Wasserspeier suchen Paten: Sanierung an Kilianskirche kostet rund 60.000 Euro

Wasserspeier am Turm der Kilianskirche in Korbach.
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Wasserspeier am Turm der Kilianskirche in Korbach.

Im Herbst 2020 schlugen Fachleute Alarm: Vier der Wasserspeier sind nicht mehr fest mit der Kilianskirche in Korbach verankert, eine Fiale wurde bereits in Sicherheit gebracht.

Korbach. Seit einigen Wochen gibt es Sperrungen an der Korbacher Kilianskirche: ein Bereich um das Südportal, ein weiterer an der Nordseite. Nach gründlicher Prüfung einer Spezialfirma im vergangenen Herbst, weisen vier Wasserspeier deutliche Risse auf, eine Fiale wurde aus Sicherheitsgründen bereits heruntergenommen und wird derzeit in der kleinen Kapelle der Kirche zwischengelagert.

Viele Korbacher erinnern sich noch genau an das Altstadt-Kulturfest im Sommer 2015, als bei einem heftigen Gewittersturm eine Fiale vom Dach der Kilianskirche krachte. Wie durch ein Wunder wurde damals niemand verletzt. Die Kirchengemeinde war alarmiert und ließ fortan das Gebäude und seine Verzierungen jährlich auf Risse prüfen. Im Herbst 2020 schlugen die Fachleute erneut Alarm: Vier der Wasserspeier sind nicht mehr fest mit dem Gebäude verankert, eine Fiale wurde bereits in Sicherheit gebracht.

Pfarrer Markus Hessler hat einen besonderen Bezug zu den fabelhaften Wesen. „Besonders bei dem wasserspeienden Mönch stellt sich mir die Frage, ob er etwas mit dem Gebäude oder mit Korbach zu tun hatte, ob er eine besondere Rolle spielte?“ Eine Frage, die noch keiner richtig beantworten konnte. Aber gerade dieser Mönch an der Südseite sitzt, wie drei weitere Figuren, nicht mehr fest am Dachsims. Schon vor etlichen Jahren wurde er zwar mit einer martialisch anmutenden Halterung am Hals versehen. Aber auch diese hat sich mittlerweile gelockert und bietet keine Sicherheit mehr.

Die Stadtkirchengemeinde rechnet nun mit rund 60.000 Euro Kosten für die Absicherung und Befestigung der Wasserspeier und der Fiale. „Eine Summe, die wir nicht so einfach aufbringen können“, betont Heßler. Deshalb sucht die Kiliansgemeinde Paten, die für den Erhalt der Wasserspeier spenden. „Das können Privatpersonen sein, aber auch Vereine und Unternehmen, die uns durch ihre Verbundenheit zur Kilianskirche helfen.“ Den Auftakt zur Spendenaktion haben Anfang des Jahres die Korbacher Weihnachtfreunde gemacht. Sie überreichten einen Scheck über 300 Euro.

Eine Alternative zur Instandsetzung der Figuren und der Fiale gebe es nicht, betont Pfarrer Heßler. „Wenn wir das Geld nicht aufbringen, müssen die Wasserspeier aus Sicherheitsgründen abgenommen werden.“ Denn vor allem die abgesperrte Zufahrt zum Gemeindehaus bereite Probleme. Doch eine Kilianskirche ohne Wasserspeier scheint undenkbar. Sie prägen das Gebäude aus dem 14. Jahrhundert. Bereits in der Romanik, später auch in der Gotik und in der Renaissance verwendeten die Bauherren besonders bei größeren Kirchengebäuden häufig dämonische Gestalten oder Tiere zum Ablauf des Regenwassers. Die Wasserspeier haben den Ruf, Beschützer zu sein. Ihr dämonisches Aussehen soll Geistern und Dämonen einen Spiegel vorhalten, sie vergraulen, und somit Kirchen und Klöster vor bösen Mächten schützen.

Fragen zur Spendenaktion beantworten Pfarrer Markus Heßler Tel. 05631-2595) oder Fritz Willems Tel. 05631-65233).

Gespendet werden kann an die Stadtkirchengemeinde Korbach, Verwendungszweck: Wasserspeier Kilian Korbach, Waldecker-Bank eG Korbach, IBAN: DE51 5236 0059 0000 0340 96, BIC: GENODEF1KBW.

Wasserspeier am Turm der Kilianskirche in Korbach.

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