So weit die Füße tragen

Otto Schoeneweis moechte seinen Beitrag fuer gentechnikfreie Lebensmittel leisten. Seither ist der 54-jaehrige Landwirt ab und an zu Fuss unterwegs.
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Otto Schoeneweis moechte seinen Beitrag fuer gentechnikfreie Lebensmittel leisten. Seither ist der 54-jaehrige Landwirt ab und an zu Fuss unterwegs.

Waldeck-Frankenberg. Aktuell werden die bundesdeutschen Verbraucher wieder einmal aufgeschreckt durch Medienberichte über Verunreinigungen und Vergif

Waldeck-Frankenberg. Aktuell werden die bundesdeutschen Verbraucher wieder einmal aufgeschreckt durch Medienberichte über Verunreinigungen und Vergiftungen landwirtschaftlicher Produkte.Verschiedene Umweltorganisationen, wie der BUND haben zu einer Großdemonstration in Berlin am Samstag, 22. Januar eingeladen, um anlässlich der "Grünen Woche" und dem Treffen von Landwirtschaftsministern und Konzernen aus aller Herren Länder unter dem Motto "wir haben es satt" gegen "Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporte" zu demonstrieren. Auch Otto Schöneweis möchte seinen Beitrag für gentechnikfreie, gesunde und fair produzierte Lebensmittel leisten. Seit dem vergangenen Jahr ist der 54-jährige Landwirt, der einen eigenen Betrieb in Bad Wildungen - Braunau mit 125 Stück Vieh und 60 ha Fläche betreibt, ab und an zu Fuß unterwegs, um auf die Ungereimtheiten und Fehler der Agrarpolitik aufmerksam zu machen. Im vergangenen Jahr ist er bereits 380 Kilometer für faire Milch gelaufen, immer einen flotten Spruch auf den Lippen und immer gut drauf. "So weit die Füße tragen, an guten, wie an schlechten Tagen", heißt seine Devise. Und er hat noch mehr in Reimform auf Lager, Gedichte und Verse zu den Problemen der Landwirte, die ihm meist bei der Arbeit im eigenen Kuhstall einfallen.

Am vergangenen Dienstag ging er zu Fuß von Bad – Wildungen - Braunau über Frankenberg bis nach Korbach - Lelbach. Wie immer in Holzschuhen, mit zwei Stöcken und passender Fahne. Nachts um halb drei ist er gestartet und hat die 65 Kilometer in rund 11 Stunden Laufzeit absolviert. "Dies ist ein Testlauf", erzählt er uns unterwegs auf der Strecke.Ende März will er noch nach NRW laufen, um auch dort auf die Möglichkeiten der fairen Milchproduktion aufmerksam zu machen.Konventionelle Produkte ohne Futtermittel von außerhalb, dafür mit fairem Preis für Produzenten und Endverbraucher, aus der Region und für die Region. Mit Sorge betrachtet er Pläne, für den enorm zunehmenden Maisbedarf der steigenden Zahl von Biogasanlagen gentechnisch veränderte Sorten zu verwenden. Viele Risiken sieht er vor allem darin, wenn die Restprodukte wieder in den Nahrungsmittelkreislauf eingebracht werden.So will er noch viele Kilometer laufen für seine Anliegen. Meist ist er alleine unterwegs, immer entlang der Hauptstraßen, aber im kommenden Jahr möchte er dann weitere Sympathisanten mitnehmen auf seine Touren durch die Republik.

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