Zukunft - zu alt, zu wenig

Schon heute stehen Gebude leer.Waldeck-Frankenberg. In zahlreichen Stdten, Gemeinden und Landkreisen wurde in den letzten Jahr

Schon heute stehen Gebude leer.

Waldeck-Frankenberg. In zahlreichen Stdten, Gemeinden und Landkreisen wurde in den letzten Jahren intensiv ber den demographischen Wandel diskutiert. Ziele wurden vereinbart und Ideen entwickelt. Daraus sind viele Projekte und Initiativen entstanden. Es engagieren sich Menschen nicht nur beruflich, sondern auch ehrenamtlich in ihrer Freizeit.Zur Fortsetzung dieser Arbeit sollte der Demographie-Kongress im Hessischen Landtag Ende April Impulse und Anregungen fr weitere nachhaltige Projekte geben, den Erfahrungsaustausch voranbringen und die Mglichkeit bieten, Kontakte zu knpfen. Denn so langsam luft die Zeit ab.Die Bevlkerungszahlen sind auch hier im Landkreis Waldeck Frankenberg deutlich rcklufig. In den nchsten zehn Jahren sollen nach Schtzungen zwischen 3.000 und 6.000 der jetzigen Einwohner fehlen. Fr das Jahr 2020 geht zum Beispiel die Stadt Frankenberg von einem Altersdurchschnitt von 45 Jahren aus, 2003 lag dieser noch bei 40 Jahren. Nach gegenwrtigen Erkenntnissen wird bis zum Jahr 2050 mit einem absoluten Rckgang von 25.000 Einwohnern gerechnet. Ursache dafr ist in erster Linie die Kinderlosigkeit unserer Zeit.Aktuell hat die Frankenberger Stadtverwaltung die Planungen fr die Verteilung der Kindergartenpltze fr das kommende Kindergartenjahr 2010/2011 abgeschlossen. Die Kinderzahlen sind generell zurckgegangen. Wir kommen nicht umhin, in der KITA Schreufa eine Gruppe zu schlieen, erklrte Hauptamtsleiter Manfred Greif. Nach dem Bedarfs- und Entwicklungsplan ist in den kommenden Jahren von weiter zurckgehenden Belegungszahlen auszugehen. Aufgrund dieser aktuellen Zahlen wird auch die evangelische Kirchengemeinde in ihrer Kindertagessttte Schwalbennest Am Hain eine Gruppe schlieen. Aufgrund der Kostenbernahme durch das Land wird trotz der Gruppenschlieungen kein Personal entlassen. Es steht in diesem Fall somit weniger Kindern mehr Betreuungspersonal zur Verfgung. Nicht der einzige positive Effekt der beralterung. Auch gibt es wieder mehr Arbeits- und Ausbildungspltze, weil geringere Schlerzahlen und weniger gut ausgebildete Fachkrfte zu verzeichnen sind.Trotzdem bleibt die Gefahr, dass die alternde Gesellschaft das soziale Gleichgewicht verschiebt und die Belastungen fr die nachwachsende Generationen berproportional wachsen. Schon jetzt fehlt berall Geld. Vorrausgesagt wird, dass der prognostizierte Bevlkerungsschwund weiterhin alle Regionen des Kreises in etwa gleich hart trifft. Unterschiede werden nur zwischen den Mittelzentren und den rein lndlichen Bereichen vermutet. Der demografische Wandel ist jedoch kein Naturgesetz, so dass es nicht auszuschlieen ist, das es auch hier im Kreis einigen Gemeinden oder Stdten gelingen knnte, die Einwohnerzahlen stabil zu halten. Die Regel wird das jedoch nicht sein.Der Bevlkerungsschwund hat jetzt zur Folge, dass Huser und Wohnungen leer stehen, die damit auch an Wert verlieren, ein weiteres Problem. In den vergangenen Jahrzehnten wurden vermehrt landwirtschaftliche Nutzflchen in Bauland verwandelt. Das Bauen auf der grnen Wiese am Rande der historisch gewachsenen Bausubstanz der Altgemeinden wurde beliebter und gern angenommen. In der Folge verlor die innerstdtische Bausubstanz ihre Anziehungskraft und es kommt zu den befrchteten Leerwohnungen und leerstehenden Husern. Mit Programmen wie Stadtsanierung und Dorferneuerung wollen der Bund, die Lnder, Kreise und Kommunen dem entgegengewirken. Auch die Streichung der Eigenheimzulage war eine Konsequenz der Bundespolitik. Sie kam dem Ziehen der Notbremse gleich. Der Neubau auf der grnen Wiese sollte nicht mehr gefrdert werden. Da mussten auch die Gemeinden umdenken. Dieser Einschnitt war schmerzlich und tat weh, denn in den vergangenen Jahren hatten die Kommunen Flchen angekauft, erschlossen und somit eine grere Anzahl von Baupltzen vorgehalten. In Bad Arolsen ging der Grundstcksverkauf deutlich zurck. Auf Grund der Rabattaktion konnte gegen den Trend konnten 2009 wieder mehr Baugrundstcke verkauft werden. Volkmarsen konnte mit nach eigener Angabe guten Endpreisen diese Wende jedoch nicht herstellen. Die Stadt Diemelstadt untersttzt den Kauf leerstehender Wohngebude in den Ortskernen jetzt sogar finanziell. Die Anzahl der leerstehenden Huser wird sich in den kommenden Jahren noch erhhen, weil viele Gebude derzeit nur noch von alten Menschen bewohnt werden. Es ist leider absehbar, dass solche Gebude ebenfalls bald leer stehen werden. Es besteht die Gefahr, dass die Ortskerne aussterben, whrend die Neubaugebiete in den Randlagen weiter wachsen, teilt die Stadt mit. Aber nicht nur der Kauf von Gebuden fr Wohnzwecke kann gefrdert werden. Bei leerstehenden Gebuden, bei denen die vorhandene Bausubstanz so marode ist, dass es nicht mehr erhalten werden kann, kann auch der Abbruch des Gebudes gefrdert werden, wenn an gleicher Stelle ein neues Wohnhaus errichet wird. Im diesjhrigen Haushalt hat Diemelstadt 20.000 Euro bereitgestellt. Beim Kauf eines leerstehenden Gebudes zu Wohnzwecken wird ein Zuschuss in Hhe von 1.500 EUR als Sockelbetrag gewhrt. Bei Familie mit minderjhrigen Kindern erhht sich dieser. Werden innerhalb eines Jahres nach Kauf der Immobilie noch Kinder geboren, werden diese innerhalb der Obergrenze von 1.500 EUR bercksichtigt.

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