Wende oder Revolution?

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Der Energiewendedialog im Autohaus Wahl fand viel Resonanz. Thorsten Jähn (Filialleiter), Stefan Schaller, Dr. Martin Hoppe-Kilpper, Rainer Dippel, Jens Deutschendorf und Axel Krüer (Vorsitzender des Stiftungsvereins) Foto: MA

Die Energiewende und ihre Folgen für die Region wurde teils hitzig diskutiert.

Korbach. "Dezentrale Energieversorgung durch erneuerbare Energien, Chance für unsere Zukunft?" Zu dieser Frage hatte der Stiftungsverein "Zukunft für unsere Region" die Experten Dr. Martin Hoppe-Kilpper (Geschäftsführer des DeENet), Rainer Dippel (Viessmann Werke), Stefan Schaller (Geschäftsführer EWF) und Jens Deutschendorf (Erster Kreisbeigeordneter) zur Podiumsdiskussion geladen.

Im Autohaus der BMW Wahl Group in Korbach wurde aber vielmehr die Umsetzung der Energiewende sehr emotional diskutiert. Zumal sich Bürger und Initiativen aus Diemelsee, Rhena, Goldhausen, Lelbach und Lengefeld Gehör verschafften. Sie seien zwar keine Gegner der Energiewende. Einige leiden aber bereits unter einer enormen Anzahl von Windkraftanlagen (in Diemelsee stehen 73), andere befürchten, dies könne sie nach den künftig ausgewiesenen Vorranggebieten auch treffen.Es gibt mittlerweile massive Akzeptanzprobleme, das ist auch den Beteiligten klar. Dabei sei es enorm wichtig, dezentral und lokal den Wechsel von den konventionelle Kraftwerken hin zu erneuerbaren Energiequellen zu schaffen. Stefan Schaller (Geschäftsführer EWF), sieht mittlerweile enorme Risiken. "Die Energiewende ist eine OP am offenen Herzen mit einem Arzt, der das noch nie gemacht hat."Er zitierte auch Energieminister Sigmar Gabriel: "Wir sind dabei die Energiewende vor die Wand zu fahren." Zu weit driften seiner Meinung nach die technischen Möglichkeiten von den angestrebten Systemvorgaben auseinander.Rainer Dippel (Viessmann Werke) weiß, dass "kein Stein auf dem anderen bleibt, wenn man sich vor Augen führt, dass bis 2050 etwa 80 Prozent der Heizenergie in den Gebäuden eingespart werden soll. Es gebe viele erfolgreiche Projekte in Deutschland, aber letztlich sei jeder einzelne gefragt, sich auf diese Energierevolution einzustellen und Technik umzurüsten."An der Energiewende führt kein Weg vorbei", lautet die Perspektive für die Region von Dr. Martin Hoppe-Kilpper (Geschäftsführer des DeENet). Ein Paradigmenwechsel könne nur gelingen, wenn der Wandel bei jedem einzelnen stattfinde. Hoppe-Kilpper sieht die Energiewende vielmehr in Gefahr durch gezielte Kampagnen der Industrie, die auf konventionelle Energien setzt. "Die haben es geschafft, quer zu schießen, und man sollte sich einmal fragen, welche wirtschaftlichen Interessen dahinter stecken."Für den Ersten Kreisbeigeordneten Jens Deutschendorf war es ein Abend gemischter Gefühle. Einerseits als Befürworter der Energiewende, der aber auch die Ängste der Anwohner versteht. Er kann nicht ausschließen, dass zu den vorhandenen Windanlagen weitere hinzukommen: "Ich glaube aber, dass die Grenze in Vasbeck erreicht ist."Einig waren sich zumindest alle darüber, dass bei der Wertschöpfung die Region Vorrang haben sollte, wenn die weiteren Gebiete ausgewiesen werden.

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