„Wir haben noch viel vor“: Bürgermeister Heß und Frankenbergs Zukunft

Frankenbergs Bürgermeister zieht Bilanz und skizziert den Rahmen für die kommenden drei Jahre.
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Frankenbergs Bürgermeister zieht Bilanz und skizziert den Rahmen für die kommenden drei Jahre.

Rüdiger Heß will in den kommenden drei Jahren noch viel in Frankenberg bewegen. Ob sich der Bürgermeister danach einer vierten Amtszeit stellt, bleibt abzuwarten.

Frankenberg. Rüdiger Heß will in den kommenden drei Jahren noch viel in Frankenberg bewegen. Ob sich der Bürgermeister danach einer vierten Amtszeit stellt, bleibt abzuwarten.

Noch ist unklar, ob die Parteien im Stadtparlament dann Gegenkandidaten präsentieren können und wollen. Der parteilose Amtsinhaber Heß gewann zuletzt deutlich Rückenwind. 2017 war er ohne Gegenkandidaten angetreten und erhielt 83 Prozent der Bürgerstimmen bei einer Wahlbeteiligung von 71,6 Prozent.

Nun ist seine dritte Amtszeit zur Hälfte schon wieder vorbei und er zieht Zwischenbilanz.

Von Müdigkeit will Heß, der am 28. Februar 65 Jahre alt wurde, nichts wissen. Die Schwerpunkte seiner Arbeit sieht er weiterhin in Stadtentwicklung, Bauen, Kinderbetreuung, Klimaschutz, Brandschutz, Tourismus und Breitbandversorgung. Und in diese Liste kann Heß viele Erfolge einbuchen.

„Als Bürgermeister geht es immer darum, die 13 Frankenberger Stadtteile zukunftsorientiert aufzustellen. Gemeinsam mit Verwaltung, Politik und Bürgerschaft haben wir in den letzten Jahren viele positive Entwicklungsschritte erreicht“, ist Heß überzeugt. Die städtischen Investitionen in den Jahren 2018 bis 2021 liegen bei rund 67,7 Millionen Euro – „eine enorme Summe, gemessen an der Größe der Stadt“, findet der Bürgermeister. In der Regel wurden für diese Investitionen zwischen 60 und 95 Prozent Drittmittel akquiriert, der größte Teil wurde somit nicht mit städtischem Kapital gestemmt. Gemeinsam mit den Unternehmen, die zum Sondervermögen der Stadt gehören, beläuft sich das Investitionsvolumen seit 2018 auf rund 113,8 Millionen Euro. „Die Stadt ist damit ein wesentlicher Faktor, bei den ortsansässigen Unternehmen für Aufträge zu sorgen und so natürlich auch Arbeitsplätze zu sichern.“ Ein großer Teil der Investitionen ging in den letzten drei Jahren in Bauprojekte. „Die Öffnung zur Eder, die Anlage von Uferpromenade und Ederuferpark wie auch die barrierefreie Brücke über den Walkegraben haben den Bereich erheblich aufgewertet“, hebt Heß das Großprojekt hervor. Auch die Sanierung der Bottendorfer Straße fiel in die erste Hälfte seiner Amtszeit. Als einen weiteren wichtigen Schwerpunkt nennt der Bürgermeister den Klimaschutz, in vielen Bereichen auch in Zusammenarbeit mit der Region Burgwald-Ederbergland. „Der Klimawandel ruft immer wieder Überschwemmungen hervor. Für den Hochwasserschutz wurden bereits viele Maßnahmen umgesetzt, weitere werden folgen.“ Einen zusätzlichen Beitrag zum Klimaschutz leistet auch die Stärkung der Nahmobilität. „Es ist nötig, neben dem Autoverkehr auch andere Formen der Mobilität zu fördern. Die topografische Lage ist in Frankenberg dafür nicht optimal, der E-Bike-Boom eröffnet aber ganz neue Möglichkeiten“, sieht Heß viel Potenzial. „Die Umsetzung des im letzten Jahr beschlossenen Konzepts für die innerstädtischen Radwegeverbindungen treiben wir mit aller Kraft voran. Vor allem die Verbindungen in die Stadtteile sind dabei wichtig und müssen ergänzt werden zu einem überregionalen Radwegenetz.“ Die Situation insbesondere der Stadtteile in Bezug auf die Breitbandverfügbarkeit ist unter der Führung der Breitband Nordhessen 2019 und 2020 deutlich verbessert worden, sodass inzwischen für die allermeisten Frankenberger eine leistungsfähige Breitbandverbindung möglich sein sollte. Landkreisweit wird sich auch die Mobilfunkabdeckung verbessern und Stück für die sogenannten weißen Flecken vor Ort verschwinden.

Dem scheidenden Parlament dankt Heß für die immer konstruktive und positive Zusammenarbeit in den vergangenen fünf Jahren: „Je mehr Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen, desto mehr können wir erreichen.“ Das gelte auch für die Zusammenarbeit mit den neu gewählten Gremien, auf die sich der Bürgermeister freut. „Wir haben auch in Zukunft gemeinsam viel vor.“

Noch 2021 soll der Umbau des Bahnhofsgebäudes zum Kulturbahnhof beginnen, Stadtbücherei und Musikschule werden dann dort einziehen. Ebenfalls los geht es voraussichtlich für den neuen Feuerwehrstützpunkt, dessen Fertigstellung für 2023 geplant ist. Mit dem Abriss des Klosteranbaus kann voraussichtlich ebenfalls schon diesen Sommer begonnen werden. Heß ist sich sicher: „In der Folge wird sich das Klosterumfeld dadurch sehr positiv verändern.“ Mittelfristig sollen auch zwei weitere Fußgänger- und Radwegebrücken über die Eder entstehen, darüber hinaus eine neue Brücke zwischen großer und kleiner Wehrweide, letztere schon dieses Jahr. Bereits in der Vorbereitung sind außerdem weitere Maßnahmen aus dem Förderprogramm Aktive Kerne. Die größte: Ober- und Untermarkt sollen noch bis 2024 ausgebaut werden und die Altstadt zum Blühen bringen.

Mit der Landesgartenschaubewerbung sei man aktuell noch im Rennen um ein weiteres attraktives Großereignis. „Mit Spannung erwarten wir die Entscheidung aus Wiesbaden. Mit allen konzipierten Maßnahmen soll die Lebensqualität in unserem urbanen Raum deutlich verbessert werden, mehr und ökologisch wertvollere Naturräume geschaffen werden“, hofft der Bürgermeister auf den Zuschlag. Ob letztlich so gelinge, wie geplant, weiß Heß nicht: „Wir tun unser Möglichstes. Nach einem Jahr mit Corona wird die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zu mehr Normalität immer größer. Wir hoffen sehr, dass wir die Pandemie bald im Griff haben und der weitere Verlauf unsere Pläne nicht allzusehr beeinträchtigt. Für den Zusammenhalt brauchen wir möglichst bald wieder mehr Leben in der Stadt“, weiß der Bürgermeister.

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