Wegen des milden Winters zu viel Holz vor der Hütte

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Region. Holzpreise geraten unter Druck. Der ungewöhnlich milde Winter hat direkte Auswirkungen, sagt die „Initiative Holz und Arbeit NRW“ .

Sauerland (NRW). Der ungewöhnlich milde Winter hat direkte Auswirkungen auf die Holzmärkte. Durch ein Überangebot geraten derzeit die Märkte für Sägerestholz unter Druck, was zu einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation der holzverarbeitenden Betriebe führe, so die "Initiative Holz und Arbeit NRW". In den Vorjahren mussten Sägewerke aufgrund der strengen Winter die Produktion deutlich zurückfahren.

Sägenebenprodukte (Sägespäne, Hackschnitzel, Restholz) werden seither vor dem Winter eingelagert, um in ausreichender Menge für die Zellstoff- und Papierindustrie, die Holzwerkstoffindustrie und der Pelletindustrie zur Verfügung zu stehen. Da in diesem Winter aber Holz ständig weiter verarbeitet wurde, die angelegten Winterlager bis zum Rand gefüllt sind und aus Angst vor Mangel auch noch große Importmengen aus dem Ausland geordert wurden, gibt es ein Überangebot.

Auch leiden die Pellethersteller unter vergleichsweise niedrigem Pelletabsatz aufgrund des milden Winters. Die Erlöse aus dem Verkauf von Nebenprodukten sind für die Sägeindustrie von hoher Relevanz, so die Initiative. Da diese Märkte nun unter Druck stehen, geraten auch die Sägewerke weiter in Schwierigkeiten.

Zugleich verschärft sich die Wettbewerbssituation bei der Beschaffung von Rundholz. In Österreich und Süddeutschland gebe es ein deutlich höheres Rundholzaufkommen als im Sauerland. Es besteht ein Überangebot und die Rundholzpreise sinken.

Aufrufe in Süddeutschland und Österreich aus der Sägeindustrie zur Drosselung der Produktion könnten dort zu weiteren Preisreduktionen beim Rundholz führen, befürchtet die Initiative. Das vorhandene Ungleichgewicht im Vergleich zu teureren Märkten in NRW werde damit noch vergrößert. Eine deutliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation der Sägeindustrie sei die Perspektive.

Falls in den kommenden Wochen die Rundholzpreise in NRW fortgeführt oder gar erhöht werden, bedeutet dies für die Betriebe im Sauerland einen weiteren Wettbewerbsnachteil. Darum appelliert die "Initiative Holz und Arbeit NRW" an die Waldbesitzer, die aktuellen Veränderungen auf den Holzmärkten bei den anstehenden Marktgesprächen zu berücksichtigen.

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