Wilke Wurstskandal: Mitarbeiter helfen bei der Entsorgung / Politisches Nachspiel und Protest

Während aktuell die Entsorgung der Wilke Wurstwaren in Berndorf begonnen hat, rüstet sich die Politik für die Diskussion über den Wilke Wurstskandal im Kreistag am kommenden Montag. Auch eine Mahnwache ist angekündigt.

Korbach/Twistetal - Mit der Entsorgung der in der Firma Wilke noch vorhandenen Restbestände ist am heutigen Vormittag (23. Oktober 2019) begonnen worden. Das gibt der Landkreis in einer Pressemitteilung bekannt.

Nachdem der Landkreis am 1. Oktober die Schließung der Betriebsstätte der Firma Wilke verfügt und den weiteren Vertrieb der Produkte untersagt hatte, verblieb ein Warenbestand von etwa 300 Tonnen in den Lagerräumen des Unternehmens. Um ein Verderben der Ware in den Kühlhäusern zu verhindern, hatte der Landkreis sich zunächst dafür eingesetzt, dass der Energieversorger seine Stromlieferungen nicht unterbrach. Gleichzeitig musste ein Weg zur schnellen und ordnungsgemäßen Entsorgung der verderblichen Produkte gefunden werden.

„Nachdem der Insolvenzverwalter uns mitgeteilt hatte, dass keine liquiden Mittel für die Entsorgung vorhanden sind, ist der Landkreis im Rahmen einer so genannten Ersatzvornahme eingesprungen und hat sich darum gekümmert“, berichtet Landrat Dr. Reinhard Kubat. Die Entsorgung findet nun unter Aufsicht des Veterinäramtes des Landkreises statt. Er freue sich darüber, dass sich rund 20 bisherige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens Wilke bereit erklärt hätten, an der Entsorgung mitzuwirken. Wenn die Entsorgung abgeschlossen sei, könnten auch die Kühlanlagen abgeschaltet werden. Der Landkreis rechnet damit, dass er für Energie- und Entsorgungskosten mit rund 100.000 Euro in Vorleistung treten muss.

Politisches Nachspiel im Kreistag

Die Kreistagsvorsitzende Iris Ruhwedel lädt alle interessierten Bürger zum Besuch der öffentlichen Sitzung des Kreistages am 28. Oktober, um 14 Uhr, im Sitzungssaal I des Kreishauses in Korbach ein. Zu Beginn ist ein Antrag der FWG -Fraktion Thema. Darin geht es um die Zuverlässigkeit der Lebensmittelüberwachung beim Landkreis vor dem Hinter-grund der skandalösen Zustände, die beim Unternehmen Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren aufgedeckt wurden. Dazu haben die Fraktionen von Bündnis90/Die Grünen und der FDP beantragt, darüber zu beraten, wie der Landrat und Kreisausschuss das Ver-trauen der Öffentlichkeit mit Transparenz und Aufklärungswillen wiedergewinnen können.

Bürgerinitiativen bereiten Protest vor

Die Bürgerinitiativen Twiste und Waldeck gegen Massentierhaltung planen gemeinsam eine Mahnwache vor dem Kreishaus in Korbach am Montag, 12.30 Uhr. Anlass ist die angekündigte Debatte im Kreistag zum Wilke Wurst-Skandal. Außerdem soll auf die neu gegründete Bürgerinitiative gegen industrielle Geflügelmast in Wethen aufmerksam gemacht werden. Die Initiativen fordern einen Stopp der „Intensivtierhaltung“ und ein Umdenken in der Politik.

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