Wasser aus der Tiefe: Neuer Brunnen für Korbacher Wasserversorgung

Informationsaustausch an der Bohrstelle: Bürgermeister Klaus Friedrich, Peter Kriebel Angers Söhne, Brunnenbau), Dr. Stefan Steinmetz Planungsfirma Geonik), Julia Knoblach Projektleiterin), Landrat Dr. Reinhard Kubat, EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller v.l.).
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Informationsaustausch an der Bohrstelle: Bürgermeister Klaus Friedrich, Peter Kriebel Angers Söhne, Brunnenbau), Dr. Stefan Steinmetz Planungsfirma Geonik), Julia Knoblach Projektleiterin), Landrat Dr. Reinhard Kubat, EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller v.l.).

Die Arbeiten auf der Baustelle des neuen Tiefbrunnens in der „Päddemarke“ zwischen Korbach und Ober-Waroldern laufen.

Korbach. Die Arbeiten auf der Baustelle des neuen Tiefbrunnens in der „Päddemarke“ zwischen Korbach und Ober-Waroldern laufen. Mit der Baumaßnahme will der Energieversorger EWF die Wasserversorgung in der Hansestadt für die Zukunft sichern.

Landrat Dr. Reinhard Kubat machte klar, wie wichtig der verantwortungsbewusste Umgang mit dem Grundnahrungsmittel Wasser für alle Menschen ist. „Die hohe Qualität unseres Trinkwassers hat für den Landkreis höchste Priorität. Damit das weiter so bleibt, müssen wir uns gemeinsam für den Schutz unserer Ressourcen einsetzen“. Anschließend hob der Korbacher Bürgermeister Klaus Friedrich die Bedeutung des Trinkwassers für Korbach hervor: „Korbach befindet sich in einer komplexen geologischen Lage. Dass die Korbacherinnen und Korbacher auch zukünftig mit qualitativ gutem und regionalem Trinkwasser versorgt werden, ist ein wichtiger Parameter für eine hohe Lebensqualität in unserer Stadt“. Gleichzeitig dankte er EWF für die verlässliche Partnerschaft.

Die EWF betreibt aktuell einen Tiefbrunnen in der „Päddemarke“, der in den 1970er Jahren in Betrieb genommen wurde. Nach Abschluss der Arbeiten verfügt die EWF über einen zweiten dort. Der neue Tiefbrunnen soll bis zu 160 Kubikmeter Wasser in der Stunde fördern. Das sind mehr als zehn Tankwagen mit etwa 15.000 Litern. Die EWF betreibt rund um Korbach insgesamt sechs Anlagen zur Wassergewinnung und fördert dort Trinkwasser für mehr als 24.000 Einwohner.„Wir wollen mit dem neuen Brunnen insgesamt nicht mehr Wasser fördern, sondern sicherer versorgen“, sagte Stefan Schaller. Die beiden Tiefbrunnen würden deshalb nicht gleichzeitig betrieben, sondern im Wechsel.

Tiefbrunnen bieten den großen Vorteil, dass das Wasser erst viele Gesteinsschichten durchläuft und dadurch von Natur aus eine sehr hohe Qualität hat. Die geplante Bohrung wird etwa 270 Meter tief. Das Wasser wird in einer Tiefe von 130 bis zu 270 Metern entnommen und nach oben gepumpt. Untersuchungen ergaben, dass der Grundwasserspiegel in etwa 85 Metern erreicht wird. Damit die Bohrung stabil bleibt, verjüngt sich diese nach unten hin immer weiter. Der Durchmesser der ersten Rohrtour beträgt 1,60 Meter. An der tiefsten Stelle des Tiefbrunnens sind es noch knapp über 40 Zentimeter. Das Wasser soll dann später durch eine Edelstahlausbauverrohrung zu Tage gepumpt werden.

Bereits im November 2020 begannen die Bauarbeiten für den neuen Tiefbrunnen mit dem Aufbau einer insgesamt etwa 16 Meter hohen Bohranlage. Das beauftragte Bohrunternehmen setzt zunächst das sogenannte Schlagbohrverfahren ein, bei dem das Gestein mit einem Meißel zerkleinert wird. Das zerkleinerte Material muss mit einem speziellen Behälter nach oben befördert werden. Nach etwa 150 Metern Bohrtiefe rüstet die Bohrfirma die Baustelle um und baut eine Drehbohranlage auf. Beim Drehbohrverfahren wird das Gestein unten mit einem Bohrmeißel zerkleinert. Das zerkleinerte Material wird durch eine Wasserspülung nach oben befördert.

Aufgrund des aufwändigeren Schlagbohrverfahrens am Anfang rechnet die EWF damit, dass die Bohrung in etwa 1,5 bis 2 Jahren abgeschlossen sein wird. Für die Arbeiten gelten strenge Vorkehrungen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die gesamte Maßnahme wurde genau mit dem Regierungspräsidium Kassel als Genehmigungsbehörde abgestimmt. Durch die seit Jahrzehnten bewährten Bohrmethoden ist sichergestellt, dass es zu keinen unerwünschten Auswirkungen auf Natur und Umwelt kommt.

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