Liquiditätsspritze gegen die Einbußen der Unternehmen

Die negativen Auswirkungen der wirtschaftlichen Folgen sind in Waldeck-Frankenberg schon jetzt zu spüren. Hessen stellt zur Bekämpfung der Corona-Krise kurzfristig 7,5 Milliarden Euro landesweit in Aussicht.

Waldeck-Frankenberg - Das Coronavirus stellt die heimischen Wirtschaft wie überall in Deutschland und weltweit vor riesige Herausforderungen. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Verbreitung des Coronavirus in Waldeck-Frankenberg einzudämmen“, verdeutlicht der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Karl-Friedrich Frese den Ernst der Lage. Trotzdem sind die negativen Auswirkungen der wirtschaftlichen Folgen schon jetzt zu spüren.

Der Leiter des IHK-Servicezentrums Waldeck-Frankenberg Dr. Peter Sacher verweist diesbezüglich auf die Blitzumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer. Schon Anfang März rechneten 47 Prozent der Unternehmen mit starken Umsatzeinbrüchen.

Der Geschäftsführer der Touristik Service Waldeck-Ederbergland GmbH und der Wirtschaftsförderung des Landkreises Klaus Dieter Brandstetter ergänzt dazu, dass gerade im Touristikbereich ein enormer wirtschaftlicher Schaden entstehen werde – unabhängig von der Unternehmensgröße. Auch in den Regierungsmaßnahmen zeigen sich deutliche Auswirkungen.

„Der Auftragsstopp zeigt sich in vielen Bereich deutlich: Die Betriebe beantragen Kurzarbeit und nehmen die Neuregelungen der Bundesregierungen dankbar an“, ergänzt der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg Gerhard Brühl. Problematisch zeige sich aufgrund der Nachfragen die Frage der Kinderbetreuung der Mitarbeiter. „Hier plädieren wir für pragmatische Lösungen.“

Der Leiter der Agentur für Arbeit Uwe Kemper sagt diesbezüglich: „Die Menschen und die Betriebe müssen sich darauf verlassen können, dass die Bundesagentur alles unternimmt, damit Leistungsansprüche schnell realisiert werden können.“ Die Agentur für Arbeit Korbach konzentriere sich daher auf die Beratung der Arbeitgeber zum Thema Kurzarbeitergeld und darauf, dass Anträge auf Arbeitslosengeld gestellt und schnell bearbeitet werden können. „Mögliche Antragssteller sollten daher bitte den Online-Service der Bundesagentur für Arbeit nutzen.“

Der Landkreis empfiehlt Unternehmern folgende weiterführende Ansprechpartner...

„Hessen stellt zur Bekämpfung der Corona-Krise kurzfristig 7,5 Milliarden Euro in Aussicht. Die Landesregierung bittet den Landtag in der kommenden Woche um Zustimmung zu einem Nachtragshaushalt. 1 Milliarde Euro soll für die Bewältigung der gesundheitlichen, sozialen und ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie eingesetzt werden“, sagt Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer.

Hessen gebe seiner Wirtschaft vorübergehend eine Liquiditätsspritze, indem bereits getätigte Sondervorauszahlungen der Umsatzsteuer auf formlosen Antrag kurzfristig zurückerstatte werden Dies könne Hessens Wirtschaft kurzfristig um bis zu 1,5 Milliarden Euro entlasten.

Darüber hinaus werden auf Antrag der Steuerpflichtigen bis zum 31. Dezember 2020 bereits fällige oder fällig werdende Steuerzahlungen zinsfrei gestundet, soweit die Forderungen aufgrund finanzieller Probleme in Folge des Corona-Virus nicht geleistet werden können.

Anträge auf Stundung sind bis zum 31. Dezember 2020 bei den zuständigen Finanzämtern zu stellen und können sich auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie die Umsatzsteuer beziehen. Darüber hinaus kann auf Antrag auch die Höhe der individuellen Vorauszahlung angepasst werden.

Zudem können bei den Finanzämtern auch Anträge auf Herabsetzung des Gewerbesteuermessbetrages für Zwecke der Vorauszahlungen für die Gewerbesteuer gestellt werden. Die Anpassung der Vorauszahlungen bei der Gewerbesteuer und die Stundung von Gewerbesteuern erfolgt auf Antrag durch die Gemeinden vor Ort. Die Gemeinde ist an ‎den ‎Bescheid des Finanzamts gebunden und wird ‎die ‎Gewerbesteuervorauszahlung anpassen.

Bei unmittelbar Betroffenen wird außerdem dem Grundsatz nach bis zum Ende des Jahres von Seiten der Steuerverwaltung auf Vollstreckungsmaßnahmen verzichtet. Dies betrifft beispielsweise mögliche Kontopfändungen. Gesetzlich anfallende Säumniszuschläge werden in dieser Zeit nicht erhoben.

„Wenn es die Situation erfordert, werden wir aber noch mehr Geld zur Verfügung stellen. Am Geld darf und wird die Bekämpfung der Corona-Krise nicht scheitern. Der Schutzschirm ist gespannt und reißfest“, unterstreicht Finanzminister Thomas Schäfer.

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