Ich will kein Besatzer sein

Frankenberg.  Die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e.V., Sektion Waldeck-Frankenberg (GfW) lud zum zweiten Mal zu einer Buchlesung ein.

Frankenberg.  Die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e.V., Sektion Waldeck-Frankenberg (GfW) lud zum zweiten Mal zu einer Buchlesung ein.

Etwas vom inneren Gefüge der israelischen Gesellschaft wollten die vielen Besucher, die Sektionsleiter Dipl.- Pol. Elmar Henschen begrüßen konnte, erfahren, um die heutige Situation im Nahen Osten besser bewerten zu können.

Der Referent und Autor Dr. phil. David Ranan entstammt einer deutsch-jüdischen Familie, wuchs in Israel auf, wurde 1965 zum Dienst in der israelischen Armee eingezogen. Er studierte Wirtschaftswissenschaften in Israel und London, arbeitete als Banker und Unternehmensberater, absolvierte dann noch einmal ein Studium der Kultur- und Politikwissenschaft. Heute lebt Dr. David Ranan als freier Autor in London.

Sein Buch basiert auf einer wissenschaftliche Arbeit und zeigt die Probleme auf, die Menschen haben, wenn sie die Sinnhaftigkeit ihrer Pflichtdienste nicht nachvollziehen können. "Ist es noch gut für unser Land zu sterben", fragen junge Israelis kritisch nach.

Aus 98 Interviews wählte Ranan 27 für sein Buch aus und formte sie zu Monologen. Am Beispiel eines längeren Monologs zeigte er die Geschichte eines jungen Israeli auf, der zwischen Verweigerung und Ableisten des Dienstes schwankte, dann aber seinen Dienst antritt.  So wurden die Schilderungen des Offiziers über seine Einsätze an drei Einsatzorten, Nordgrenze zum Libanon, Gazastreifen und Hebron zum Spiegelbild der jüngsten Vergangenheit Israels.

Sehr früh wurde auch die Einstellung des Autors deutlich. An einigen Beispielen politischer Entscheidungen zeigte er auf, dass er von der israelischen Siedlungspolitik nichts hält. Sein Fazit: "Ich will kein Besatzer sein", denn es gebe keine guten Besatzer.

Interessant für die Zuhörer war der Vergleich deutscher und israelischer Wehrpflichtiger, die in ganz unterschiedlichen Verhältnissen, gesetzlichen Rahmenbedingungen und Realitäten ihren Dienst verrichten.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass Außenstehende kaum nachvollziehen können, wie es sich in einem Staat lebt, der in seiner Existenz real gefährdet ist.

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