Welle von Betrugsversuchen schwappt über den Landkreis

Mehr als 30 betrügerische Anrufe registrierte die Polizei am 23. September 2020 in Waldeck-Frankenberg.

Korbach –Überwiegend ältere Menschen aus dem Landkreis meldeten sich über den Tag verteilt, nachdem sie von einem „Falschen Polizeibeamten“ kontaktiert wurden.

Gestern Morgen ab 09.30 Uhr gingen bei der Polizei in Frankenberg über 20 Meldungen ein. Überwiegend ältere Menschen berichteten von Betrugsversuchen durch Anrufe eines falschen Polizeibeamten. Nachdem die Welle der Anrufe in Frankenberg abebbte, ging sie gegen Mittag in Korbach weiter.

Hier registrierte die Polizei etwa zehn ähnliche Anrufe. In den Abendstunden versuchten es die Betrüger in Bad Arolsen, wo sie bei den bekannt gewordenen Anrufen ebenfalls erfolglos blieben.

Betrüger scheitern an informierten Bürgern

Die Anrufer stellten sich immer als Polizeibeamte vor, mal kamen sie angeblich von der Polizei aus Korbach oder Frankenberg, in einigen Fällen nannten sie ihre Namen mit "Jürgen Dietz" oder "Kriminalkommissar Weber".

Danach erzählten die Betrüger die schon länger bekannte Geschichte, dass ein Einbrecher in der Nachbarschaft festgenommen worden sei. Bei diesem Einbrecher habe man einen Zettel gefunden, auf dem der Name und die Anschrift des Angerufenen stehen soll.

Der Betrüger erklärte, dass man befürchte, dass auch bei dem Angerufenem eingebrochen werden soll. Er fragte nach Wertsachen, Tresoren und Sparbüchern, die in Sicherheit gebracht werden müssten. In einigen Fällen wurden die Menschen aufgefordert, nach einem Piepton die 110 zu wählen.

Die Betrugsmasche war den Angerufenen größtenteils bekannt. Spätesten bei der Frage nach Wertsachen oder der Aufforderung die 110 anzurufen, erkannten sie den Betrugsversuch, beendeten das Telefonat und erstatteten Anzeige bei der Polizei.

Die informierten Bürger handelten richtig, lobt die Polizei. Keiner der angerufenen Menschen fiel auf die Betrüger rein.

Der Anrufer sprach in allen Fällen akzentfrei Deutsch, seine Stimme wurde überwiegend als angenehm und sympathisch beschrieben. Die Kriminalpolizei Korbach hat die Ermittlungen aufgenommen.

Polizei warnt erneut vor betrügerischen Anrufen

Die Betrüger scheitern, wie gestern in Korbach, Frankenberg und Bad Arolsen, in den meisten Fällen. Da es aber in der Vergangenheit bei einigen Fällen leider tatsächlich zu einer Übergabe von hohen fünfstelligen Beträgen durch Senioren an die Betrüger kam, und davon auszugehen ist, dass sie es weiterhin versuchen werden, warnt die Polizei erneut gibt folgende Tipps:

Die "echte" Polizei erfragt am Telefon keine Details zu Kontodaten oder Wertgegenständen im Haus. Die Polizei fordert Sie niemals auf, Banküberweisungen oder Bargeldabhebungen durchzuführen.

Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen oder familiären Verhältnissen preis.

Seien Sie misstrauisch: Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit. Sie haben immer Zeit für eine Rücksprache mit Angehörigen, Vertrauenspersonen und der örtlichen Polizei.

Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.

Informieren Sie sofort die Polizei über die 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.

WICHTIG: Beenden Sie das vorige Telefonat unbedingt durch Auflegen und wählen erst nach einigen Minuten die 110.

Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

Sprechen Sie mit Angehörigen, die Opfer werden könnten, über diese Betrugsmasche.

Rubriklistenbild: © (c) dpa (Symbolbild)

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