SPD will neue Konzepte zur Förderung Korbachs als Einkaufsstadt

Korbach. Die Korbacher Sozialdemokraten sehen den Rang Korbachs als zentrale Einkaufsstadt im Landkreis gefährdet. Die Schließung von Geschäften un

Korbach. Die Korbacher Sozialdemokraten sehen den Rang Korbachs als zentrale Einkaufsstadt im Landkreis gefährdet. Die Schließung von Geschäften und Leerstände in vermeintlichen 1A-Lagen seien keine Werbung für die Stadt und führten dazu, dass sich Kunden vermehrt nach Frankenberg oder in die Oberzentren Kassel und Paderborn orientierten. Es fehle an einer engen Abstimmung zwischen Stadt, Einzelhandel und Immobilienbesitzern. Auch das bisherige Marketing greift nach Ansicht der Sozialdemokraten zu kurz und müsse besser auf die Zielgruppen abgestimmt werden.

Positive Ansätze weiter führen

Mit der Weichenstellung für die Bebauung des Hoppe-Schumacher-Geländes am Hauptbahnhof sowie für einen Modemarkt für junge Kunden am Parkdeck habe man zwar schon wichtige Projekte auf den Weg gebracht, diese reichten aber nicht aus, um die Bedeutung der Einkaufsstadt Korbach auf lange Sicht zu erhalten. Dazu bedürfe es eines breit gefächerten und gut abgestimmten Angebots, das alle wesentlichen Nachfragen berücksichtige.

Qualifizierter Einzelhandel rückläufig

"Wir sehen mit großer Sorge, dass mit dem Greko-Modemarkt und der Tchibo-Filiale in der Bahnhofstraße sowie dem Buchclub-Laden in der Kirchstraße wieder langjährig eingeführte Geschäfte ersatzlos schließen bzw. geschlossen haben", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtparlament Martin Dörflinger. Auch der angekündigte bzw. schon in Umsetzung befindliche Standortwechsel von Geschäften, Dienstleistern und Gastronomiebetrieben in Korbach sei lediglich ein Bäumchen-wechsel-dich-Spiel, das nicht darüber hinwegtäuschen könne, dass die Zahl qualifiziertere Einzelhandelsgeschäfte und Dienstleister in der Kreisstadt tatsächlich rückläufig sei.

Effizientere Abstimmung der Beteiligten nötig

Deshalb fordert die SPD eine engere Abstimmung zwischen der Stadt, dem Handel sowie den Immobilienbesitzern. Federführend müsse dabei die Wirtschaftsförderung sein, die auf Antrag der Sozialdemokraten von ihrem jetzigen Standort Briloner Landstraße/Ecke Louis-Peter-Straße zurück in das Rathaus überführt werden soll, um die Informationswege sowie notwendige Abstimmungen effizienter zu gestalten. "Wenn es uns nicht gelingt, die Innenstadt und insbesondere die Fußgängerzone mit einem Mix aus inhabergeführtem Einzelhandel, hochwertigen Filialbetrieben und großflächigem Einzelhandel zu beleben, können wir der Konkurrenz nicht mehr lange standhalten", zeigte sich Dörflinger besorgt. Die Konkurrenz sieht er dabei weniger in den benachbarten Mittel- und Oberzentren, sondern vor allem im Internet.

Marketingstrategien überdenken

Es sei daher wichtig, auch das Marketing der Stadt zu überarbeiten. "Korbach goldrichtig allein reicht nicht mehr, wir brauchen eine Werbelinie, die die Menschen offensiv anspricht und deutlich macht, dass nur die Angebote erhalten bleiben können, die auch genutzt werden", so der SPD-Bürgermeisterkandidat. "Wir müssen bei den potenziellen Kunden ein Bewusstsein dafür schaffen, dass das Einkaufen vor Ort Priorität hat, weil es allen nützt, Geschäftsleuten wie Kunden". Auch beim Erlebniseinkauf, der vor allem junge Menschen anspricht, sieht die SPD erheblichen Nachholbedarf.

Zwar sei den Sozialdemokraten bewusst, dass sich die Uhr nicht zurückdrehen lasse und der online-Handel mittlerweile ein festes Segment im Geschäftsleben darstelle, dies dürfe aber nicht als Ausrede für Tatenlosigkeit herhalten. Viele Bürgerinnen und Bürger betrachteten die Leerstände und die Reduzierung des Angebotes mit Unbehagen. Deshalb müsse man ihnen deutlich machen, dass sie selbst etwas dagegen tun können.

Die Korbacher Sozialdemokraten wollen nun darauf drängen, dass die Koordinierungsgespräche zwischen Stadtpolitik, Handel und Immobilienbesitzern möglichst bald stattfinden. Dies wäre ein erster Schritt, um die unheilvolle Entwicklung, deren Symptome die Geschäftsschließungen seien, aufzuhalten und umzukehren.

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