Niederschlags in anderen Regionen. Besonders Fichten und Buchen seien auch im Landkreis Waldeck-Frankenberg im vergangenen Jahr der Dürre zum Opfer gefallen. Der Waldzustandsbericht des Hessischen Umweltministeriums kam im November zu dem Ergebnis, dass die Absterberate und der Anteil starker Schäden die höchsten Werte seit 1984 aufweisen.

Die Hessische Landesregierung hat 2019 einen 12-Punkte-Plan für einen klimastabilen Wald der Zukunft auf den Weg gebracht und stellt von 2019 bis 2023 insgesamt 200 Millionen Euro Landesmittel für den Waldschutz und Wiederaufbau des Waldes bereit. Zudem erstellt das Ministerium im Rahmen des Integrierten Klimaschutzplans eine Klimarisikokarte, um das Potenzial der Baumarten im Klimawandel abschätzen zu können. Das Land erarbeitet außerdem ein Wiederbewaldungsprogramm für den Staatswald.

Erste Ergebnisse eines im Dezember 2019 durchgeführten Fachsymposium „Baumarten im Hessischen Wald der Zukunft“ unter Beteiligung von Wissenschaft und Verbänden stehen allen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern zur Verfügung. Die Untersuchungsergebnisse zeigen insbesondere, wie standortheimischen Baumarten eigendynamisch auf ein verändertes Klima reagieren können. Die Landesregierung verfolgt das Ziel, die Naturwälder konsequent auszuweiten. Im April 2019 kamen weitere zwei Prozent hinzu, so dass inzwischen zehn Prozent der Staatswaldflächen und damit fast 32.000 Hektar nicht mehr bewirtschaftet werden. So unterliegen beispielsweise die imposante Naturwaldfläche der Kahlen Hardt, auf der rund 500 Jahre alte Eichen wachsen oder der Naturwald an den Ederseesteilhängen dem besonderen Schutz.

Jürgen Frömmrich: „Dem Wald geht es schlechter denn je, das zeigt sich bei jedem Spaziergang durch die heimischen Wälder. Die Geschwindigkeit des Klimawandels überfordert auch im Landkreis Waldeck-Frankenberg die Anpassungsfähigkeit unserer Baumarten. Nur mit einer angepassten Waldbewirtschaftung können wir dem Klimawandel etwas entgegensetzen. Klimaangepasste Mischwälder mindern das Risiko des großflächigen Waldsterbens, denn sie sind deutlich widerstandsfähiger und dienen sie als lebenswichtiger CO2-Speicher. Die Ausweitung des Nationalparks ist beispielsweise ein großer Erfolg für den Klimaschutz. Sollte in diesem Jahr ein dritter Dürre-Sommer kommen, müssen Bund und Länder über weitere Hilfen für die Forstwirtschaft nachdenken.“

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