„Wir sind schon fast sowas wie Dinos“

Seit 20 Jahren gibt es den heimische Online-Spiele-Clan „Xeno-Project“. Das Foto zeigt die Teilnehmer der 38. LAN, die Anfang März in der Igelstadthalle in Fürstenberg stattfand.
+
Seit 20 Jahren gibt es den heimische Online-Spiele-Clan „Xeno-Project“. Das Foto zeigt die Teilnehmer der 38. LAN, die Anfang März in der Igelstadthalle in Fürstenberg stattfand.

Eigentlich würde aktuell schummriger Lichtschein aus diversen Monitoren hinter den Fenstern der Fürstenberger Igelstadthalle flimmern. Vernetzte PC auf denen diverse Computerspiele die Runde machen, stünden sich gegenüber und der heimische Online-Spiele-Clan „Xeno-Project“ würde seine 39. LAN-Party schmeißen.

Lichtenfels. Eigentlich würde aktuell schummriger Lichtschein aus diversen Monitoren hinter den Fenstern der Fürstenberger Igelstadthalle flimmern. Vernetzte PC auf denen diverse Computerspiele die Runde machen, stünden sich gegenüber und der heimische Online-Spiele-Clan „Xeno-Project“ würde seine 39. LAN-Party schmeißen. Doch wegen Corona ist auch dies anders.

Das trifft die Freunde, die sich zum gemeinsamen Daddeln und Klönen im Lichtenfelser Ortsteil regelmäßig treffen besonders hart. Schließlich besteht die Gemeinschaft am 1. Dezember seit 20 Jahren– also lange bevor eSports populär und massentauglich wurde. Björn Hasecke, der den Clan vor zwanzig Jahren mit Gleichgesinnten ins Leben rief, wirft einen Blick zurück, denn das gemeinsame Spielen im Internet ist mittlerweile zur Nebensache geworden.

„Die Computerspiele litten in den 2000er-Jahren unter einem schlechten Image. Aber viele Neugierige und auch unsere Eltern, die immer mal auf den Treffen vorbeischauten, haben gemerkt dass man sich selbst „vor Ort“ eine Meinung bilden sollte. Zu Beginn hat unser Clan „Team Fortress Classic“ und „Counter-Strike“ gespielt. Doch mit Counter-Strike war bereits nach einem Jahr Schluss. Im Laufe der Zeit kamen noch andere Spiele hinzu, aber auch diese verschwanden nach einiger Zeit wieder. Länger gehalten haben sich der Nachfolger „Team Fortress 2“ und „Defense of the Ancients“ bis zum „Schluss“ 2014).“

Die Spieler aus den drei letztgenannten Games bilden seither das Grundgerüst für die jährlichen Treffen im nordhessischen Fürstenberg und im bayrischen Wenighösbach. „In der heute schnelllebigen Zeit sind wir schon fast sowas wie Dinos mit unseren Treffen. Vieles hat sich nur auf das Online zusammenspielen verlagert“, sagt Andreas Hofmann - der für die Organisation in Hösbach zuständig ist. Doch wer denkt, dass die Spieler und Spielerinnen im Alter von 16 bis 52 Jahren während ihrer LAN-Partys von morgens bis abends nur vor den Computerbildschirmen hängen, der irrt.

„Der PC ist bei uns schon immer noch mit dabei. Es hat alles damit angefangen und er gehört dazu. Im Grunde sind unsere Treffen aber nichts anderes wie z.B. Bikertreffs. Auf unseren LAN-Partys gibt es mittlerweile ein vielfältiges Angebot. Wir Grillen im Sommer gemeinsam, spielen Würfelspiele, Pokern oder kicken auch gern mal eine Runde. Drinnen kann man bei Lust und Laune eine Runde Super Nintendo oder „You don’t know Jack“ am Windows 98 PC spielen“, erklärt Björn Hasecke.

„Viele sind seit Jahren dabei. Einige von Anfang an. Sie kommen aus ganz Deutschland. Manche gar aus Österreich, Frankreich oder Belgien. Sogar ein Mädel aus Kanada war zweimal bei unseren Treffen. Froh sind wir, dass unser ältester Teilnehmer Martin Rühl 60) mit seiner Familie ab und an nochmal vorbeischaut“, ergänzt Alexander Röpnack.

„Das bemerkenswerte ist, dass sich aus Online-Bekanntschaften in all der Zeit viele Freundschaften im „echten Leben“ entwickelt haben und sich viele auch abseits der LANs treffen. Das ein Team, bzw. so eine Gemeinschaft, die über das Internet entstanden ist, so lange besteht, ist sehr selten. Vielleicht funktioniert es, weil bei uns immer der Spaß und die Gemeinschaft im Vordergrund stehen. Wir hoffen auf viele weitere schöne Jahre und das wir uns in 2021 wieder treffen können“, blickt Björn Hasecke in die Zukunft.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

13 neue Lehrer verstärken das Kollegium der Edertalschule Frankenberg
Waldeck-Frankenberg

13 neue Lehrer verstärken das Kollegium der Edertalschule Frankenberg

Mit den neuen Kolleginnen und Kollegen sieht Schulleiter Claus-Hartwig Otto das Gymnasium personell gut aufgestellt.
13 neue Lehrer verstärken das Kollegium der Edertalschule Frankenberg
Gondeln zum Glück: Neue Seilbahn soll Waldeck attraktiver machen
Waldeck-Frankenberg

Gondeln zum Glück: Neue Seilbahn soll Waldeck attraktiver machen

Eine Handvoll Investoren um Karl-Harald Hesselbein aus Nieder-Werbe träumt davon, in Waldeck eine touristische Attraktion und zugleich zukunftsweisende Verkehrsanbindung …
Gondeln zum Glück: Neue Seilbahn soll Waldeck attraktiver machen
Zurück zur Musik: Volker Bauch konzentriert sich auf seine Wurzeln
Waldeck-Frankenberg

Zurück zur Musik: Volker Bauch konzentriert sich auf seine Wurzeln

Volker Bauch rückt wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Der 62-Jährige aus Korbach veröffentlicht unter dem Namen „David Bosh“ das Musikalbum „All Times“ mit fünf …
Zurück zur Musik: Volker Bauch konzentriert sich auf seine Wurzeln
Der verlassene Kampfpanzer benannt nach General George S. Patton
Waldeck-Frankenberg

Der verlassene Kampfpanzer benannt nach General George S. Patton

Ausgedient hat dieses ehemalige Schwergewicht im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Beweglich ist er heute nicht mehr. Dabei brachte es das Stahlungetüm mit seinen 46 Tonnen …
Der verlassene Kampfpanzer benannt nach General George S. Patton

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.