Landkreis lässt Orchideen nachzüchten: Erste Blüte steht bevor

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Das Breitblättrige Knabenkraut zählt zu den heimischen wilden Orchideenarten.

Es sind die Juwelen der heimischen Flora, auch wenn die Namen der Knabenkräuter kaum darauf schließen lassen. Es sind wildwachsende Orchideen.

Korbach - In Waldeck-Frankenberg haben sie ihre Standorte - die erste heimische Orchideenart steht bald wieder in voller Blüte. Bereits im April zeigt das Kleine Knabenkraut seine intensiven Farben. Es kam früher im Ederbergland sehr häufig auf Wiesen und Weiden vor, die nicht intensiv bewirtschaftet wurden.

Die im Landkreis noch bekannten Standorte wurden als Naturdenkmal oder Naturschutzgebiet unter Schutz gestellt. Aufgrund geänderter Rahmenbedingungen gestaltet sich die Erhaltung des Kleinen Knabenkrautes allerdings zunehmend schwierig.

Ausgraben der wilden Orchideen ist sinnlos

Daher hat die Naturschutzbehörde des Landkreises in Zusammenarbeit mit einem Orchideenexperten und dem Botanischen Garten Marburg bereits vor einigen Jahren ein Nachzuchtprogramm aufgelegt. Aus den winzigen Samen wird unter Laborbedingungen eine neue Pflanzengeneration zur Stützung der heimischen Populationen gezogen.

Die Naturschutzbehörde des Landkreises weist darauf hin, dass alle wildwachsenden heimischen Orchideenarten dem strengen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes unterliegen. Ein Ausgraben und Umpflanzen ist nicht nur verboten, es sei auch sinnlos:

"Die meisten Orchideen werden von Insekten bestäubt. Nach der Bestäubung erfolgt die Fruchtbildung. Es entwickeln sich sehr viele, winzige Samen, die kaum Nährgewebe haben. Die Orchideen bilden eine Symbiose mit den sogenannten Mykorrhiza-Pilzen, ohne deren Nährstoffe die Samen der Orchideen nicht keimen können. Sie können daher nur an dem Standort wachsen, an dem der für sie notwendige Wurzelpilz lebt. Ein Ausgraben und Umpflanzen der Orchideen führt zu einem Absterben dieser Wurzelpilze und ist deshalb sinnlos", so die Untere Naturschutzbehörde.

Helfen Sie mit, die seltenen Pflanzen zu schützen

„Erhalten Sie die Arten- und Lebensraumvielfalt. Zertreten Sie bitte keine Pflanzen, nur dann haben sie die Möglichkeit zur Reproduktion und erfreuen die Menschen mit ihrem Anblick“, so der Appell der Behörde.

Im Mai und Juni entwickeln auch das Breitblättrige Knabenkraut, das Stattliche und das Gefleckte Knabenkraut ihre Blüten. Diesen folgen im Juni und Juli der Bienen- und der Fliegen-Ragwurz auf den Kalkmagerrasen.

So unterschiedlich die Standortansprüche der Arten auch sein mögen, eines trifft auf alle zu: Sowohl eine fehlende Nutzung der Flächen als auch eine Intensivierung durch Düngung, Aufforstung, Drainage oder Umbruch führen zum Verlust der Orchideen und ihrer Lebensräume.

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