Weniger Gewalt in Frankenberg - Sperrzeit wird verlängert

Die Sperrstunde sollte die Zahl der nächtlichen Delikte eindämmen. Foto: Archiv
+
Die Sperrstunde sollte die Zahl der nächtlichen Delikte eindämmen. Foto: Archiv

Frankenberg. Weniger registrierte Gewalt ist für Bürgermeister Heß ein klarer Erfolg der frühen Sperrstunde. Die Jugendverbände sehen das anders.

Frankenberg. Rückenwind für Bürgermeister Rüdiger Heß und die Sperrzeitverlängerung: In der Stadt Frankenberg sind nach Einführung der Sperrzeitverlängerung die Gewaltdelikte von 84 im Jahr 2012 auf 60 im Jahr 2013 zurückgegangen. "Das ist ein Rückgang um 38,5 Prozent", freut sich der Bürgermeister, der sich als zuständige Ortspolizeibehörde in seiner damaligen Entscheidung zur Verlängerung der Sperrzeit bestätigt sieht. Daher soll auch zukünftig in Frankenberg die Sperrzeitverlängerung ab 3 Uhr weiter gelten. Die neue Verordnung, die im Februar diesen Jahres veröffentlicht wurde hat Gültigkeit bis Ende 2017. Heß: "Aufgrund der vorliegenden Zahlen ist auch nach Ablauf des Probejahres keine andere Entscheidung möglich."

Der Rathauschef weist darauf hin, dass in der Vergangenheit eine Vielzahl von Kriminaldelikten, vor allem Gewaltdelikte, nachweislich zum weitaus größten Teil in der Zeitspanne von 3 Uhr bis 5 Uhr und unter Alkoholeinfluss zu verzeichnen gewesen sind. "Ich bin froh, dass ich die Sperrzeitverlängerung nun in der Nachsicht bewährt hat", sagte Heß.

Der Bürgermeister wies aber auch darauf hin, dass im vergangen Jahr für eine ganze Reihe von Veranstaltungen von Jugendclubs und Diskotheken eine Ausnahme von der Sperrzeitverlängerung genehmigt wurden. Dabei mussten aber die Veranstalter gegenüber dem städtischen Ordnungsamt ein entsprechendes Sicherheitskonzept vorlegen. "Im Jahr 2013 waren es insgesamt acht Veranstaltungen, bei denen bis um 5 Uhr gefeiert werden konnte. Für 2014 sind bereits vier Veranstaltungen genehmigt." Der Bürgermeister betont, es soll in Frankenberg gefeiert werden, aber ohne Gewalt.

"Bestürzt über die Verlängerung der Sperrstunde"

Für die politische Jugendorganisationen von SPD, Grüne und FDP sowie die Hessische Landjugend und die Landjugend Geismar ist der Fall nicht so eindeutig.

"Wir sehen unsere Positionen von vor einem Jahr bestätigt und stehen der Sperrstundenverlängerung auch weiter ablehnend gegenüber", erläutert Mark Fallenbüchel (Beisitzer im Kreisvorstand der JuLis), "statt den zum größten Teil friedlichen Jugendlichen das Feiern zu verbieten, sollte lieber ein gemeinsames Präventionskonzept erarbeitet werden. Eine Expertengruppe aus Jugendverbänden, Polizei, Ordnungsamt und Betreibern sollte sich mit der Erarbeitung eines solchen Konzeptes auf Einladung des Bürgermeisters befassen."

Den Jugendverbänden geht es laut Pressemitteilung vorrangig darum, den Bürgermeister zur Einlösung seines Versprechens nach einem Treffen mit den Verbänden aufzufordern und dabei Zahlen über die Straftatenentwicklung offenzulegen. "Zielführend wäre es, die Zahlen der Straftaten von 2012 im Zeitraum von 22 bis 6 Uhr mit denen von 2013 für denselben Zeitraum zu vergleichen. Es kann durchaus sein, dass die Straftaten zwischen 3 und 6 Uhr abgenommen haben", erklärt Hendrik Klinge, "allerdings gehen wir davon aus, dass die Straftaten der gesamten Nacht keinesfalls weniger geworden sind, sondern nun einfach früher geschehen."

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Neuer Hafen für Wohnmobile in Korbach
Waldeck-Frankenberg

Neuer Hafen für Wohnmobile in Korbach

Reisen mit der eigenen mobilen Wohnung ist voll im Trend, die Wohnmobilbranche boomt. Jetzt gibt es auch in der Hansestadt eine attraktive Übernachtungs- und …
Neuer Hafen für Wohnmobile in Korbach
Massenhausen lädt zum „Flohmarkt im Durpe“
Waldeck-Frankenberg

Massenhausen lädt zum „Flohmarkt im Durpe“

Zu einem Flohmarkt im Dorf laden die Bewohner von Massenhausen ein. Und auch das Waldecker Spielzeugmuseum öffnet seine Türen.
Massenhausen lädt zum „Flohmarkt im Durpe“
Szenen vom Abend mit Joey Kelly in Korbach
Waldeck-Frankenberg

Szenen vom Abend mit Joey Kelly in Korbach

Am vergangenen Montag hat Joey Kelly im Korbacher Kino aus seinem Leben und von seinen Erfahrungen als Extremsportler zum Thema „No limits“ erzählt.
Szenen vom Abend mit Joey Kelly in Korbach

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.